ICH BIN DEIN

 

33 Stufen zur vollkommenen Hingabe an Jesus durch Maria

 

  • Mit Texten des Heiligen Ludwig Maria Grignion von Montfort

 

 

 

 

 

Auswahl der Stufen

Stand: 07. Dezember 2021

 

 

 

 

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Tag

 

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Nachwort

 

   
 

Angelangt - welch ein Augenblick / Weihe an Jesus Christus durch die Hände Mariens

 

  08.12.
 

Die letzten 7 Stufen:

   
33 Mein Selbstopfer an Gott durch Maria   07.12.
32 Völlig verändert durch Christus   06.12.
31 Mein Taufgelübde   05.12.
30 Meine Antwort auf die Liebe Christi   04.12.
29 Gott will in mir leben   03.12.
28 Die Liebe Christi   02.12.
27 Gott liebt mich    01.12.
 

Die wahre Andacht zu Maria

  01.12.
 

 

Nochmals 7 Stufen:

   
26 Gott will Maria   30.11.
25 Die Apokalyptische Frau   29.11.
24 Königin der Apostel   28.11.
23 Mittlerin der Gnadenquelle   27.11.
22 Mutter des mystischen Leibes Christi   26.11.
21 Vom Heiligen Geist überschattet   25.11.
20 Der Dreifaltige Gott und Maria   24.11.
 

Die wahre Andacht zu Maria

  24.11.
 

 

7 weitere Stufen:

   
19 Lieblos   23.11.
18 Faulenzerei   22.11.
17 Eingebildet   21.11.
16 Falsch verliebt   20.11.
15 Verzicht    19.11.
14 Macht der Bosheit   18.11.
13 Selbsterkenntnis    17.11.
  Die wahre Andacht zu Maria    17.11. 
 

 

Die ersten 12 Stufen:

   
12 Tod   16.11.
11 Angst   15.11.
10 Zügellosigkeit   14.11.
9 Lüge   13.11.
8 Genusssucht   12.11.
7 Herdentrieb und Massengeist   11.11.
6 Wissenschaftlich aufgebläht - Gelehrtendünkel   10.11.
5 Sinnliche Leidenschaft   09.11.
4 Macht und Ansehen   08.11.
3 Falsche und rechte Sorge   07.11.
2 Die beiden Fronten   06.11.
1 Von Jesus gerufen   05.11.
 

 

Zur Einleitung 

   

 

 

Angelangt

 



ANGELANGT – WELCH EIN AUGENBLICK

darüber schreibt Ludwig von Montfort in
Die wahre Andacht zu Maria 231ff:

„Am Ende der dritten Woche sollen sie beichten und kommunizieren in der Absicht, sich Jesus durch Maria aus Liebe ganz als Eigentum zu weihen. Nach der heiligen Kommunion, die sie möglichst nach der unten angegebenen Methode empfangen sollen, beten sie dann die Weiheformel. Es empfiehlt sich, sie abzuschreiben und sie noch am Tag der Weihe zu unterzeichnen.

Es ist gut, wenn sie an diesem Tag Jesus Christus und seiner heiligsten Mutter irgendein Opfer bringen, als Buße für ihre frühere Untreue gegenüber den Taufgelübden und als Bekräftigung ihrer Abhängigkeit von der Herrschaft Jesu und Mariens. Dieses Opfer kann der Frömmigkeit und den Möglichkeiten jedes einzelnen angepasst sein: sie können zum Beispiel fasten, ein Opfer bringen, ein Almosen geben, eine Kerze spenden. Ja, wenn sie auch nur eine Kleinigkeit schenken, dies aber freudigen Herzens, so genügt das Jesus vollauf, der nur auf den guten Willen schaut.

Wenigstens einmal im Jahr, am Jahrestag der Weihe, sollen sie diese erneuern und vorher drei Wochen lang die gleichen Übungen durchführen.

Sie können sogar jeden Monat oder täglich ihre Weihe mit den kurzen Worten erneuern: ,Ich bin ganz dein, und alles, was ich habe, gehört dir, du mein liebenswürdigster Jesus, durch Maria, deine heiligste Mutter.’

Die Weiheformel empfiehlt sich nach Die Liebe zur ewigen Weisheit 223 - 227

WEIHE AN JESUS CHRISTUS, DER MENSCHGEWORDENEN WEISHEIT DURCH DIE HÄNDE MARIENS



Mein Jesus, du ewige, menschgewordene Weisheit! Aller Liebe und Anbetung bist du würdig. Du bist wahrer Gott und wahrer Mensch, der einzige Sohn des ewigen Vaters und der allzeit reinen Jungfrau Maria. In tiefster Ehrfurcht bete ich dich an im Schöße und in der Herrlichkeit deines Vaters, wo du von Ewigkeit her bist; und ich bete dich an im jungfräulichen Schoß deiner heiligsten Mutter Maria zur Zeit deiner Menschwerdung.

Ich sage dir Dank, dass du dich selbst entäußert hast und Knechtsgestalt annahmst (Phil 2, 7), um mich der grausamen Knechtschaft Satans zu entreißen. Ich lobe und preise dich, weil du in allem deiner heiligsten Mutter Maria Untertan sein wolltest, damit auch ich durch sie dir ganz zu eigen sein werde.

Doch, wie undankbar und treulos bin ich gewesen! Was ich so heilig dir versprochen und gelobt bei meiner Taufe, habe ich nicht gehalten; was meine Pflicht war, habe ich nicht erfüllt. Ich bin nicht länger wert, dein Kind zu heißen, ja nicht einmal dein Knecht. Nichts ist an mir, was deinen Abscheu nicht verdient und deine strafende Gerechtigkeit. Darum wage ich nicht länger, mich deiner heiligsten und erhabenen Majestät allein zu nahen.

So fliehe ich denn zu deiner heiligsten Mutter; sie möge für mich bitten. Du schenktest sie mir ja als Mittlerin bei dir. Durch sie hoffe ich, die wahre Reue und die Verzeihung meiner Sünden zu erlangen, durch sie die Weisheit zu erwerben und zu bewahren.

So grüße ich dich denn, Maria, Unbefleckte, lebendiger Tabernakel der Gottheit! In dir verborgen will die ewige Weisheit von Engeln und Menschen angebetet sein. Dich grüße ich, Königin des Himmels und der Erde. Deiner Herrschaft ist alles untenan, was unter Gott ist. Ich grüße dich, du sichere Zuflucht der Sünder! Dein Mitleid blieb noch keinem versagt. Erhöre mein Flehen um die göttliche Weisheit! Nimm darum die Gaben und Gelübde an, die ich dir weihe, wenn ich auch arm und niedrig bin.

Ich [Name], ein treuloser Sünder, erneuere und bekräftige heute in deine Hände meine Taufgelübde. Für immer widersage ich dem Satan, seiner Pracht und seinen Werken. Ich gebe mich ganz Jesus Christus hin, der menschgewordenen Weisheit, um mein Kreuz ihm nachzutragen alle Tage meines Lebens und ihm treuer zu sein, als ich es bisher war.

In Gegenwart des ganzen himmlischen Hofes erwähle ich dich heute, Maria, zu meiner Mutter und Gebieterin. Dir weihe und schenke ich als dein Gut und Eigentum meinen Leib und meine Seele, all meinen äußeren und inneren Besitz, ja selbst den Wert all meiner guten Werke, der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen. Ganz und voll, ohne jede Ausnahme, sollst du das Recht haben, über mich und all das Meine nach deinem Gutdünken zu verfügen in Zeit und Ewigkeit zur größeren Ehre Gottes.

Nimm, gütigste Jungfrau, meine Ganzhingabe an, wenn sie auch nur geringen Wert hat. Die ewige Weisheit wollte sich deiner mütterlichen Gewalt unterwerfen; diese Unterwerfung will ich ehren und nachahmen. Auch soll dies Opfer meiner Totalhingabe euer beider Macht bekennen über mich armen, sündigen Menschen, und danken soll es für die Gnadengaben, mit denen die Allerheiligste Dreifaltigkeit dich geschmückt hat. Von nun an will ich als dein treuer Diener stets deine Ehre suchen und dir gehorsam sein in allen Dingen.

Wunderbare Mutter, bringe du mich deinem lieben Sohn dar als sein ewiges Eigentum. Durch dich hat Jesus mich erkauft, durch dich möge er mich nun aufnehmen. Mutter der Barmherzigkeit, verleihe mir die Gnade, von Gott die wahre Weisheit zu erlangen. Nimm mich, ich bitte dich, in die Zahl jener Seelen auf, die du liebst und lehrst, leitest, nährst und schützt als deine Kinder, die dir ganz gehören. Du getreue Jungfrau, mach mich in allen Dingen zu einem vollkommenen Jünger und Nachfolger der menschgewordenen Weisheit, deines Sohnes Jesus Christus. Gib mich ihm so ganz zu eigen, dass ich durch deine Fürbitte und nach deinem Vorbild zum Vollalter Christi (Eph 4, 13) auf Erden und zur Fülle seiner Herrlichkeit im Himmel gelange. Amen.

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Nachwort

 

NACHWORT

Ludwig von Montfort hat diese religiöse Übung auf 33 Tage angesetzt, um höchstwahrscheinlich an die traditionellen 33 Lebensjahre Jesu zu erinnern, an deren Ende das Ganzopfer seiner Hingabe an den Vater steht: Vollendung des Lebens, Auferstehung und Himmelfahrt, der Heimgang des Herrn.

Die Texte des heiligen Ludwig werden nach der kritischen französischen Ausgabe revidiert: M. Gendrot (Hrg.), Saint Louis-Marie Grignon de Montfort. Oeuvres complètes, Paris 1966. Die Bibeltexte werden – soweit möglich – nach der bisher vorhandenen Einheitsübersetzung zitiert. Freilich war es bei der gesamten Textbearbeitung nicht immer möglich, den alten Wortschatz in vollem Ausmaß in die Sprache unserer Zeit zu übertragen. Wer sich aber zu sehr an Äußerlichkeiten stößt, wird in die Gedankentiefen so ehrwürdiger und heiliger Texte kaum vorstoßen können. Ein mystisches Versenken ist unbedingt notwendig; wer dazu nicht bereit ist, wird Ludwig von Montfort in seinen tiefsten Gedanken nicht verstehen können.

Manche Aussage in den Meditationstexten wird verständlicher, wenn die angegebene Stelle der Heiligen Schrift nachgelesen wird; bisweilen sind aber die Bibelzitate nach der lateinischen Ausgabe der Vulgata verwendet worden; man möge aber in diesen selteneren Fällen nicht überrascht sein, wenn eine moderne deutsche Bibelübersetzung dem nicht ganz entspricht, weil diese sich ja nach dem jeweiligen Urtext richtet. Dem Leser sei auch empfohlen, sich weiterhin mit Ludwig von Montfort zu beschäftigen. Eine populäre Zusammenfassung seiner .Schriften findet sich in: H. Firtel, Das Goldene Buch der vollkommenen Hingabe an Jesus durch Maria vom heiligen Ludwig Maria Grignion von Montfort, Freiburg 21 ed. 1975.

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Die letzten 7 Stufen

 

 

 

Stufe 33

 



„Denn für mich ist Christus das Leben, und Sterben Gewinn“ (Phil 1, 21). – „Denn wir sind Christi Wohlgeruch für Gott unter denen, die gerettet werden, wie unter denen, die verloren gehen“ (2 Kor 2, 15).

MEIN SELBSTOPFER AN GOTT DURCH MARIA

Ich stehe am Ziel meiner Vorbereitungen auf die Ganzhingabe. Alle meine Überlegungen haben mir gezeigt, wie schön und angemessen diese Hingabe ist. So will ich großmütigen Herzens, bewusst und in voller Freiheit jene Weihe vollziehen, die allein die entsprechende Antwort auf Gottes Liebe ist und mit Jesus bekennen (Hebr 10, 5ff): „Schlacht- und Speiseopfer hast du nicht gefordert, doch einen Leib hast du mir geschaffen; an Brand- und Sündopfern hast du kein Gefallen. Da sagte ich: Ja, ich komme… um deinen Willen, Gott, zu tun.“

EINFACH ZUM ÜBERLEGEN

Nach Worten Ludwigs von Montfort
Über die wahre Andacht zu Maria
(120 - 125)

Mein vollkommenes Selbstopfer

Da unsere ganze Vollkommenheit darin besteht, Jesus Christus gleichförmig, mit ihm vereint und ihm geweiht zu sein, ist zweifellos die vollkommenste aller Frömmigkeitsformen jene, die uns dem Herrn am vollkommensten angleicht, vereint und weiht. Da nun Maria von allen Geschöpfen Christus am ähnlichsten ist, so macht unter allen Frömmigkeitsformen die Marienverehrung die Seele am meisten dem Herrn gleichförmig und weiht sie ihm. Je mehr daher eine Seele Maria geweiht ist, umso mehr gehört sie Jesus Christus.

Darum besteht die vollkommene Weihe an Jesus Christus in der Ganzhingabe an die Gottesmutter. Das ist nun die Frömmigkeitsform, die ich lehre; mit anderen Worten: Sie ist nichts anderes als eine vollkommene Erneuerung der Taufgelübde.

Diese Frömmigkeitsform besteht also darin, dass man sich der Mutter Gottes völlig hingibt, um durch sie ganz Jesus Christus anzugehören. Wir müssen ihr schenken:

1. unseren Leib mir allen seinen Sinnen und Gliedern;

2. unsere Seele mir allen ihren Fähigkeiten;

3. unsere gegenwärtigen und zukünftigen äußeren Güter;

4. unsere inneren und geistigen Güter, das heißt: unsere Verdienste, Tugenden und guten Werke, und zwar die vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen. Kurz, alles, was wir in der Ordnung der Natur und in der Ordnung der Gnade besitzen, und alles, was wir in Zukunft in der Ordnung der Natur, der Gnade und der Glorie noch besitzen mögen, müssen wir ihr schenken, und zwar rückhaltlos. Nicht einen Heller, nicht ein Haar, nicht das geringste gute Werk dürfen wir ausnehmen; und das alles für die ganze Ewigkeit. Dabei dürfen wir keinen anderen Lohn für unsere Gabe und unseren Dienst beanspruchen oder erhoffen, als die Ehre, durch Maria und in Maria Jesus Christus zu gehören. Und selbst, wenn diese liebenswerte Gebieterin nicht das freigebigste und dankbarste aller Geschöpfe wäre, müssten wir dies tun.

In diesem Zusammenhang muss bemerkt werden, dass in unseren Werken eine Zweifaches zu unterscheiden ist, nämlich die Genugtuung und das Verdienst, mit anderen Worten: der genugtuende oder fürbittende und der verdienstliche Wert. Der genugtuende oder fürbittende Wert eines guten Werkes liegt darin, dass eine gute Handlung Sündenstrafen tilgt oder eine neue Gnade erlangt. Der verdienstliche Wert oder das Verdienst eines guten Werkes liegt dagegen darin, dass es die heiligmachende Gnade mehrt und die ewige Herrlichkeit verschafft. In dieser Ganzhingabe an die Gottesmutter schenken wir ihr nun den genugtuenden oder fürbittenden und den verdienstlichen Wert, mit anderen Worten: die Genugtuung und das Verdienst all unserer guten Werke. Wir schenken ihr unsere Verdienste, Gnaden und Tugenden, nicht damit sie sie anderen zuwende (denn unsere Verdienste, Gnaden und Tugenden sind, genau genommen, unübertragbar; einzig Christus, der bei seinem Vater für uns zum Bürgen geworden ist, konnte uns seine Verdienste zuwenden), sondern damit sie diese für uns bewahre, vermehre und veredle, wie wir später noch erklären werden. Und wir schenken ihr, was wir an Genugtuung leisten, damit sie es zuwende, wem sie will – zur größeren Ehre Gottes.

Daraus folgt: Durch diese Hingabe schenken wir Jesus Christus durch die Hände Mariens, also auf die vollkommenste Art, alles, was wir ihm schenken können. Und das ist viel mehr als bei den anderen Frömmigkeitsübungen, bei denen man ihm nur einen Teil seiner Zeit, seiner guten Werke oder seiner Bußübungen und Abtötungen schenkt. Hier schenken und weihen wir alles, selbst noch das Verfügungsrecht über unsere inneren Güter und über die Genugtuung, die wir Tag für Tag durch unsere guten Werke leisten; das wird nicht einmal in einem Orden verlangt. In den Ordensgemeinschaften schenkt man Gott die irdischen Güter durch das Gelübde des Gehorsams, und manchmal auch die körperliche Freiheit durch das Gelübde der Klausur; aber man schenkt ihm nicht das freie Verfügungsrecht über den Wert der eigenen guten Werke. Man gibt nicht das kostbare und teuerste Gut des Christen hin, nämlich die Verdienste und Sühneleistungen.

Daraus folgt, dass ein Mensch, der sich freiwillig auf solche Art Jesus Christus durch Maria geweiht und geopfert hat, nicht länger über den Wert irgendeines seiner guten Werke verfügen kann. Alles, was er leidet, alles, was er Gutes denkt, sagt oder tut, gehört Maria, damit sie darüber verfuge nach dem Willen ihres Sohnes und zu dessen größerer Ehre. Diese Abhängigkeit tut jedoch in keiner Weise den Standespflichten Abbruch, die man zur Zeit hat oder in Zukunft haben wird, z. B. der Pflicht des Priesters, der von Amts wegen oder aus einem sonstigen Grund den genugtuenden und fürbittenden Wert einer heiligen Messe einer bestimmten Person zuwenden muss; denn man vollzieht die Hingabe nur in der von Gott gewollten Ordnung und im Rahmen der Standespflichten.

Wir weihen uns also mit der Gottesmutter und mit Jesus Christus. Maria ist dabei das vollkommene Mittel, das Jesus Christus gewählt hat, um sich mit uns und uns mit sich selbst zu vereinen; und der Herr ist dabei das Endziel, dem wir als unserem Erlöser und unserem Gott alles verdanken, was wir sind.

WORTE DER HEILIGEN SCHRIFT

„Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns? Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? – Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert? – Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn“ (Röm 8, 31f. 35. 38f).

GEBET

Ich bitte, Herr: Der Heilige Geist entflamme mich mit jenem Feuer, das mein Herr Jesus Christus auf die Erde sandte und von dem er wollte; dass es gewaltig entbrenne. So nimm dieses geistige Opfer, das ich darbringe, und mache mich selber so zur vollendeten Opfergabe für dich. Amen.

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Stufe 32

 



„Fragt euch selbst, ob ihr im Glauben seid, prüft euch selbst! Erfahrt ihr nicht an euch selbst, dass Jesus Christus in euch ist“ (2 Kor 13, 5)? – „Nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir“ (Gal 2, 20).

VÖLLIG VERÄNDERT DURCH CHRISTUS

Wenn ich Christus immer besser erkenne, wenn ich ihm immer treuer nachfolgen und ihn mit immer wachsender Liebe im heiligen Abendmahl empfange, dann werde ich allmächlich in ihm umgestaltet. Wer aber wüsste mehr um die Gesetze jenes inneren Werdens und Wachsens Christi in mir, als seine Mutter?

EINFACH ZUM ÜBERLEGEN

Nach Worten Ludwigs von Montfort
Über die wahre Andacht zu Maria
(218 - 221)

Umgestaltung durch Maria nach dem Bild Jesu Christi

Maria ist der Baum des Lebens (Gen 2, 9). Wenn sie in unserer Seele gut gepflegt wird durch die Treue in der Übung der Ganzhingabe, dann trägt sie zur gegebenen Zeit Frucht. Und ihre Frucht ist Jesus Christus (Lk 1, 42). Ich sehe so viele fromme Menschen, die Christus auf allen möglichen Wegen, durch alle möglichen Übungen suchen; und wie oft müssen sie nach vieler nächtlicher Arbeit bekennen: „Wir haben uns die ganze Nacht gemüht und nichts gefangen“ (Lk 5, 5). Und man kann ihnen erwidern: „Ihr habt viel gearbeitet und wenig gewonnen (Hag 1, 6). Jesus Christus ist noch sehr schwach in euch.“ Auf dem unbefleckten Weg (Ps 18, 33) Mariens und durch die heilige Übung der Ganzhingabe arbeitet man jedoch bei Tag (Joh 9, 6), an einer heiligen Stätte – und man arbeitet nicht schwer. In Maria gibt es keine Nacht, weil keine Sünde in ihr ist, ja nicht einmal der kleinste Schatten (1 Joh 1,5). Maria ist eine heilige Stätte, sie ist das Heiligtum (Ex 26, 34), in dem die Heiligen gebildet und geformt werden.

Bewusst gebrauche ich den Ausdruck: Die Heiligen werden in Maria geformt. Es ist nämlich ein großer Unterschied, ob man eine Statue mit Hammer und Meißel aus dem Stein haut, oder sie einfach in einer Form abgießt. Die Bildhauer haben viel Arbeit und brauchen lange, um eine Statue auf erstere Arbeit herzustellen; beim zweiten Verfahren aber haben sie nicht viel Arbeit damit und brauchen wenig Zeit. In einem kühnen Bild nennt der heilige Augustinus Maria die Gussform Gottes: „Würdig bist du, Gottes Form genannt zu werden.“ Wer in diese göttliche Gussform geworfen wird, ist bald in Jesus Christus gebildet und geformt und Jesus Christus in ihm. Mit wenig Kosten, in kurzer Zeit wird er vergöttlicht, weil er in der gleichen Form gegossen war, die einen Gott geformt hat.

Jene Seelenführer und Frommen, die Jesus Christus in sich selbst durch andere Übungen als diese bilden, möchte ich mit Bildhauern vergleichen, die auf ihre Technik, ihren Fleiß und ihre Kunst vertrauen und einem harten Stein unzählige Hammerschläge versetzen oder ein schlecht poliertes Stück Holz unzählige Male mit dem Schnitzmesser bearbeiten um das Bild Jesu Christi daraus erstehen zu lassen. Oft gelingt es ihnen nicht, die Ähnlichkeit mit Jesus Christus herauszuarbeiten, sei es, weil sie nicht die Kenntnis und Erfahrung der Person Jesu Christi besitzen, sei es, weil ein schlecht geführter Schlag das Werk verdirbt. Aber wer sich das Geheimnis der Gnade zu eigen macht, das ich kundtue, den vergleiche ich passend mit einem Gießer, der die schöne Form Mariens gefunden hat, in der Jesus Christus als Gottmensch gebildet wurde. Er verlässt sich nicht auf sein eigenes Können, sondern einzig auf die Güte der Gussform, und er gießt und versenkt sich in Maria, um in ihr ein treues Abbild Jesu Christi zu werden.

Ist das nicht ein schöner und treffender Vergleich? Wer aber fasst ihn ganz? Ich möchte, dass du es seist, lieber Freund. Denke aber daran, dass man nur flüssiges Erz in eine Gussform schütten kann; das heißt: Wie Erz in Feuer flüssig wird, so muss der alte Adam in dir vergehen, um in Maria zum neuen Menschen geformt zu werden.

WORTE DER HEILGEN SCHRIFT

„Ich bin das Brot des Lebens …Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich bleibe in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben“ (Joh 6, 48. 53 - 57).

„Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen, und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten“ (Joh 15, 4 - 7).

GEBET

Gott, dein eingeborener Sohn Jesus Christus hat aus der Jungfrau Maria Fleisch angenommen und ist Mensch geworden, den Menschen im Äußeren gleichförmig; lass mich nun, ich bitte dich, durch ihn innerlich umgestaltet werden, sodass Jesus in mir und durch mich Mensch werde. Amen.

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Stufe 31

 



Jesus sprach zu den Aposteln (Mk 16, 15f): „Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.“ – „Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28, 19f).

MEIN TAUFGELÜBDE

In der Taufe wurde ich zum ersten Mal in die allerheiligste Dreifaltigkeit hineingenommen. Durch ein feierliches Gelöbnis habe ich mich bei der ersten heiligen Kommunion der Dreieinigkeit geweiht. Habe ich das ernst genommen? – Ich gehöre dem dreifaltigen Gott. Ein Schritt Gott näher zu kommen: Ich bestätige diese totale Abhängigkeit durch den bewussten Vollzug meiner Hingabe an Jesus durch Maria. Meine himmlische Mutter wird mir dann helfen, in Zukunft mein Taufgelübde treuer zu erfüllen.

EINFACH ZUM ÜBERLEGEN

Nach Worten Ludwigs von Montfort Über die wahre Andacht zu Maria (126 - 133)

Die Totalhingabe ist eine vollkommene Erneuerung der Taufgelübde

Ich habe bereits erwähnt, dass man diese Hingabe auch gut als vollkommene Erneuerung der Taufgelübde bezeichnen kann.

Jeder Christ war vor seiner Taufe Sklave der Dämonen. In der Taufe hat er entweder durch seinen eigenen Mund oder durch den Mund der Paten dem Satan, seiner Pracht und seinen Werken feierlich widersagt und hat sich Jesus Christus, seinem Herrn und höchsten Gebieter ergeben. Das Gleiche tun wir nun auch durch die Hingabe, von der die Rede ist. Wie es im Weihegebet heißt, widersagen wir dem Satan, der Welt, der Sünde und uns selbst und schenken uns durch die Hände Mariens ganz dem göttlichen Herrn. Ja, wir tun sogar noch mehr, denn bei der Taufe spricht man ja meist nur durch den Mund eines anderen, nämlich des Paten, man schenkt sich Jesus Christus nur durch einen Stellvertreter. Diese Hingabe aber vollziehen wir selbst, aus freiem Willen und in klarer Erkenntnis.

Bei der heiligen Taufe schenkt man sich dem Herrn nicht durch die Hände Mariens, wenigstens nicht ausdrücklich. Man schenkt Christus nicht den Wert all seiner guten Werke; man bleibt auch nach der Taufe völlig frei, diese zuzuwenden, wem man will, oder sie für sich selbst zu behalten. Aber durch diese Hingabe schenken wir uns dem Herrn ausdrücklich durch die Hände Mariens und übergeben ihm den Wert all unserer guten Werke.

Nach dem heiligen Thomas geloben die Menschen bei der Taufe, dem Satan und seiner Pracht zu widersagen. Und der heilige Augustinus erklärt, dass dieses Gelübde das größte sei und absolut unerlässlich. Die Lehrer des kirchlichen Rechtes sagen: „Das erste und entscheidende Gelöbnis, das wir ablegen, ist das Taufgelübde.“ Brechen nicht fast alle Christen die Treue, die sie Jesus Christus bei ihrer Taufe gelobt haben? Schuld an dem allgemeinen religiösen Tiefstand ist doch nur die Tatsache, dass man im Leben die Versprechen und Gelöbnisse der heiligen Taufe vergisst und dass fast niemand das Bündnis, das er mit Gott durch seine Taufpaten geschlossen hat, auch persönlich bestätigt.

Die Kirchenversammlung von Sens, die Ludwig der Fromme zur Abstellung der großen Übelstände unter den Christen einberufen hatte, erblickte die Hauptursache dieser Sitten Verderbnis darin, dass man im Leben die heiligen Taufgelübde vergisst und sich ihrer nicht mehr bewusst ist. Sie fand kein besseres Mittel, um einem so großen Übel zu begegnen, als die Christen zur Erneuerung ihrer heiligen Taufgelübde anzuhalten.

Der Katechismus des Konzils von Trient, der die Erkenntnisse dieser heiligen Versammlung getreu wiedergibt, ermahnt der Pfarrer, das gleiche zu tun. Sie sollen ihre Gemeinden dazu bringen, sich gläubigen Herzens darauf zu besinnen, dass sie auf immer an Christus gebunden und ihm als ihrem Herrn und Erlöser geweiht und zu eigen sind. Die Worte lauten: „Der Pfarrer soll die Gläubigen durch Belehrung zur Erkenntnis bringen, wie angemessen es ist,… dass wir uns selbst unserem Erlöser und Herrn auf immer schenken und weihen.“

Die Konzilien, die Kirchenväter und auch die Erfahrung bezeichnen also das Wiederbesinnen auf die Taufverpflichtungen und die Erneuerung der Taufgelübde als das beste Mittel, um den religiösen Verfall unter den Christen aufzuhalten. Liegt da nicht nahe, dies auf eine vollkommene Weise zu tun, indem wir uns dem Herrn durch die Hände seiner heiligsten Mutter weihen? Ich betone „auf eine vollkommene Weise“, weil man nur durch Maria sich Jesus Christus auf „vollkommene Weise“ weihen kann.

Man kann nicht einwenden, diese Hingabe sei etwas Neues oder Überflüssiges. Sie ist nicht neu, denn die Konzilien, die Kirchenväter und viele andere ältere und neue Schriftsteller erwähnen diese Weihe an den Herrn und bezeichnen die Erneuerung der Taufgelübde als etwas, das von altersher geübt wurde und allen Christen zu empfehlen ist. Und sie ist nicht überflüssig, denn die Hauptquelle des religiösen Verfalls und daher auch der sittlichen Verderbnis der Christen liegt in dem Vergessen und in der Gleichgültigkeit gegenüber diesem Brauch.

Mancher wird vielleicht Folgendes einwenden: Wenn wir dem Herrn durch die Hände Mariens den Wert all unserer guten Werke, unserer Gebete, Abtötungen und Almosen schenken, dann nimmt uns diese Hingabe die Möglichkeit, den Seelen unserer Verwandten, Freunde und Wohltäter zu helfen.

Darauf entgegne ich zunächst: Ist es anzunehmen, dass unsere Freunde, Verwandten oder Wohltäter dadurch eine Einbuße erleiden, dass wir uns rückhaltlos dem Dienst des Herrn und seiner heiligsten Mutter hingeben und geweiht haben? Das hieße doch wohl, der Macht und Güte Jesu und Mariens Unrecht tun; sie werden unseren Verwandten, Freunden und Wohltätern schon zu helfen wissen, entweder aus dem Wenigen, was wir an geistlichen Gütern besitzen, oder auf andere Weise.

Zweitens aber hindert uns diese Hingabe durchaus nicht, für andere zu beten, seien es Lebende oder Verstorbene. Nur die Zuwendung unserer guten Werke untersteht dem Willen Mariens; und gerade darum werden wir mit noch größerem Vertrauen beten. So wird zum Beispiel eine reicher Mann, der sein ganzes Vermögen einem großen Fürsten geschenkt hat, den er ehren will, diesen Fürsten mit um so größerem Vertrauen bitten, einen Freund zu unterstützen, der ihn um Hilfe ersucht hat. Ja, damit würde er dem Fürsten sogar eine Freude machen, da er ihm Gelegenheit gibt, seine Dankbarkeit gegenüber einem Manne zu beweisen, der sich entäußert hat, um ihn zu bereichern, der sich arm gemacht hat, um ihn zu ehren. Das Gleiche müssen wir dem Herrn und von der Mutter Gottes sagen: Sie werden sich niemals an Dankbarkeit übertreffen lassen.

Ein anderer wendet vielleicht ein: Wenn ich der Gottesmutter den gesamten Wert meiner Werke übergebe, damit sie ihn zuwendet, wem sie will, dann werde ich vielleicht lange im Läuterungsprozess nach dem Tod leiden müssen.

Dieser Einwand entstammt der Eigenliebe und der Unkenntnis von Gottes und Mariens Freigebigkeit und widerlegt sich selbst. Sollte eine glühende und großherzige Seele, die Gottes Sache höher stellt als ihre eigene, die Gott rückhaltlos alles schenkt, was sie hat, die gar nicht mehr tun könnte und ganz aufgeht in der Verherrlichung Jesu und in der Sorge für das Kommen seines Reiches durch Maria, die sich dafür ganz hinopfert – ich frage, sollte eine so hochherzige und freigebige Seele etwa in der anderen Welt bestraft werden, weil sie freigebiger und selbstloser war als die anderen? Nie und nimmer! Wir werden noch sehen, wie freigebig sich der Herr und seine heiligste Mutter gerade gegenüber solchen Seelen zeigen in dieser Welt und in der anderen, in der Ordnung der Natur, der Gnade und der Glorie.

WORTE DER HEILIGEN SCHRIFT

„Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus als Gewand angelegt“ (Gal 3, 27).

„Wisst ihr denn nicht, dass wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind? Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod; und wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir als neue Menschen leben. Wenn wir nämlich ihm gleich geworden sind in seinem Tod, dann werden wir mit ihm auch in seiner Auferstehung vereinigt sein. Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde und wir nicht Sklaven der Sünde bleiben. Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde. Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden. Wir wissen, dass Christus, von den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod hat keine Macht mehr über ihn. Denn durch sein Sterben ist er ein für allemal gestorben für die Sünde, sein Leben aber lebt er für Gott. So sollt auch ihr euch als Menschen begreifen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus. Daher soll die Sünde euren sterblichen Leib nicht mehr beherrschen, und seinen Begierden sollt ihr nicht gehorchen“ (Röm 6, 3 - 12).

„Diese waren einst ungehorsam, als Gott in den Tagen Noachs geduldig wartete, während die Arche gebaut wurde; in ihr wurden nur wenige, nämlich acht Menschen, durch das Wasser gerettet. Dem entspricht die Taufe, die jetzt euch rettet. Sie dient nicht dazu, den Körper von Schmutz zu reinigen, sondern sie ist eine Bitte an Gott um ein reines Gewissen aufgrund der Auferstehung Jesu Christi“ (1 Petr 3, 20f).

GEBET

Allmächtiger, ewiger Gott, lass mich deine Gegenwart in den Geheimnissen deiner großen Liebe, beim Empfang der Sakramente, verspüren. Sende aus deinen Heiligen Geist, damit allüberall durch das Wasser der Taufe die Welt erneuert werde. Und was ich in meiner Schwachheit und Niedrigkeit jetzt durchführen soll, das erfülle mit deiner wirksamen Kraft. Amen.

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Stufe 30

 



„Liebe Brüder, wir wollen einander lieben; denn die Liebe ist aus Gott, und jeder, der liebt, stammt von Gott und erkennt Gott. Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist die Liebe. Die Liebe Gottes wurde unter uns dadurch offenbart, dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben. Nicht darin besteht die Liebe, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat“ (1 Joh 4, 7 - 10). – „Seht, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns geschenkt hat: Wir heißen Kinder Gottes, und wir sind es. Die Welt erkennt uns nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat“ (1 Joh 3, 1).

MEINE ANTWORT AUF DIE LIEBE CHRISTI

Um Christus meine Antwort der Liebe zu bezeigen, muss ich ihn zunächst immer besser zu erkennen suchen. Das geschieht durch gläubiges Lesen der Heiligen Schrift und aufmerksame Betrachtung der göttlichen Geheimnisse. Auch hier ist Maria Vorbild, denn das Evangelium berichtet von ihr: „Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach“ (Lk 2, 19).

EINFACH ZUM ÜBERLEGEN

Nach Worten Ludwigs von Montfort
Die Liebe zur ewigen Weisheit
(8; 3lf; 35f; 38)

Um die göttliche Weisheit zu lieben,
müssen wir sie kennen


Kann man lieben, was man nicht kennt? Kann man glühend lieben, was man nur ungenügend kennt? Warum lieben wir die menschgewordene ewige Weisheit so wenig? Doch nur, weil wir ihn nicht kennen oder zu wenig kennen!

Es gibt kaum einen Menschen, der sich mit dem Apostel Paulus in die überragende Kenntnis über Jesus (Eph 3, 19) so vertiefte, wie es sich gebührt; und dabei ist diese Kenntnis von allen Erkenntnissen im Himmel und auf Erden die edelste, die angenehmste, die nützlichste und die notwendigste.

Die ewige Weisheit begann außerhalb Gottes zu erstrahlen, als sie nach einer ganzen Ewigkeit, Licht, Himmel und Erde schuf. Der Evangelist Johannes sagt uns, dass „alles durch das Wort geschaffen wurde“, das heißt, durch die ewige Weisheit…

Die ewige Weisheit hat nicht nur alles geschaffen; sie wohnt auch allen Dingen inne, sie „umschließt, erhält und erneuert sie“. Sie, die zugleich Schönheit und erhabenste Einfachheit ist, hat nach Erschaffung der Welt die herrliche Ordnung festgesetzt, die wir darin finden…

So großartig die Macht und die Anmut der ewigen Weisheit sich in der Erschaffung, der Schönheit und Ordnung des Weltalls offenbaren, so erstrahlte sie noch viel herrlicher in der Erschaffung des Menschen, denn dieser ist ihr wunderbares Meisterwerk. Er ist das lebende Abbild ihrer Schönheit und Vollkommenheit, das erhabene Gefäß ihrer Gnaden und der wunderbare Schrein ihrer Reichtümer…

Sie hat sozusagen leuchtende Abbilder ihres eigenen Verstandes, ihres Gedächtnisses und ihres Willens geschaffen und sie der Seele des Menschen verliehen; er sollte das lebendige Ebenbild Gottes sein. Sie entfachte in seinem Herzen den Brand der reinen Gottesliebe; sie schuf ihm seinen Leib von strahlend lichter Schönheit. Alle die mannigfachen Reize der Engelwelt, der belebten Welt und der übrigen Schöpfung hat sie im Menschen zusammengefasst.

Alles im Menschen war schattenlose Helle, unentstellte Schönheit, fleckenlose Reinheit, ungestörte Ordnung ohne Fehl und Makel. Sein Geist nahm teil am Lichte der ewigen Weisheit; durch sie besaß er die vollkommene Erkenntnis des Schöpfers und der Geschöpfe. In seiner Seele hatte er die Gnade Gottes, die ihn in der Unschuld bewahrte und ihn wohlgefällig machte in den Augen des Allerhöchsten. In seinem Leibe besaß er die Unsterblichkeit. In seinem Herzen aber trug er die reine Gottesliebe, frei von aller Todesfurcht; so war er in der Lage, Gott stetig, unausgesetzt und uneigennützig um seiner selbst willen zu lieben. Ja, der Mensch war so vergöttlicht, hineingenommen in Gott; dabei hatte er keine Leidenschaft zu besiegen und keinen Feind zu bekämpfen.

Über die wahre Andacht zu Maria (61 - 62)

Jesus Christus ist das letzte Ziel aller Marienverehrung


Unser Erlöser Jesus Christus, wahrer Gott, und wahrer Mensch, muss das Endziel aller unserer Andachtsübungen sein; sonst wären sie falsch und irreführend. Jesus Christus ist Alpha und Omega, Anfang und Ende aller Dinge. Unsere ganze Arbeit besteht nach dem Apostelwort darin, alle Menschen in Jesus Christus vollkommen zu machen. In Ihm allein wohnt die ganze Fülle der Gottheit und jede Fülle der Gnade, Tugend und Vollkommenheit; in ihm allein haben wir alle geistlichen Segnungen empfangen. Er ist der einzige Lehrer, von dem wir lernen dürfen, der einzige Herr, dem wir angehören, das einzige Haupt, dem wir geeint sein müssen, das einzige Vorbild, dem wir nachstreben müssen, der einzige Arzt, der uns heilen soll, der einzige Weg, auf dem wir wandeln dürfen, die einzige Wahrheit, die wir glauben dürfen, das einzige Leben, das uns beseelen muss, und unser ein und alles in allen Dingen. Er allein genügt. Unter dem Himmel ist uns kein anderer Name gegeben, in dem wir das Heil finden können, als der Name Jesu. Gott hat unserem Heil, unserer Vollkommenheit und unserer ewigen Seligkeit keine andere Grundlage gegeben als Jesus Christus: Jedes Gebäude, das nicht auf diesem Grundstein ruht, ist auf Flugsand gebaut und wird unfehlbar früher oder später einstürzen. Jeder Gläubige, der nicht mit ihm vereint ist wie die Rebe mit dem Weinstock, wird abfallen, verdorren und zu nichts anderem taugen, als ins Feuer geworfen zu werden. Wenn wir in Jesus Christus sind und Jesus Christus in uns, dann haben wir keine Verdammnis zu fürchten; nicht die Engel des Himmels, nicht die Menschen der Erde, nicht die Dämonen der Hölle noch irgendein Geschöpf kann uns scheiden von der Liebe Gottes, die da ist in Jesus Christus. Durch ihn, mit ihm und in ihm vermögen wir alles; wir können dem Vater in der Einheit des Heilgen Geistes jede Ehre und Verherrlichung erweisen; wir können selbst vollkommen werden und unserem Nächsten ein Wohlgeruch des ewigen Lebens sein.

Wenn wir also die wahre Marienverehrung zeigen, dann tun wir das nur, um die Verehrung Jesu Christi um so vollkommener zu gestalten; wir wollen nur einen leichten und sicheren Weg zu Jesus Christus weisen. Würde die Marienverehrung die Seele von Christus entfernen, dann müsste man sie als Blendwerk Satans verwerfen; aber wie ich schon gezeigt habe und noch ausführlicher zeigen werde, ist genau das Gegenteil der Fall: Wir brauchen gerade diese Verehrung, um Jesus Christus ganz zu finden, ihn innig zu lieben und ihm treu zu dienen.

WORTE DER HEILIGEN SCHRIFT

„So sollen wir alle zur Einheit im Glauben und in der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, damit wir zum vollkommenen Menschen werden und Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen“ (Eph 4, 13).

„Daher beuge ich meine Knie vor dem Vater, nach dessen Namen jedes Geschlecht im Himmel und auf der Erde benannt wird, und bitte, er möge euch aufgrund des Reichtums seiner Herrlichkeit schenken, dass ihr in eurem Innern durch seinen Geist an Kraft und Stärke zunehmt. Durch den Glauben wohne Christus in eurem Herzen. In der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet, sollt ihr zusammen mit allen Heiligen dazu fähig sein, die Länge und Breite, die Höhe und Tiefe zu ermessen und die Liebe Christi zu verstehen, die alle Erkenntnis übersteigt. So werdet ihr mehr und mehr von der Fülle Gottes erfüllt“ (Eph 3, 14 - 19).

„Dadurch sollen sie getröstet werden; sie sollen in Liebe zusammenhalten, um die tiefe und reiche Einsicht zu erlangen und das göttliche Geheimnis zu erkennen, das Christus ist. In ihm sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen“ (Kol 2, 2f).

GEBET

Gott, du hast deinen eingeborenen Sohn den Magiern aus dem Osten durch den führenden Stern finden lassen: Gewähre gnädig, dass auch ich, der dich schon aus dem Glauben erkannt hat, zur Anschauung deines erhabenen Glanzes durch den Stern des Meeres, Maria, geführt werde, Amen.

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Stufe 29

 



Jesus sprach (Joh 6, 56): „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm.“ – Und von der Mutter Jesu sagt die Schrift (Lk 2,7): „Und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war!“

GOTT WILL IN MIR LEBEN

Die Geschenke der Liebe, die Jesus uns vor seinem Tod gegeben hat, sind: Das heilige Abendmahl und seine Mutter. In der heiligen Kommunion empfangen wir den Leib, den Jesus aus Maria erhalten hat. Darum kann niemals ein Gegensatz zwischen wahrer Marienverehrung und eucharistischer Frömmigkeit bestehen.

EINFACH ZUM ÜBERLEGEN

Nach Worten Ludwigs von Montfort
Über die wahre Andacht zu Maria (269 - 272)

Gemeinschaft mit Gott
in der heiligen Kommunion


Dann sprich zum Heiligen Geist: „Herr, ich bin nicht würdig.“ Sage ihm, dass du nicht wert bist, das Meisterwerk seiner Liebe zu empfangen, weil alles, was du tust, lau und irgendwie verdorben sei, und weil du seinen Einsprechungen widerstanden hättest. Doch du setztest dein ganzes Vertrauen auf Maria, seine gläubig-treue Braut. Und sprich mit dem heiligen Bernhard: „Sie ist meine größte Zuversicht; sie ist die ganze Grundlage meiner Hoffnung.“ Du darfst den Heiligen Geist sogar bitten, wieder über seine unzertrennliche Braut Maria herabzukommen, ihr Schoß sei so rein und ihr Herz so brennend vor Liebe wie nur je zuvor. Ohne seine Herabkunft in deine Seele würden weder Jesus noch Maria darin gebildet, noch würdig aufgenommen werden.

Nach der heiligen Kommunion sammle dich innerlich, schließe die Augen und führe Jesus in das Herz Mariens. Gib ihn seiner Mutter. Sie wird ihn voller Liebe empfangen, ihm einen würdigen Platz einräumen, ihn voll Ehrfurcht anbeten, ihn in Vollkommenheit lieben, ihn innig umarmen und ihm im Geist und in der Wahrheit noch viele Dienste erweisen, von denen wir bei der Finsternis unseres Geistes nichts wissen…

Du kannst auch selbst, in Vereinigung mit Maria, Jesus bitten, dass durch seine heilige Mutter sein Reich auf Erden komme. Du kannst ihn bitten um die göttliche Weisheit oder Liebe, um Verzeihung für deine Sünden oder um irgendeine andere Gnade, aber stets durch Maria und in Maria. Sage mit einem Seitenblick auf dich selbst: „Herr, sieh nicht auf meine Sünden“, sondern, „deine Augen sehen, was recht ist“ in Maria, lass deine Augen in mir nur die Tugenden und Verdienste Mariens sehen. Dann gedenke deiner Sünden und füge hinzu: „Das hat ein Feind getan“: Ich habe diese Sünden begangen, der ich selbst der ärgste Feind bin, den ich zu bekämpfen habe. Oder auch: „Rette mich vor bösen und tückischen Menschen“, der ich selbst einer bin. Oder: „Jener muss wachsen, ich aber geringer werden.“ Mein Jesus, du musst wachsen in mir, und ich muss kleiner werden: „Wachset und mehret euch!“ Jesus und Maria, wachset in mir und auch in den Seelen der anderen!

WORTE DER HEILIGEN SCHRIFT

„Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen“ (Mt 11, 28).

„Und er sagte zu ihnen: Ich habe mich sehr danach gesehnt, vor meinem Leiden dieses Paschamahl mit euch zu essen“ (Lk 22, 15).

„Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, für das Leben der Welt.“ (Joh 6, 51).

„Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die Väter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit“ (Joh 6, 57f).

„Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe: Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis! Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn“ (1 Kor 11,23 - 27).

GEBET

Mein Herr und mein Gott, ich bitte dich, lass vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang das reine Sühneopfer Jesu würdevoll erneuert werden. Du hast mir in diesem wunderbaren Abendmahl das Gedächtnis deines leidenden Sohnes geschenkt; hilf mir, die heiligen Geheimnisse Jesu Leibes und Blutes so zu verehren, dass ich auch am himmlischen Mahl teilnehmen darf. Amen.

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Stufe 28

 



Jesus „liebte die Seinen in der Welt, und er erwies ihnen seine Liebe bis zur Vollendung“ (Joh 13, 1). Die Vollendung des irdischen Lebens war für Jesus das Kreuz. „Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte“ (Joh 19, 26), sagte er schließlich zu dem Jünger: „Siehe, deine Mutter“ (V. 27); und dies unmittelbar vor der Feststellung (V. 28): „Weil Jesus wusste, dass nun alles vollbracht war.“

DIE LIEBE CHRISTI

Ist es immer so, dass Jesus den Jünger, den er liebt, bei seiner Mutter findet? Und das unter dem Kreuz! –Ein alter Spruch formuliert: „Ohne Liebe ist das Kreuz so schwer, ohne Kreuz ist die Liebe so leer.“ – Gott ist nicht Mensch geworden um das Leid hinwegzunehmen, sondern um es selbst auf sich zu nehmen und zu tragen. Das Leid muss einen Sinn haben!

EINFACH ZUM ÜBERLEGEN

Nach Worten Ludwigs von Montfort
Die Liebe zur ewigen Weisheit
(154; 158f; 161ff; 167f; 172f)

Die Leiden der ewigen Weisheit aus Liebe zu uns

Viele Gründe bestehen für uns, Jesus Christus, die menschgewordene Weisheit, zu lieben; aber der stärkste Beweggrund liegt nach meiner Meinung in den Leiden, die er für uns erduldet hat, um uns seine Liebe zu beweisen…

Christi Leiden bezog sich zunächst auf zeitliche Güter. Abgesehen von der Armut, die bei seiner Geburt, seiner Flucht nach Ägypten und das ganze Leben lang sein Los war, wurden ihm bei seinem bitteren Leiden sogar noch seine Kleider genommen.

Er litt sodann an seiner Ehre und seinem Ruf; denn er wurde mit Schmähungen überhäuft. Man hieß ihn einen Gotteslästerer, Aufwiegler und Besessenen.

Er litt in seiner Weisheit; denn er wurde als Nichtwisser und als Schwindler angesehen und wie ein Narr behandelt. Er litt an seiner Macht; denn man hielt ihn für einen Zauberer und Magier, der durch einen Bund mit dem Teufel falsche Wunder wirke.

Einer von seinen Jüngern verkaufte und verriet ihn, der erste unter ihnen verleugnete ihn, die anderen verließen ihn.

Unser geliebter Retter litt an allen Gliedern seines Leibes; sein Haupt wurde mit Dornen gekrönt, Haar und Bart ihm ausgerissen, seine Wangen geschlagen, sein Angesicht bespieen, Nacken und Arme mit Stricken gefesselt, Schultern und Rücken gebeugt unter der Last des Kreuzes, Hände und Füße von Nägeln durchbohrt, sein Herz mit einer Lanze geöffnet und sein ganzer Leib von Geißelhieben zerrissen. ..

Seine heilige Seele wurde gemartert von den Sünden aller Menschen; er musste sie erkennen als Beleidigungen seines geliebten Vaters und als Quelle des Verderbens für viele, die trotz seines bitteren Leidens der Verdammnis anheim fallen würden…

Aus all dem müssen wir mit den Kirchenvätern und dem heiligen Thomas schließen, dass unser guter Jesus mehr gelitten hat als alle Märtyrer zusammen, einschließlich jener, die bis zum Ende der Zeiten noch kommen werden…

Der Triumph der ewigen Weisheit im Kreuz und durch das Kreuz

Und damit stehen wir vor dem größten „Geheimnis des Königs“ (Tob 12, 7), nämlich vor seinem Kreuz.

Wie sind doch die Gedanken und Wege der ewigen Weisheit entfernt und verschieden von jenen selbst der weisesten Menschen (Jes 55, 8). Gott will die Welt erlösen, die Dämonen verbannen und fesseln, den Menschen den Himmel öffnen und dem ewigen Vater unendliche Ehre erweisen. Eine große Aufgabe…

Aber diese Macht ordnet sich ganz der Liebe unter. Sie will Mensch werden, um den Menschen ihre Liebe zu beweisen; sie will selbst auf die Erde herabsteigen, damit er zum Himmel emporsteige. Was sollte man nun denn erwarten? Doch wohl, dass die Weisheit in Glanz und Herrlichkeit erscheine, begleitet von Millionen und aber Millionen von Engeln oder wenigstens von Millionen erwählter Menschen; dass sie ihre Feinde durch den Glanz ihrer Majestät besiege und die Herzen der Menschen durch ihre Erhabenheit und Reichtümer gewinne?

Weit gefehlt; die ewige Weisheit wirft vielmehr ihren Blick auf ein Ding, das den Juden ein Ärgernis und den Heiden eine Torheit ist (1 Kor 1, 23), auf ein verächtliches Stück Holz, die Strafe der ärgsten Verbrecher, die Schmach der Unglücklichsten; auf einen Galgen, auf ein Kreuz. Auf dieses Kreuz blickt sie und erwählt es vor all dem, was glänzend und erhaben ist im Himmel und auf Erden; das Kreuz soll das Werkzeug ihrer Eroberungen und der Schmuck ihrer Majestät sein. Wie sind doch Gottes Pläne und Gedanken erhaben und unfasslich (Röm 11, 33)…

Und glaubt ja nicht, Jesus habe sich nach seinem Tode vom Kreuz getrennt und es verworfen, um einen glorreichen Triumph feiern zu können. Keineswegs… Das Band zwischen Jesus und dem Kreuz ist unlösbar, die Verbindung ewig.

Niemals das Kreuz ohne Jesus, noch Jesus ohne Kreuz

Durch seinen Tod hat er die Schmach des Kreuzes so verherrlicht…, dass es Engeln und Menschen verehrungswürdig geworden ist. Bei seiner zweiten Ankunft wird dieses Kreuz ihm auf einer strahlenden Wolke vorangehen, und mit dem Kreuz und durch das Kreuz wird er die Welt richten…

So erwartet die ewige Weisheit nun den großen Tag ihres Triumphes beim Letzten Gericht; bis dahin will sie, dass das Kreuz das Kennzeichen, das Mal und die Waffe all ihrer Erwählten sei.

Sie nimmt kein Kind an, das nicht dieses Zeichen trägt; sie nimmt keinen Jünger an, der es nicht auf der Stirn trägt, ohne zu erröten; der es nicht auf dem Herzen trägt, ohne zurückzuschrecken, und auf den Schultern, ohne es nachzuschleppen oder abzuwerfen. Denn Jesus sagte (Mt 16, 24): „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach…“

WORTE DER HEILIGEN SCHRIFT

„Die Liebe Gottes wurde unter uns dadurch offenbart, dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben. Nicht darin besteht die Liebe, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat“ (1 Joh 4, 9f).

„Er hat den Schuldschein, der gegen uns sprach, durchgestrichen und seine Forderungen, die uns anklagten, aufgehoben. Er hat ihn dadurch getilgt, dass er ihn an das Kreuz geheftet hat“ (Kol 2, 14).

„Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt“ (Joh 13, 34f).

„Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten. Und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll“ (Joh 14, 15f).

„Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe“ (Joh 15, 9).

GEBET

Gott, du hast deinen Sohn zum Erlöser der Welt bestellt und mir durch Jesu Sieg über den Tod erbarmungsvoll das göttliche Leben geschenkt und wiederholt erneuert; verleihe mir, dass ich im Gedenken an diese Wohltaten dir in ewiger Liebe verbunden bleibe. Amen.

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Stufe 27

 



Da Gott die Erlösung der Welt vollenden wollte, „sandte er, als die Zeit erfüllt war, seinen Sohn, geboren von einer Frau… damit wir die Sohnschaft erlangen“ (Gal 4, 4f).

GOTT LIEBT MICH

Die Liebe Gottes ist sichtbar erschienen in Jesus Christus. – Auch in mir! Wer vermag dieses Geheimnis zu erfassen? – Deshalb schreibt der Apostel (Eph 3, 17ff): „Durch den Glauben wohne Christus in eurem Herzen. In der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet, sollt ihr zusammen mit allen Heiligen dazu fähig sein, die Länge und Breite, die Höhe und Tiefe zu ermessen und die Liebe Christi zu verstehen, die alle Erkenntnis übersteigt. So werdet ihr mehr und mehr von der ganzen Fülle Gottes erfüllt.“

EINFACH ZUM ÜBERLEGEN

Nach Worten Ludwigs von Montfort
Das Geheimnis Mariens (53 - 63)

Die Früchte der Totalhingabe –
ein Lebensprogramm und seine Bedeutung


Die Erfahrung wird dich unendlich viel mehr lehren, als ich dir sagen kann; und wenn du das Wenige, das ich dich gelehrt habe, treu erfüllst, dann wirst du in dieser praktischen Übung der Totalhingabe so viele Reichtümer und Gnaden finden, dass du staunst; und deine Seele wird von Jubel ganz erfüllt sein .,.

So wollen wir uns Mühe geben und so handeln, dass durch die treue Übung dieser Hingabe, der Geist Mariens in uns den Herrn lobpreise, der Geist Mariens in uns frohlocke in Gott, unserem Retter; dieser Gedanke stammt vom heiligen Ambrosius. Und wir dürfen nicht glauben, es sei herrlicher und beglückender, im Schoß Abrahams zu wohnen, wie das Paradies genannt wird (Lk 16, 22f), als im Schöße Mariens. Denn in ihr hat der Herr seinen Thron aufgeschlagen, wie der fromme Abt Guerrikus sagt.

Diese gläubige religiöse Übung bringt eine Fülle von herrlichen Wirkungen in der Seele hervor, wenn man sie treu übt. Ihre wesentlichste Wirkung jedoch ist, schon auf Erden das Leben Mariens in der Seele entspringen zu lassen, so dass nicht mehr die Seele lebt, sondern Maria in ihr (Angleichung an Gal 2, 20); denn die Seele Mariens wird sozusagen ihre Seele. Wenn nun durch eine unaussprechliche, aber durchaus wirkliche Gnade die erhabene Gottesmutter in einer Seele als Gebieterin herrscht, welche Wunder wirkt sie dann darin! Ihr ist es ja gegeben, große Wunder zu wirken, besonders innerlicher Art. So wirkt sie im verborgenen; nicht einmal die Seele selbst weiß darum, denn sie würde durch ihre Kenntnis die Schönheit der Werke Mariens zerstören.

Maria ist immer und überall die fruchtbare Jungfrau. Darum bringt sie jeder Seele, in der sie herrscht, die Reinheit des Herzens und des Leibes, die Reinheit der Absichten und Pläne, die Fruchtbarkeit an guten Werken. Glaube nicht, dass Maria, das fruchtbarste aller bloßen Geschöpfe, das den Gottmenschen hervorgebracht hat, in einer treuen Seele müßig bliebe. Sie bringt sie unaufhörlich zum Leben in Jesus Christus und Jesus Christus in ihr. Wie der heilige Paulus kann sie von sich sagen (Gal 4, 19): „Meine Kinder, für die ich von neuem Geburtswehen erleide, bis Christus in euch Gestalt annimmt“. Jesus Christus ist die Frucht Mariens, in jeder einzelnen Seele genauso wie für die ganze Welt im allgemeinen. Aber besonders in der Seele, in der Maria wohnt, ist Jesus Christus ihre Frucht und ihr Meisterwerk.

Schließlich wird Maria das ein und alles dieser Seele bei Jesus Christus: Sie erleuchtet den Geist mit ihrem reinen Glauben; sie vertieft das Herz durch die Liebe. Durch ihre Reinheit läutert sie es; sie adelt es und macht es groß durch ihre Mutterschaft. Aber wozu halte ich mich auf? Nur die Erfahrung kann diese Wunder Mariens lehren, Wunder, die den Gelehrten und Stolzen, aber auch den meisten Frommen kaum glaublich erscheinen.

Durch Maria ist Gott zum ersten Mal in die Welt gekommen, in Niedrigkeit und Selbstentäußerung. Ist es daher nicht anzunehmen, dass Gott auch bei seiner Wiederkunft, die die ganze Kirche erwartet, durch Maria kommen wird, um über alles zu herrschen und die Lebendigen und die Toten zu richten? Wie das sein wird und wann das sein wird, wer kann es wissen?

Das aber weiß ich, dass Gott, dessen Gedanken die unsrigen überragen wie der Himmel die Erde (Jes 55, 8f), zu einer Zeit und auf eine Weise kommen wird, auf die die Menschen am wenigsten gefasst sind. Nicht einmal jene, die am meisten belesen und bewandert sind in der Heiligen Schrift, die übrigens in diesem Punkt recht dunkel ist, ahnen etwas davon.

Gegen das Ende der Zeiten – vielleicht sogar früher als man meint – wird Gott voraussichtlich große Heilige erwecken, die erfüllt sind vom Heiligen Geist und vom Geiste Mariens. Durch sie wird die himmlische Gebieterin große Wunder wirken in der Welt. Sie wird die Sünder vernichten und das Recht ihres Sohnes Jesus Christus über den Trümmern des Reiches der verderbten Welt aufrichten. Und diese heiligen Menschen werden all das durch diese Verehrung der allerseligsten Jungfrau Maria vollbringen. Leider ist infolge meiner Unzulänglichkeit diese meine Darlegung unvollständig und wird der Größe der Sache nicht gerecht.

Außer der inneren Übung dieser Verehrung, von der wir eben gesprochen haben, gibt es auch äußere Übungen, die man nicht unterlassen oder vernachlässigen darf.

Die Erste besteht darin, dass man sich an einem besonderen Festtag Jesus Christus durch die Hände Mariens schenkt, indem man sich ihr gänzlich hingibt. In dieser Meinung empfängt man dann auch die heilige Kommunion an diesem Tag und verbringt ihn im Gebet. Die Weihe soll man jedes Jahr mindestens einmal erneuern.

Die zweite Übung besteht darin, jedes Jahr am Weihetag der Gottesmutter zum Beweis der Ergebenheit und Abhängigkeit ein kleines Opfer zu bringen. Dieses Opfer kann in einer Abtötung bestehen, einem Almosen, einer Wallfahrt oder irgendwelchen Gebeten… aber wenn man Maria auch nicht viel schenkt, so muss man wenigstens, was man ihr gibt, mit demütigem und dankbarem Herzen darbringen.

Die dritte Übung besteht darin, alljährlich das Fest der Ankündigung des Herrn mit besonderer Andacht zu feiern. Dies ist das Hochfest dieser Marienverehrung, durch die wir jene Abhängigkeit ehren und nachahmen wollen, in die das ewige Wort sich an diesem Tag aus Liebe zu uns begeben hat…

WORTE DER HEILIGEN SCHRIFT

„Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt; darum habe ich dir so lange die Treue bewahrt“ (Jer 31, 3).

„Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat“ (Joh 3, 16).

„Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit“ (Joh 1, 14).

„Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir. Soweit ich aber jetzt noch in dieser Welt lebe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat“ (Gal 2, 20).

GEBET

Herr, lass mich die Menschwerdung Christi, deines Sohnes, immer besser verstehen und darnach leben; gieße meinem Geist deine Gnade eine, damit ich durch Jesu Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung gelange. Amen.

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Gebete

 



Ludwig von Montfort nennt den letzten Abschnitt:
die dritte Woche.

Er schreibt darüber in

Die wahre Andacht zu Maria:
„Die dritte Woche sollen sie dazu verwenden, Jesus Christus zu erkennen. Sie können lesen und betrachten, was wir über Jesus Christus gesagt haben, und das Gebet des heiligen Augustinus beten. Als Gebetsimpulse für diese Woche eignen sich: ,Lass mich dich erkennen, Herr!’ oder ,Herr, dass ich sehe, wer du bist!’ Wie in den vorhergehenden Wochen sollen sie die Litanei zum Heiligen Geist beten, sowie ,Meerstern, sei gegrüßet’ und die Litanei zum heiligen Namen Jesu hinzufügen.“

GEBET DES HEILIGEN AUGUSTINUS
„Du bist Christus, mein heiliger Vater, mein treuer Gott, mein erhabener König, mein guter Hirt, mein einzigartiger Lehrer, mein bester Helfer, mein herrlichster Freund, mein lebenspendendes Brot. Du bist mein Hoher Priester in Ewigkeit, mein führender Wegbegleiter zur ewigen Heimat, mein wahres Licht, meine heilige Sehnsucht, du bist für mich der gerade Weg, die leuchtende Weisheit, die lautere Einfachheit, die friedvolle Eintracht. Du bist mein ganzer Schutz, mein kostbares Erbe, mein immerwährendes Heil.

Christus Jesus, mein liebster Herr, warum nur habe ich jemals in meinem Leben etwas anderes geliebt, etwas anderes begehrt als dich, Jesus, meinen Gott? Wo war ich, wenn ich deiner nicht dachte? Von nun an aber soll all mein Sehnen entflammen und dem Herrn Jesus entgegenlodern. Auf, meine Wünsche, ihr habt genug gezögert; eilt nun zu auf euer Ziel, sucht ihn, nach dem ihr strebet. Jesus, wer dich nicht liebt, ist von allem ausgeschlossen; wer dich nicht liebt, den erfüllt Bitterkeit.

Liebenswürdiger Jesus, dich liebe und in deiner Liebe werde erfüllt all mein aufrichtiges Sinnen, das dir in immerwährender Bewunderung ein dir würdiges Lob bereite. Du bist der Gott meines Herzens und mein alles, Christus Jesus; lass mich vergehen und lebe du in mir! Lass die lebendige Glut deiner Liebe in meinem Geist entfachen und zu einem vollkommenen Feuerbrand anschwellen; immerfort soll er auf dem Altar meines Herzens lodern, er möge mein Innerstes durchglühen, soll in den Tiefen meiner Seele erstrahlen, so dass der Tag meines Endes auch der Tag meiner Vollendung sei. Amen.

Gebetsimpulse:
Lass mich dich erkennen, Herr!
Herr, dass ich sehe, wer du bist!
Litanei zum Heiligen Geist
Meerstern, sei gegrüßet

JESUS-LITANEI

Herr, erbarme dich
Christus, erbarme dich
Herr, erbarme dich

Christus, höre uns
Christus, erhöre uns

Gott Vater im Himmel, erbarme dich unser
Gott Sohn, Erlöser der Welt
Gott Heiliger Geist

Heiliger dreifaltiger Gott

Jesus Sohn des lebendigen Gottes
Jesus, Bild des Vaters
Jesus, Sohn der Jungfrau Maria
Jesus, Strahl des ewigen Lichtes
Jesus, Gott und Mensch
Jesus, Verkünder des Reiches Gottes
Jesus, Fürst des Friedens
Jesus, ewige Weisheit
Jesus, lebendiges Wort
Jesus, Hoherpriester
Jesus, Menschensohn
Jesus, gerechter Richter
Jesus, Vater der Zukunft
Jesus, unser König

Du gehorsamer Jesus
Du geduldiger Jesus
Du eifernder Jesus
Du mutiger Jesus
Du liebender Jesus

Jesus, unser Herr

Unser Heiland
Unser Erlöser
Unser Freund
Unser Lehrer
Unser Vorbild

Jesus, Bruder der Armen
Jesus, Freund der Sünder
Jesus, Hilfe der Kranken
Jesus, guter Hirt
Jesus, du Grundstein
Jesus, du Weizenkorn
Jesus, du Weinstock
Jesus, Brot, von dem wir leben
Jesus, Licht, durch das wir sehen
Jesus, Weg, auf dem wir gehen
Jesus, Wahrheit, die wir glauben
Jesus, Tür, durch die wir gehen
Jesus, unser Leben
Jesus, sei uns gnädig, Herr befreie uns
Sei uns barmherzig

Von allem Bösen
Von Schuld und Sünde
Von den Angriffen des Teufels
Von der Versuchung, deinen Weg zu verlassen
Vom ewigen Tode

Durch deine Geburt und dein Leben
Durch deine Botschaft
Durch deine Macht, zu vergeben
Durch deine Kraft, zu heilen
Durch dein Kreuz und Leiden
Durch deine Verlassenheit
Durch deinen Tod am Kreuze
Durch deinen Abstieg in das Reich des Todes
Durch deine Auferstehung und Himmelfahrt
Durch den Trost des Heiligen Geistes
Durch deine Gegenwart
Durch deine Wiederkunft

Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt; Herr, verschone uns
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt; Herr, erhöre uns
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt; Herr, erbarme dich

So spricht Jesus:
Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, wird nicht mehr durstig sein. Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht im Finstern wandeln, sondern das Licht des Lebens haben.

Ich bin die Tür. Wer durch mich eingeht, wird gerettet.
Ich bin der gute Hirt. Ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich.
Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.
Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, außer durch mich.
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Rebzweige. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht.

Lasset uns beten. – Herr Jesus Christus, wir bitten dich: Erhalte in uns den Glauben, dass deine Worte sich an uns erfüllen. Gib uns das Feuer deiner Liebe, so dass wir dich und unsere Mitmenschen aufrichtig lieben können, und lass uns nicht aufhören, deinen Namen anzurufen. Der du lebst und herrschest jetzt und in Ewigkeit. Amen.

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Nochmals 7 Stufen

 

 

 

Stufe 26

 



Gott sandte seinen Boten zur Jungfrau Maria nach Nazareth (Lk 1, 26), Jesus empfiehlt seine Mutter dem Jünger, der ihn besonders liebte (Joh 19, 27). Die Initiative geht von Gott aus.

GOTT WILL MARIA

Wenn schon eine irdische Mutter kein Opfer scheut, um ihr Kind dem Tod zu entreißen, um wieviel mehr wird Maria alles aufwenden, um den dem ewigen Verderben zu entreißen, der sich ihr liebevoll und gläubig anvertraut.

EINFACH ZUM ÜBERLEGEN

Nach Worten Ludwigs von Montfort
Das Geheimnis Mariens (70 - 78)

Heilige Knechtschaft der Liebe

1. Die Totalhingabe, der wahre Lebensbaum


Auserwählte Seele, hat der Heilige Geist dich verstehen gelehrt, was ich eben geschrieben habe? Dann danke Gott; denn es ist ein Geheimnis, das fast der ganzen Welt unbekannt ist. Hast du den verborgenen Schatz im Acker Mariens gefunden, die kostbare Perle des Evangeliums (Mt 13, 44ff), dann verkaufe alles, um sie zu erwerben. Bringe dich selbst zum Opfer, lege dich in Mariens Hände, gehe voll Seligkeit ganz in ihr auf, um Gott allein in ihr zu finden.

Wenn der Heilige Geist den wahren Baum des Lebens (Gen 2, 9) in deine Seele gepflanzt hat, nämlich die Ganzhingabe, die ich dir eben erklärt habe, dann musst du deine ganze Sorge darauf verwenden, ihn zu pflegen, damit er dir zur rechten Zeit seine Frucht bringe. Diese Ganzhingabe ist das Senfkorn, von dem im Evangelium die Rede ist (Mk 4, 31). Wenn es auch scheinbar das kleinste von allen Samenkörnern ist, so wird es doch sehr groß; ja es wächst zu solcher Höhe, dass die Vögel des Himmels, nämlich die auserwählten Seelen, ihre Nester in seinen Zweigen bauen, in seinem Schatten Schutz finden vor der Sonnenhitze und sich dort in Sicherheit vor den wilden Tieren verbergen.

2. Die Pflege des Lebensbaumes

Wenn dieser Baum in ein treues Herz gepflanzt ist, dann will er ganz frei stehen, ohne jede menschliche Stütze; denn dieser Baum ist göttlich und will nicht, dass etwas Geschaffenes ihn im Streben zu Gott, seinem Ursprung, aufhalte. Darum dürfen wir uns nicht auf unser Geschick oder unsere natürlichen Talente, auf unser Ansehen oder unseren Einfluss bei den Menschen stützen. Zu Maria müssen wir unsere Zuflucht nehmen und nur auf ihre Hilfe zählen.

Die Seele, in der dieser Baum gepflanzt ist, muss wie ein guter Gärtner stets damit beschäftigt sein, ihn zu behüten und zu betrachten. Denn dieser Baum ist lebendig und soll auch die Frucht des Lebens hervorbringen. Sein Gedeihen und Wachsen erfordert, dass die Seele ihn im Auge behalte und beständig betrachte, eine Seele, die nach Vollkommenheit strebt, denkt oft an ihn, ja sie macht aus dieser Betrachtung ihre Hauptbeschäftigung.

Dornen und Disteln, die mit der Zeit den Baum ersticken und ihn am Fruchttragen hindern können, müssen ausgerissen und abgeschnitten werden. Das heißt, wir müssen durch Abtötung und Selbstüberwindung alle unnützen Vergnügungen und alle eitlen Beschäftigungen mit den Geschöpfen treulich aufgeben und abbrechen. Mit anderen Worten, wir müssen unser Fleisch kreuzigen, das Stillschweigen bewahren und unsere Sinne abtöten.

Wir müssen darüber wachen, dass die Raupen dem Baum nicht schaden. Diese Raupen sind die Eigenliebe und die Liebe zur Bequemlichkeit, die die grünen Blätter auffressen und die schönen Hoffnungen auf die Frucht des Baumes zunichte machen. Denn Eigenliebe und Marienliebe vertragen sich nicht miteinander.

Die wilden Tiere dürfen nicht an den Baum heran. Diese wilden Tiere sind die schweren Sünden, die durch ihre bloße Berührung den Baum schon töten könnten. Nicht einmal ihr Atem darf ihn berühren, nämlich die lässlichen Sünden, denn auch diese bilden eine große Gefahr, wenn man sie nicht ernst nimmt.

Dieser göttliche Baum muss oft begossen werden durch eifriges Beten, Beichten und Kommunizieren, durch öffentliches und privates Gebet, sonst trägt er nicht länger Frucht.

Wenn der Wind den Baum rüttelt und schüttelt, darf uns das nicht beunruhigen, denn es muss so sein. Der Wind der Versuchung wird wehen, um ihn zu entwurzeln, Schnee und Frost werden ihn umgeben, um ihn zum Absterben zu bringen. Das heißt, die Hingabe an die Gottesmutter wird Angriff und Widerspruch erfahren. Aber wer den Baum ruhig weiterpflegt, hat nichts zu fürchten.

3. Die Frucht des Lebensbaumes: Jesus Christus

Du auserwählte Seele, wenn du den Lebensbaum, den der Heilige Geist in dir neu gepflanzt hat, so pflegst, dann sei sicher, dass er in kurzer Zeit zu solcher Höhe wachsen wird, dass die Vögel des Himmels darin wohnen werden. Und eine solche Vollkommenheit wird er erreichen, dass er endlich zur rechten Zeit die Frucht der Herrlichkeit und der Gnade bringen wird, nämlich Jesus Christus, den anbetungswürdigen Herrn, der immer die einzige Frucht Mariens gewesen ist und es immer sein wird.

Glücklich die Seele, in der Maria, der Baum des Lebens, eingepflanzt ist: glücklich jene, in der er, wächst und blüht; glücklich die Seele, in der er Frucht trägt. Am allerglücklichsten aber jene, die diese Frucht verkostet und bewahrt bis zum Tode und in alle Ewigkeit. Amen (Vulgata 2 Thess 2, 7). – Wer besitzt, bewahre den Besitz!

WORTE DER HEILIGEN SCHRIFT

„Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir“ (Lk 1, 28). – „Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen“ (V. 42). –

„Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen“ (2, 34f). –

„Und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, wie konntest du…“ (V. 48).

„Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter…“ (Joh 19, 25).

GEBET

Herr, allmächtiger Gott, verleihe mir, dass ich unter dem Schutz deiner makellosen Mutter die Gefahren des gegenwärtigen Lebens glücklich überwinde und das Leben in deiner Herrlichkeit erlange. Amen.

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Stufe 25

 



In Lk 1, 48 lesen wir, dass Maria sagte: „Von nun an preisen mich selig alle Geschlechter!“ Der Lobpreis Mariens hört nicht auf, bis in die fernste Zukunft, in die Ewigkeit hinein. Ist dieses Seligpreisen Mariens besonders deutlich in der Endzeit?

DIE APOKALYPTISCHE FRAU

Maria geht als Mutter dem Sohn voraus. Auch bei der Wiederkunft ihres Sohnes wird sie ihm anscheinend die Wege ebnen. Als die sonnenumkleidete, apokalyptische Frau der Offenbarung des Johannes wird sie den letzten Kampf der Heilsgeschichte gegen die Mächte der Tiefe führen. Mit dem Geist Gottes wird sie zu den auserwählten Seelen jenes beglückende Wort sprechen: „Komm!“ So ist Maria die Pforte, die ins ewige Leben führt, die Pforte des Himmels.

EINFACH ZUM ÜBERLEGEN

Nach Worten Ludwigs von Montfort
Über die wahre Andacht zu Maria (49 - 59)

Die Marienverehrung wird in der Endzeit besonders notwendig sein

Durch Maria hat das Heil der Welt begonnen, durch Maria muss es auch vollendet werden.

Beim ersten Kommen Jesu Christi ist Maria fast gar nicht in Erscheinung getreten, damit die Menschen, die ja damals über die Person ihres Sohnes nur wenig unterrichtet und aufgeklärt waren, sich nicht durch eine zu starke und sinnenhafte Anhänglichkeit an Maria von der Wahrheit entfernten. Denn hätte man sie schon damals gekannt, dann wäre das sicher eingetreten wegen des wunderbaren Liebreizes, mit dem der Allerhöchste selbst ihr Äußeres ausgestattet hatte. Diese Gefahr war aber tatsächlich gegeben…

Beim zweiten Kommen Jesu Christi aber muss Maria erkannt und vom Heiligen Geist geoffenbart werden, damit die Menschen durch sie auch Jesus Christus erkennen, lieben und ihm dienen. Denn die Gründe, die den Heiligen Geist veranlasst haben, seine Braut während ihres Erdenlebens ganz zu verbergen und sie seit der Predigt des Evangeliums nur wenig zu offenbaren, haben dann keine Geltung mehr.

Gott will also Maria, das Meisterwerk seiner Hände, in der Endzeit offenbaren, und zwar aus folgenden Gründen:

1. In dieser Welt hat sie sich verborgen und aufs tiefste verdemütigt; und sie hat von Gott erlangt, dass seine Apostel und Evangelisten kaum etwas von ihrer eigentlichen Größe verlauten ließen.

2. Da Maria auf Erden Gottes Meisterstück der Gnade war, und es nun im Himmel durch die Glorie ist, will Gott von allen lebenden Wesen auf Erden dafür gepriesen und verherrlicht werden.

3. Sie ist die Morgenröte, die der Sonne der Gerechtigkeit, Jesus Christus, vorangeht und sie offenbart. Wir müssen also unseren Blick auf sie richten, damit wir auch Jesus Christus besser erkennen.

4. Da sie der Weg ist, auf dem Jesus Christus das erste Mal zu uns kam, wird sie es auch bei seiner zweiten Ankunft sein, jedoch auf andere Weise.

5. Maria ist der sichere, gerade und makellose Weg, um zu Jesus Christus zu gehen und ihn ganz zu finden. Die Seelen, die zu großer Heiligkeit berufen sind, werden darum Christus durch sie finden. Wer Maria findet, der findet das Leben (Spr 8, 35), nämlich Jesus Christus, der ja der Weg die Wahrheit und das Leben (Joh 14, 6) ist. Man kann aber Maria nicht finden, wenn man sie nicht sucht; und man kann sie nicht suchen, wenn man sie nicht kennt; den man sucht und begehrt ja nicht, was man nicht kennt. Maria muss also besser erkannt werden als bisher, zur tieferen Erkenntnis und größeren Verherrlichung der Allerheiligsten Dreifaltigkeit.

6. Während der Endzeit wird Maria mehr als je hervortreten durch ihre Barmherzigkeit, Macht und Gnade. Durch ihre Barmherzigkeit wird sie liebevoll die Sünder und Verirrten heimholen und aufnehmen; diese werden sich bekehren und zur katholischen Kirche zurückfinden. Ihre Macht wird sie zeigen gegen alle Feinde Gottes, die sich in furchtbarer Auflehnung erheben und die alle, die sich ihnen widersetzen, durch Versprechungen und Drohungen verführen und zu Fall bringen wollen. Mariens Gnade aber wird die treuen Diener und tapferen Streiter Jesu Christi ermutigen und aufrichten.

7. Maria wird schließlich für den Satan und für die Dämonen schrecklich sein wie ein geordnetes Schlachtheer (Hld 6, 4), namentlich in der Endzeit; denn der Satan weiß, dass ihm immer weniger Zeit bleibt (Offb 12, 12), um die Seelen zu verderben. So verdoppelt er täglich seine Anstrengungen und seine Angriffe; nicht mehr lange und er wird grausame Verfolgungen anstiften und den treuen Dienern und wahren Kindern Mariens, die für ihn viel schwerer zu überwinden sind als die anderen, furchtbare Fallen stellen.

Gerade auf diese letzten grausamen Verfolgungen, die Tag für Tag zunehmen werden bis zum Kommen des Antichristen, ist jene bekannte Weissagung Gottes und jener Fluch zu beziehen, den er im irdischen Paradies gegen die Schlange geschleudert hat. Das wollen wir hier zur Ehre der Gottesmutter, zum Heil ihrer Kinder und zur Beschämung des Satans näher erklären.

„Feindschaft will ich setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deiner Nachkommenschaft und der ihren; sie wird dir den Kopf zertreten, und du wirst nach ihrer Ferse schnappen“ (Gen 3, 15).

Nur ein einziges Mal hat Gott eine Feindschaft geschaffen und gesetzt. Aber diese Feindschaft ist unversöhnlich, und wird bis zum Ende währen und wachsen. Es ist die Feindschaft zwischen Maria, seiner heiligen Mutter, und dem Satan, zwischen den Kindern und Dienern der heiligen Jungfrau und den Kindern und Anhängern des Satans; und so ist Maria die furchtbare Feindin, die Gott dem Satan entgegengestellt hat. Gott hat ihr schon im irdischen Paradies, wo sie vorerst nur in seinem Heilsplan existierte, einen solchen Hass gegen jenen verfluchten Gottesfeind verliehen, einen solchen Eifer, die Bosheit jener alten Schlange aufzudecken, eine solche Kraft, jenen stolzen Gottlosen zu besiegen, zu zermalmen und zu vernichten, dass Satan sie nicht nur mehr fürchtet als alle Engel und Menschen, sondern in einem gewissen Sinne sogar mehr als Gott selbst.

Das soll nicht heißen, dass der Zorn, der Hass und die Macht Gottes nicht viel gewaltiger wären als die der heiligen Jungfrau, denn Mariens Vollkommenheit ist begrenzt. Aber erstens ist ja Satan stolz und leidet darum unendlich viel mehr darunter, von einer kleinen, demütigen Magd Gottes besiegt und bestraft zu werden, deren Demut ihn tiefer erniedrigt als Gottes Macht. Zweitens hat Gott Maria eine solche Gewalt gegen den Satan verliehen, dass dieser ein einziges Wort aus ihrem Munde zugunsten einer Seele mehr fürchtet als die Fürbitte aller Heiligen. Und wie der Satan oft schon wider Willen durch den Mund von Besessenen eingestehen musste, fürchtet er eine Drohung Mariens mehr als alle ihre anderen Qualen.

Was Luzifer durch seinen Stolz verloren hat, das hat Maria durch ihre Demut gewonnen; was Eva durch ihren Ungehorsam der Verdammung und dem Verderben preisgegeben hat, Maria hat es gerettet. Eva hat der Schlange gehorcht und hat damit sich selbst und alle ihre Kinder ins Verderben gerissen und der Schlange ausgeliefert. Maria hat Gott vollkommene Treue gezeigt und hat damit sich selbst und alle ihre Kinder und Diener gerettet und Gott geweiht.

Gott hat nicht nur zwischen Maria und dem Dämon Feindschaft gesetzt, sondern auch zwischen den Kindern der heiligen Jungfrau und den Kindern Satans. Das heißt, Gott hat zwischen den wahren Kindern und Dienern Mariens einerseits und den Kindern und Sklaven des Satans andererseits eine geheime Feindschaft und Abneigung, einen geheimen Hass gesetzt; sie lieben einander nicht, die finden zueinander keine innere Beziehung. Die Kinder Baals, die Sklaven Satans, die Freunde dieser Welt (denn das ist alles das gleiche) haben immer schon jene verfolgt, die der Gottesmutter gehören, und werden sie in Zukunft mehr als je verfolgen, so wie schon Kain seinen Bruder Abel (Gen 4, 8) und Esau seinen Bruder Jakob (Gen 27, 41 - 45) verfolgt hat. Aber die demütige Magd Maria wird immerdar den Sieg über jene stolzen Geister davontragen, und zwar einen so überwältigenden Sieg, dass sie ihm sogar den Kopf, den Sitz seines Stolzes, zertreten wird. Immerdar wird sie seine Schlangenbosheit aufdecken; sie wird seine höllischen Pläne zuschanden machen, seine teuflischen Ratschlüsse durchkreuzen und bis zum Ende der Zeiten ihre treuen Diener vor seinen grausamen Krallen bewahren.

Aber Mariens Macht über alle Dämonen wird sich besonders in der Endzeit offenbaren, wn Satan ihrer Ferse nachstellen wird, nämlich den demütigen Dienern und armen Kindern, die Maria zum Kampfe gegen ihn aufruft. Im Urteil der Welt werden sie zwar gering und arm sein, wie die Ferse niedrig vor den Augen aller; und wie die Ferse im Vergleich zu den anderen Gliedern des Leibes, werden sie getreten und der Verfolgung ausgesetzt sein. Aber dafür werden sie reich sein an Gnaden Gottes, die Maria ihnen in Fülle spenden wird.

Vor Gott werden sie groß und hervorragend an Heiligkeit sein, allen anderen Geschöpfen überlegen durch ihren beseelten Eifer. So gewaltig wird die göttliche Hilfe sie stützen, dass sie mit der Demut der Ferse und im Verein mit Maria das satanische Haupt der Schlange zermalmen und die Sache Jesu Christi zum Siege führen.

Die Apostel der Endzeit…

Wir wissen schließlich, dass sie wahre Jünger Jesu Christi sein werden, die in den Spuren seiner Armut Demut, Weltgeringschätzung und seiner Liebe wandeln. In der reinen Wahrheit werden sie den schmalen Weg zu Gott weisen, nach dem heiligen Evangelium und nicht nach den Grundsätzen der Welt, ohne Menschenfurcht, ohne jemand zu bevorzugen (Mt 22, 16). Kein Sterblicher, wie mächtig er auch sein mag, wird sie beeinflussen können, keinen werden sie verschonen, keinen fürchten. Das zweischneidige Schwert des Gotteswortes (Hebr 4, 12; Eph 6,17) wird in ihrem Munde sein; die blutgetränkte Kreuzesfahne tragen sie auf ihren Schultern, das Kruzifix in der Rechten, den Rosenkranz in der Linken (1 Sam 17, 40; PS 23, 4), die heiligen Namen Jesu und Mariens im Herzen und die Schlichtheit und Abtötung Jesu Christi in ihrem ganzen Gehaben.

Das sind die großen Männer, die da kommen werden; doch Maria wird sie auf Befehl des Höchsten heranbilden, um sein Reich auszubreiten über die Ungläubigen und Gottlosen. Aber wann und wie wird dies geschehen? Gott allein weiß es: Wir können nichts tun als schweigen, flehen, warten und mit dem Psalmisten beten (Ps 40, 2): „Unbeirrt hoffe ich auf den Herrn.“

WORTE DER HEILIGEN SCHRIFT

„Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen.

Ein anderes Zeichen erschien am Himmel: ein Drache, groß und feuerrot, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen. Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel und warf sie auf die Erde herab.

Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte; er wollte ihr Kind verschlingen, sobald es geboren war. Und sie gebar ein Kind, einen Sohn, der über alle Völker mit eisernem Zepter herrschen wird. Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt. Die Frau aber floh in die Wüste, wo Gott ihr einen Zufluchtsort geschaffen hatte; dort wird man sie mit Nahrung versorgen, zwölfhundertsechzig Tage lang.

Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen. Der Drache und seine Engel kämpften, aber sie konnten sich nicht halten, und sie verloren ihren Platz im Himmel. Er wurde gestürzt, der große Drache, die alte Schlange, die Teufel oder Satan heißt und die ganze Welt verführt; der Drache wurde auf die Erde gestürzt, und mit ihm wurden seine Engel hinabgeworfen. Da hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen:

Jetzt ist er da, der rettende Sieg,
die Macht und die Herrschaft unseres Gottes
und die Vollmacht seines Gesalbten;
denn gestürzt wurde der Ankläger unserer Brüder,
der sie bei Tag und bei Nacht
vor unserem Gott verklagte.
Sie haben ihn besiegt durch das Blut des Lammes
und durch ihr Wort und Zeugnis;
sie hielten ihr Leben nicht fest,
bis hinein in den Tod.
Darum jubelt, ihr Himmel
und alle, die darin wohnen.
Weh aber euch, Land und Meer!
Denn der Teufel ist zu euch hinabgekommen;
seine Wut ist groß,
denn er weiß, dass ihm nur noch eine kurze Frist
bleibt.

Als der Drache erkannte, dass er auf die Erde gestürzt war, verfolgte er die Frau, die den Sohn geboren hatte. Aber der Frau wurden die zwei Flügel des großen Adlers gegeben, damit sie in die Wüste an ihren Ort fliegen konnte. Dort ist sie vor der Schlange sicher und wird eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit lang ernährt. Die Schlange spie einen Strom von Wasser aus ihrem Rachen hinter der Frau her, damit sie von den Fluten fortgerissen werde. Aber die Erde kam der Frau zu Hilfe; sie öffnete sich und verschlang den Strom, den der Drache aus seinem Rachen gespieen hatte. Da geriet der Drache in Zorn über die Frau, und er ging fort, um Krieg zu führen mit ihren übrigen Nachkommen, die den Geboten Gottes gehorchen und an dem Zeugnis Jesu festhalten“ (Offb 12, 1 - 17).

GEBET

Allmächtiger, ewiger Gott, du hast Maria, die allerschönste, von jedem Makel der Sünde freie Jungfrau, mir als Morgenröte geschenkt, die der Sonne der Gerechtigkeit, Jesus Christus, deinem Sohn, vorangeht, um ihn mir zu bringen. Verleihemir in den entscheidenden Augenblicken meines Lebens die Gnade, meinen Blick auf Maria zu richten, damit ich Jesus Christus besser erkenne und erlebe. Amen.

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Stufe 24

 



„Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen“ (Lk 1, 42).

KÖNIGIN DER APOSTEL

Das Wesen des Apostolates kann darin gesehen werden, Christus in den Menschen Gestalt annehmen zu lassen. Das aber ist eine Weiterführung der mütterlichen Aufgabe Mariens. Deshalb bilden rechte Marienverehrung und Apostolat eine Einheit. Wer in der Totalhingabe an Gott durch Maria nur eine Frömmigkeitsübung erblickt, ohne Verpflichtung zur Ausbreitung des Reiches Christi auf Erden, der hat den eigentlichen Sinn wahrer Marienliebe noch nicht erkannt.

EINFACH ZUM ÜBERLEGEN

Nach Worten Ludwigs von Montfort
Das Geheimnis Mariens (43 - 52)

Die innere Übung der Totalhingabe

Ich habe vorhin gesagt, dass diese Hingabe darin besteht, alles mit Maria, in Maria, durch Maria und für Maria zu tun.

Es genügt nicht, sich Jesus durch Maria einmal gänzlich zu weihen. Es ist nicht einmal hinreichend, es alle Monate oder alle Wochen zu tun. Das wäre nur eine vorübergehende Hingabe, die die Seele nicht zu jener Vollkommenheit führt, zu der sie sich erheben kann. Es ist nicht schwer, Mitglied einer Bruderschaft zu werden. Es ist auch nicht schwer, sich zur Ganzhingabe zu entschließen und täglich einige mündliche Gebete zu verrichten, wie sie es vorschreibt; sondern die große Schwierigkeit liegt darin, in den Geist der Ganzhingabe einzudringen, der darin besteht, die Seele auch innerlich von Maria abhängig zu machen und durch sie von Jesus.

Ich habe viele Menschen gefunden, die mit einem bewundernswerten Eifer äußerlich diese heilige Weihe vollzogen haben. Aber ich habe nur selten welche gefunden, die sich deren Geist angeeignet haben, und noch weniger, die darin ausharrten.

Das Wesen der Ganzhingabe liegt darin, dass man alles mit Maria tut, das heißt, man nimmt sich die heiligste Jungfrau zum vollendeten Vorbild für alles, was man zu tun hat.

Bevor wir darum etwas unternehmen, müssen wir uns selbst und unseren besten Absichten entsagen. Wir müssen vor Gott unser Nichts bekennen, unsere völlige Unfähigkeit, irgendein gutes Werk im übernatürlichen Sinne, eine dem Heile förderliche Handlung zu verrichten. Wir müssen unsere Zuflucht zur Gottesmutter nehmen, uns mit ihr und ihren Absichten vereinen, wenn diese uns auch unbekannt sind. Durch Maria müssen wir uns mit den Absichten Jesu Christi vereinen, das heißt uns als Werkzeug in die Hände der heiligsten Jungfrau legen. Sie soll in uns wirken, sie soll mit uns und für uns tun, was ihr gut scheint, zur größeren Ehre ihres Sohnes und durch ihren Sohn Jesus Christus zur Ehre des Vaters. So soll das ganze innere Leben und jedes geistige Wirken von ihr abhängig sein.

Man muss alles in Maria tun, das heißt, man muss sich allmählich an die innerliche Sammlung gewöhnen, indem man sich eine annähernde Vorstellung, ein geistiges Bild von der Gottesmutter macht. Maria soll für die Seele die geweihte Stätte sein, an der sie ohne Furcht vor Zurückweisung alle ihre Gebete zu Gott emporsendet. Sie soll der Turm Davids (Hld 4, 4) sein, in dem die Seele sich vor allen ihren Feinden in Sicherheit bringt. Die flammende Leuchte (Mk 4, 21) soll sie sein, die das ganze Innere erhellt und von Gottesliebe brennt. Der heilige Ruheort, an dem die Seele in Maria und durch Maria Gott schaut. Mit einem Wort, Maria soll dieser Seele ein und alles sein, ihr Zufluchtsort in allen Dingen. Wenn sie betet, dann nur in Maria; wenn sie Jesus in der heiligen Kommunion empfängt, übergibt sie ihm Maria, damit er in ihr sein Wohlgefallen finde. Wenn sie handelt, dann nur in Maria; und überall, in allen Dingen entsagt sie sich selbst.

Man soll stets durch Maria zu unserem Herrn gehen, sich ihrer Fürsprache und ihres großen Einflusses bei ihm bedienen und nicht allein zu ihm kommen, wenn man beten will.

Schließlich muss man alles für Maria tun. Wir gehören ja ganz dieser erhabenen Gebieterin an und sollen darum bei jeder Betätigung ihren Dienst, ihren Vorteil und ihre Verherrlichung als nächstes und dadurch die größere Ehre und Verherrlichung als letztes Ziel im Auge haben. Die Seele muss in all ihrem Tun der Eigenliebe absterben, die sich überall heimlich einzuschleichen sucht. Sie muss immer wieder aus tiefstem Herzensgrund beten: „Liebste Mutter und Gebieterin, dir zuliebe gehe ich da- oder dorthin; dir zuliebe will ich dieses oder jenes tun; dir zuliebe dieses Leid annehmen, jenes Unrecht ertragen.“

Hüte dich wohl zu glauben, du auserwählte Seele, es sei vollkommener, geradewegs zu Gott zu gehen; dein Wirken, deine Absicht wird nur wenig Wert haben. Aber wenn du durch Maria gehst, dann wirkt Maria in dir, und darum wird dieses Wirken erhaben und Gottes würdig sein…

Hüte dich auch davor, dich zu betrüben, wenn du nicht gleich die tröstliche Nähe der Gottesmutter in deinem Innern fühlst; diese Gnade ist nicht für alle. Wenn Gott in seinem großen Erbarmen eine Seele damit begnadigt, dann kann sie diese Gnade sehr leicht wieder verlieren, falls sie nicht treu ist und sich nicht oft innerlich sammelt. Sollte dir dieses Unheil widerfahren, dann kehre still um und leiste deiner Gebieterin die gebührende Sühne. •

WORTE DER HEILIGEN SCHRIFT

Nachfolgender Text ist ursprünglich eine Aussage über die Weisheit, er wird aber von der Kirche wiederholt auf Maria bezogen:

„Vor der Zeit, am Anfang, hat er mich erschaffen, und bis in Ewigkeit vergehe ich nicht. Wie eine Zeder auf dem Libanon wuchs ich empor, wie eine Zypresse auf dem Hermongebirge. Wie eine Palme in En-Gedi wuchs ich empor, wie Rosensträucher in Jericho, wie ein prächtiger Ölbaum in der Ebene, wie eine Platane am Wasser wuchs ich empor. Wie Zimt und wohlriechende Salbe war mein Duft, wie beste Myrrhe strömte ich Wohlgeruch aus… wie Weihrauchwolken im heiligen Zelt. Ich breitete wie eine Terebinthe meine Zweige aus, und meine Zweige waren voll Pracht und Anmut. Wie ein Weinstock trieb ich schöne Reben, meine Blüten wurden zu prächtiger und reifer Frucht. Kommt zu mir, die ihr mich begehrt, sättigt euch an meinen Früchten! An mich zu denken, ist süßer als Honig, mich zu besitzen, ist
besser als Wabenhonig. Mein Andenken reicht bis zu den fernsten Geschlechtern… Wer auf mich hört, wird nicht zuschanden, wer mir dient, fällt nicht in Sünde. Wer mich ans Licht hebt, hat ewiges Leben“ (Sir 24, 9. 13 - 22).

GEBET

Gott, du hast deinen Aposteln, die mit Maria, der Mutter Jesu, einmütig im Gebet verharrten, den Heiligen Geist geschenkt: Verleihe mir, dass ich unter dem Schutz der Königin der Apostel, die auch meine Mutter ist, deiner Majestät treu diene und die Herrlichkeit deines Namens durch Wort und Beispiel ausbreite. Amen.

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Stufe 23

 



„Und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen“ (Lk 2, 7).

MITTLERIN DER GNADENQUELLE

Maria hat uns in ihrem Sohn die Quelle aller Gnaden geschenkt. Maria ist und bleibt die Mutter Gottes, die uns die Quelle aller Gnaden schenkt, wie das zweite Vatikanum lehrt. Das erste Wunder Jesu in der Ordnung der Gnade, die Heiligung des Johannes im Mutterschoß, und sein erstes Wunder in der Ordnung der Natur, die Verwandlung von Wasser und Wein, geschahen, wie uns die Heilige Schrift berichtet, durch Mariens Vermittlung. Darauf beruht die Lehre der Kirche von der Gnadenvermittlung Mariens.

EINFACH ZUM ÜBERLEGEN

Nach Worten Ludwigs von Montfort
Das Geheimnis Mariens (35 - 39)

Vorzüge der Totalhingabe

Wollte ich die Vorzüge der Totalhingabe erschöpfend beschreiben, dann brauchte ich eine große Erleuchtung. Darum fasse ich mich kurz.

Wer sich Jesus auf diese Weise durch Mariens Hände schenkt, der folgt dem Beispiel Gott Vaters, der uns seinen Sohn nur durch Maria geschenkt hat und uns seine Gnaden nur durch Maria mitteilt. Er folgt Gott Sohn nach, der nur durch Maria zu uns gekommen ist, der uns das Beispiel gegeben und uns gerufen hat, damit wir auf dem gleichen Weg zu ihm gehen, auf dem er zu uns gekommen ist, nämlich durch Maria. Wer sich so hingibt, der folgt dem Beispiel des Heiligen Geistes, der uns seine Gnaden und Gaben durch Maria schenkt. Ist es nicht recht und billig, so fragt der heilige Bernhard, dass die Gnade auf dem gleichen Weg zu ihrem Urheber zurückkehrt, auf dem er sie uns gesandt hat?

Wenn wir so durch Maria zu Jesus Christus gehen, dann ehren wir Jesus Christus wahrhaftig; denn wir bringen damit zum Ausdruck, dass wir wegen unserer Sünden nicht würdig sind, uns seiner unendlichen Heiligkeit unmittelbar und aus eigener Kraft zu nahen, und dass wir seine heiligste Mutter als Fürsprecherin und Mittlerin bei ihm brauchen, der unser Mittler ist. Wir demütigen uns gleichzeitig vor ihm und bekennen damit, dass er unser Gott und unser Richter ist. Mit einem Wort, wir üben die Demut, die stets das Herz Gottes gewinnt.

Wenn wir uns Jesus auf diese Weise durch Maria weihen, dann legen wir damit alle unsere guten Werke in Mariens Hände. Diese Werke scheinen zwar gut, aber sie sind oft befleckt und nicht wert, angesehen und angenommen zu werden von Gott, vor dem nicht einmal die Sterne rein sind. Bitten wir doch unsere gute Mutter und Herrin, sie möge unser armseliges Geschenk in die Hand nehmen, es läutern, heiligen, erheben und veredeln, damit es Gott würdig werde. Alles, was unsere Seele an Frucht bringt, ist gering vor Gott Vater. Wir können nicht seine Freundschaft und Gnade damit gewinnen. Eher noch könnte ein armer Bauer, der Pächter bei einem König ist, seine Pacht mit einem wurmstichigen Apfel bezahlen. Was täte wohl solch ein armer Mensch, wenn er ein bisschen Verstand hätte und bei der Königin gut angeschrieben wäre? Sie, die dem armen Bauern gewogen und voll Ehrfurcht gegen den König ist, würde sicher die wurmstichigen und faulen Teile des Apfels entfernen. Sie würde ihn auf eine blumengeschmückte goldene Schale legen, und der König könnte nicht umhin, ihn anzunehmen. Ja, er würde ihn sogar mit Freuden aus den Händen der Königin empfangen, die diesem Bauern gewogen ist. Willst du Gott etwas aufopfern, so sagt der heilige Bernhard, dann lege es in die Hände Mariens, sonst könntest du eine Zurückweisung erfahren.

Lieber Gott! Wie wenig ist doch alles, was wir tun! Aber legen wir es durch unsere Hingabe in die Hände Mariens! Wenn wir uns ihr gänzlich schenken, soweit man sich verschenken kann; wenn wir uns ihr zu Ehren von allem entäußern, dann wird sie mit uns noch viel freigebiger sein und sich mit allen ihren Verdiensten und Tugenden uns schenken. Sie wird unsere Gaben auf die goldene Schale ihrer Liebe legen…

Wer sich der heiligen Jungfrau auf diese Weise schenkt, der übt damit die Nächstenliebe im denkbar höchsten Grad, denn er schenkt Maria sein Teuerstes, damit sie nach ihrem Willen darüber verfüge und es Lebenden und Verstorbenen zugute kommen lasse.

WORTE DER HEILIGEN SCHRIFT

„Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet. Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

Da sagte Maria:
Meine Seele preist die Größe des Herrn,
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Denn der Mächtige hat Großes an mir getan,
und sein Name ist heilig.
Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht
über alle, die ihn fürchten.
Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten:
Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
er stürzt die Mächtigen vom Thron
und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben
und lässt die Reichen leer ausgehen.
Er nimmt sich seines Knechtes Israel an
und denkt an sein Erbarmen,
das er unsern Vätern verheißen hat,
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.
Und Maria blieb etwa drei Monate lang bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.“ (Lk 1, 39 - 56).

„Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt, und die Mutter Jesu war dabei. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen. Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut! Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungsvorschrift der Juden entsprach; jeder fasste ungefähr hundert Liter. Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand. Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt, und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist. Sie brachten es ihm. Er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es“ (Joh 2, 1 - 9).

GEBET

Herr, mit Hilfe deiner Mutter, meiner erhabenen Fürsprecherin, empfehle ich mich dir und bitte dich, Maria die allerseligste Jungfrau möge mich selbst zu einer ewigen Opfergabe für dich vollenden. Amen.

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Stufe 22

 



„Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu“ (Apg 1, 14).

MUTTER DES MYSTISCHEN LEIBES CHRISTI

Mariens einzigartige Stellung im Heilsgeschehen ist in ihrer Gottesmutterschaft begründet. Sie ist aber nicht nur die Mutter Christi dem Leibe nach, sondern auch die Mutter seines geheimnisvollen Leibes. Dieser geheimnisvolle Leib ist die Kirche. Darum ist Maria die Mutter der Kirche. Wer Jesus nachfolgt, weiß dass Maria als Mutter der Kirche sich um den geheimnisvollen Leib Christi sorgt, ihn weiterhin der Welt schenkt, sucht, ihm im Leid und Kreuz besonders mitleidend nahe ist, um die Herrlichkeit der Auferstehung zu erwarten.

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Nach Worten Ludwigs von Montfort
Das Geheimnis Mariens (24 - 34)

Die rechte Entfaltung der Marienverehrung

Drei Arten der Marienverehrung


Es gibt verschiedene Arten echter Marienverehrung; denn von den falschen rede ich hier nicht.

Die erste Art besteht darin, dass man seine Christenpflichten erfüllt, die schwere Sünde meidet, mehr aus Liebe als aus Furcht handelt, hin und wieder zu Maria betet, sie als Gottesmutter ehrt, jedoch ohne besondere Hingabe an sie.

Bei der zweiten Art bringt man der heiligen Jungfrau mehr Hochschätzung, Liebe, Vertrauen und Verehrung entgegen. Man wird Mitglied der Rosenkranz- oder Skapulierbruderschaft, man betet den Rosenkranz, ehrt die Marienbilder und -altäre, man preist Maria öffentlich und tritt in ihre Kongregationen ein. Wenn man die Sünde meidet, dann ist diese Art der Marienverehrung gut, fromm und lobenswert. Sie ist aber nicht so vollkommen wie die folgende; sie löst die Seele nicht von allem Geschaffenen und von sich selbst, um sie mit Jesus Christus zu vereinigen…

Die dritte Art kennen und üben nur ganz wenige; diese Art aber will ich euch lehren, ihr auserwählten Seelen.

Sie besteht darin, dass wir uns Maria gänzlich opferbereit zur Verfügung stellen, und uns durch sie Jesus darbieten, so dass wir alles durch Maria, mit Maria, in Maria und für Maria tun. Und das will ich nun näher erklären.

Wir wählen uns einen besonderen Tag aus, um uns frei und ohne Zwang, aus Liebe ganz und rückhaltlos hinzugeben, zu weihen und zu opfern. Wir bieten an: Leib und Geist, äußeren Besitz wie Haus, Familie, Einkommen, und inneren seelischen Besitz wie Verdienste, Gnaden, Tugenden und Sühneleistungen.

Über die Totalhingabe

Hier möchte ich ausdrücklich bemerken, dass wir bei diesem persönlichen Opfer an Jesus durch Maria das Liebste opfern, das unsere Seele besitzt. Kein religiöser Orden verlangt ein solches Opfer; wir verschenken nämlich das Recht, über den Wert unserer Gebete, Almosen, Abtötungen und Sühneleistungen eigenmächtig zu verfügen. Wir überlassen der Gottesmutter das volle Recht darüber. Sie wird sie verwenden nach ihrem Gutdünken zur größeren Ehre Gottes, die sie allein vollkommen kennt.

Wir stellen Maria den ganzen Sühne- und Bittwert der eigenen guten Werke zur Verfügung. Nach dieser Ganzhingabe, die zwar an sich kein Gelübde ist, gehört das Gute, das wir tun, nicht mehr uns, sondern der Mutter Gottes. Sie kann damit einer Seele in der Läuterung Erleichterung verschaffen oder es zur Bekehrung eines Sünders oder für etwas anderes verwenden.

Wir legen durch diese Hingabe auch unsere Verdienste in die Hände der allerseligsten Jungfrau. Doch tun wir dies, damit sie sie bewahre, vermehre und veredle…

Wir übergeben Maria alle unsere Gebete und guten Werke, insofern sie fürbittenden und sühnenden Wert haben, zu ihrer beliebigen Verteilung und Verwendung. Wenn wir nun nach unserer Weihe an die Gottesmutter durch Gebet, Almosen, Abtötung und Opfer einer Seele in der Läuterung zu Hilfe kommen, einen Sünder bekehren oder einem unserer Freunde beistehen möchten, dann müssen wir Maria demütig darum bitten und zufrieden sein mit ihrem Entscheid, wenn er uns auch unbekannt ist. Seien wir überzeugt, dass der Wert unserer Handlungen, ausgespendet durch dieselbe Hand, deren Gott sich zur Verteilung seiner Gnaden bedient, bestimmt zu seiner größeren Ehre verwendet wird.

Grade der Abhängigkeit

Wie schon gesagt, besteht diese Weihe an Maria in der Totalhingabe; wir schenken uns ihr als Eigentum. Hier ist zu bemerken, dass es drei Möglichkeiten gibt, einem anderen anzugehören. Die erste besteht im naturgegebenen Abhängigkeitsverhältnis aller Menschen, der guten wie der bösen, von Gott, ihrem Schöpfer. Die zweite beruht auf Zwang; so sind die Dämonen und die Verdammten Gott unterworfen. Die dritte aber besteht in der liebenden und freiwilligen Ganzhingabe. Auf diese Art sollen wir uns Gott durch Maria weihen. Es ist die vollkommenste Weise, auf die ein Geschöpf sich seinem Schöpfer hingeben kann.

Bedenken wir jedoch, dass eine solche Hingabe kein bloßes Dienstverhältnis darstellt. Ein Diener wünscht Lohn für seine Dienste; der Liebende, der sich Gott ganz geschenkt hat, verlangt keinen Lohn dafür. Der Diener kann seinen Herrn verlassen, wann es ihm beliebt, er dient ihm nur für eine bestimmte Zeit; die Ganzhingabe aber gilt auf immer.

Glücklich, ja tausendmal glücklich ist die großmütige Seele, die aus Liebe diese Ganzhingabe an Jesus durch Maria vollzieht, nachdem sie durch die Taufe die tyrannische Knechtschaft Satans abgeschüttelt hat.

WORTE DER HEILIGEN SCHRIFT

„Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich“ (Joh 19, 25ff).

GEBET

Herr Jesus Christus, du Mittler beim Vater, dir hat es gefallen, die allerreinste Jungfrau Maria, deine Mutter, auch mir zur Mutter zu geben, damit sie meine Fürsprecherin bei dir sei. Wenn ich dich um Wohltaten anflehe, gewähre mir die Freude, durch Maria stets deine Hilfe zu erfahren. Amen.

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Stufe 21

 



„Sei gegrüßt, du Begnadete“ (Lk 1, 28)!

VOM HEILIGEN GEIST ÜBERSCHATTET

Maria ist von Gott erwählt, Gott wohnt in ihr. Und wo Gott wohnt, kann keine Sünde sein. Es ist das Werk des Heiligen Geistes, das in Maria vollbracht wurde. Der Jünger Jesu weiß außerdem, dass Mariens erste und ihre letzte Erwähnung im Neuen Testament sie in Verbindung mit dem Heiligen Geist zeigt, in Nazaret während der Verheißung der Geburt Jesu und am ersten Pfingstfest. Wahre Marienliebe und Verehrung des Heiligen Geistes können nicht getrennt sein.

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Nach Worten Ludwigs von Montfort
Das Geheimnis Mariens (19 - 23)

Lobpreis Mariens

Niemals gab es ein Geschöpf, niemals wird es eines geben, in dem Gott größer ist als in der himmlischen Jungfrau Maria – abgesehen von der Größe, die er in sich selbst hat – , nicht einmal in den höchsten Serafim im Paradies. Maria ist Gottes Paradies und seine mit Worten nicht zu beschreibende Welt. Gott Sohn ist in sie eingegangen, um Wunder in ihr zu wirken, sie zu behüten und sein Wohlgefallen in ihr zu finden. Für den Menschen auf seiner Pilgerfahrt schuf Gott eine Welt, die Welt, die wir bewohnen. Für den verklärten Menschen schuf er eine andere Welt, das himmlische Paradies. Aber auch für sich selbst hat er eine Welt geschaffen, die er Maria nennt; eine Welt, die fast allen Sterblichen hienieden unbekannt und für alle Engel und Heiligen des Himmels unbegreiflich ist. Sie sind voll heiligen Staunens, Gott in so erhabener Ferne zu erblicken, so abgesondert und verborgen in seiner Welt, der himmlischen Jungfrau Maria; und so rufen sie ohne Unterlass: Heilig, heilig, heilig (Jes 6, 3)!

Die Seele findet Gott in Maria

Selig, ja tausendmal selig ist die Seele hienieden, die der Heilige Geist das Geheimnis Mariens erkennen lässt; der er diesen verschlossenen Garten auftut, auf dass sie darin eintrete; diesen versiegelten Quell, auf dass sie daraus schöpfe und in langen Zügen die lebendigen Wasser der Gnade trinke! Eine solche Seele wird in diesem liebenswerten Geschöpf nur Gott allein finden, ohne Beimischung von irgend etwas Geschaffenem; einen Gott, der zwar unaussprechlich erhaben und heilig ist, sich aber doch in unendlich erbarmender Güte ihrer Schwäche anpasst. Gott ist zwar überall, selbst in der Unterwelt. Aber nirgends kann ein Geschöpf ihm so nahe kommen, nirgends findet es ihn der eigenen Schwäche mehr angepasst als in Maria, denn dazu ist er ja in sie herabgekommen. Überall anderswo ist er das Brot der Starken und der Engel; in Maria aber ist er das Brot der Kinder.

Man glaube nur ja nicht, wie manche irregeleitete Geister, dass Maria durch ihre Geschöpflichkeit die Vereinigung mit dem Schöpfer hindere; denn es ist ja nicht mehr Maria, die lebt, sondern Jesus Christus allein, Gott allein, der in ihr lebt (Gal 2, 20). Ihre Umwandlung in Gott ist weit vollkommener als die der Heiligen. Maria ist nur für Gott geschaffen; sie hält die Seele in keiner Weise bei sich zurück, sondern sie versenkt sie in Gott und vereint sie umso vollkommener mit ihm, je mehr die Seele mit ihr vereint ist. Maria ist Gottes wunderbares Echo. Wenn man „Maria“ ruft, dann antwortet sie „Gott“. Wenn man sie wie die heilige Elisabet selig preist (Lk 1, 45), dann verherrlicht sie Gott. Hätten jene irregeleiteten Geister, die noch in ihren Gebeten vom Satan erbärmlich getäuscht werden, Maria zu finden gewusst, und durch Maria Jesus und durch Jesus Gott Vater, dann wären sie nicht so jämmerlich zu Fall gekommen. Wer einmal Maria gefunden hat, und durch Maria Jesus, und durch Jesus Gott Vater, der hat damit alles gefunden, was es an Gütern gibt. „Alles“, das will sagen, dass nichts ausgenommen ist. Alle Gnaden findet er, alle Freundschaft Gottes, alle Sicherheit gegen Gottes Feinde, alle Wahrheit gegen die Lüge, leichten Sieg über die Hindernisse des Heiles, jegliche Tröstung und Freude in den Bitternissen des Lebens.

Kein Kind Mariens ohne Kreuz

Wer die Gottesmutter durch eine echte Marienverehrung gefunden hat, der bleibt dadurch natürlich nicht verschont von Kreuz und Leid. Im Gegenteil, er wird sogar mehr davon bedrängt als ein anderer; denn Maria ist die Mutter der Lebenden und gibt daher allen ihren Kindern reichlich vom Baum des Lebens, nämlich vom Kreuz Christi. Aber wenn sie ihnen große Kreuze auflegt, erlangt sie ihnen auch die Gnade, sie geduldig, ja sogar freudig zu tragen. Die Kreuze, die sie ihren Kindern gibt, sind also eher Wohltaten, es sind wohltuende Kreuze und nicht bittere Kreuze. Wohl verkosten die Kinder Mariens zuweilen die Bitterkeit des Kelches, den Gottes Freunde trinken müssen. Aber nach der Traurigkeit schickt diese gute Mutter einen solchen Trost und eine solche Freude, dass sie daraus großen Mut schöpfen, noch schwerere und härtere Kreuze auf sich zu nehmen.

Maria, der Weg zu Gott

Es kommt also darauf an, Maria in Wahrheit zu finden, um jede Gnade überreich zu finden. Gott ist unumschränkter Herr und könnte darum auch unmittelbar das geben, was er gewöhnlich nur durch Maria gibt. Aber nach dem Plan, den die göttliche Weisheit nun einmal festgelegt hat, schenkt er sich – wie auch der heilige Thomas lehrt – den Menschen in der jetzigen Ordnung der Gnade durch Maria. Um uns zu Gott zu erheben und mit ihm zu vereinigen, müssen wir den gleichen Weg gehen, auf dem er zu uns kam, um Mensch zu werden und uns seine Gnaden zu schenken; und dieser Weg ist Maria.

WORTE DER HEILIGEN SCHRIFT

„Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel“ (Lk 1, 26 - 38).

GEBET

Heiliger Geist, ewiger Gott, du hast mit deiner Kraft die allezeit reine und heilige Jungfrau Maria überschattet; komm auch du mit deiner Kraft über mich, damit auch ich tue, was du von mir erwartest. Amen.

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Stufe 20

 

 


„Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn“ (Lk 1, 38).

DER DREIFALTIGE GOTT UND MARIA

Als Mutter Gottes steht Maria mitten im Geheimnis des dreifaltigen Gottes. Wer Jesus nachfolgt, wird dies gerne in Begleitung seiner Mutter tun und zugleich sich liebend versenken in die Geheimnisse, die Maria mit den drei göttlichen Personen verbindet.

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Nach Worten Ludwigs von Montfort
Das Geheimnis Mariens (1 - 15)

Bedeutung der Totalhingabe

Du auserwählte Seele, vernimm ein Geheimnis, das der Allerhöchste mir geoffenbart hat und das ich in keinem alten oder neuen Buch finden konnte. Im Heiligen Geist vertraue ich es dir an, aber unter drei Bedingungen:

1. Du darfst es nur solchen Menschen mitteilen, die es verdienen durch ihr Gebetsleben, durch Almosen und Abtötung, durch die Verfolgungen, die sie erleiden, durch Selbstentäußerung und Seeleneifer.

2. Du musst es benützen, um heilig zu werden und dich vom Irdischen zu lösen; denn die Größe dieses Geheimnisses wächst in dem Maße, als eine Seele davon Gebrauch macht. Darum hüte dich wohl, untätig die Hände in den Schoß zu legen; denn mein Geheimnis würde dir zum Gift und wäre dein Verderben.

3. Alle Tage deines Lebens sollst du Gott danken für die Gnade, die er dir erwiesen hat; denn er hat dir ein Geheimnis eröffnet, das zu kennen du nicht verdienst.

Und je mehr du bei deinen alltäglichen Handlungen von diesem Geheimnis Gebrauch machst, desto besser wirst du seinen Wert und seine Vorzüge erkennen, wenn auch anfangs nur unvollkommen infolge deiner vielen und schweren Sünden und deiner Selbstgefälligkeit.

Ehe du nun in deinem natürlichen, ungestümen Drang nach Erkenntnis der Wahrheit weiterliest, knie nieder und bete andächtig das „Meerstern, sei gegrüßet“, und dann „Komm, Heilger Geist“. Dadurch sollst du von Gott die Gnade erflehen, dieses göttliche Geheimnis verstehen und schätzen zu lernen.

Ich habe nicht viel Zeit zum Schreiben und du nicht viel Zeit zum Lesen, so werde ich alles in Kürze sagen.

Notwendigkeit der Heiligung

Seele, du lebendiges Abbild Gottes, erkauft mit dem kostbaren Blute Jesu Christi, Gott will von dir, dass du in diesem Leben heilig wirst wie er, und im ewigen Leben glorreich wie er (Mt 5, 48). Das Streben nach der Heiligkeit Gottes ist deine eindeutige Berufung. Alle deine Gedanken, Worte und Werke, deine Leiden, ja jede Regung deines Lebens muss darauf gerichtet sein; sonst arbeitest du gegen Gott, denn du tust nicht das, wofür er dich geschaffen hat und wofür er dich jetzt am Leben erhält. Welch wunderbares Werk ist doch das! Staub wandelt sich in Licht, Unlauterkeit in Reinheit, Sünde in Heiligkeit, der Mensch in Gott! Fürwahr, ein wunderbares Werk!

Aber auch ein schweres Werk, das der Natur allein gar nicht möglich ist. Nur Gott kann es zu Ende führen durch die Gnade. Selbst die Erschaffung des ganzen Weltalls ist kein so großes Meisterwerk wie dieses.

Mittel zur Heiligung

Seele, was willst du nun tun? Welches Mittel wirst du wohl wählen, um dich dahin zu erheben, wohin Gott dich ruft? Die Mittel des Heiles und der Heiligung sind ja allen bekannt. Das Evangelium gibt sie an, die Lehrer des geistlichen Lebens erläutern sie, die Heiligen üben sie, und alle, die sich retten und zur Vollkommenheit gelangen wollen, brauchen sie. Es sind: Demut des Herzens, unaufhörliches Gebet, allseitige Entsagung, Hingabe an die göttliche Vorsehung und Gleichförmigkeit mit dem Willen Gottes.

Um alle diese Mittel des Heiles und der Heiligung nützen zu können, braucht man unbedingt die Gnade Gottes. Diese Gnade wird in größerem oder kleinerem Maße allen geschenkt, daran ist nicht zu zweifeln. Ich sage dir: in größerem oder kleinerem Maße. Denn Gott ist zwar unendlich gut, aber er gibt doch nicht allen gleich viel Gnade (Röm 12, 6), obwohl er jedem genug gibt. Eine treue Seele verrichtet mit einer großen Gnade ein großes Werk und mit einer kleinen Gnade ein kleines Werk. Wert und Größe der von Gott geschenkten und von der Seele treu angenommenen Gnade bestimmen Wen und Größe unserer Handlungen. Diese Grundsätze sind unbestreitbar.

Alles läuft daher darauf hinaus, ein Mittel zu finden, um leicht von Gott die zur Heiligung nötige Gnade zu erlangen; und gerade das will ich dir eröffnen. Um diese Gnade Gottes zu finden, muss man Maria finden.

Stellung und Vorrechte Mariens

1. Maria allein hat Gnade vor Gott gefunden, sowohl für sich selbst wie auch für jeden einzelnen Menschen (Lk l, 30). Die Patriarchen, die Propheten und alle Heiligen des Alten Bundes haben diese Gnade nicht gefunden.

2. Maria hat dem Urheber aller Gnade Sein und Leben geschenkt; darum heißt sie Mutter der Gnade, Mater gratiae.

3. Gott Vater, wesenhafte Quelle jeder vollkommenen Gabe und jeder Gnade 0ak l, 17), hat ihr seinen Sohn und damit alle seine Gnaden geschenkt. In ihm und mit ihm ist ihr also der Wille Gottes übergeben, so lehrt der heilige Bernhard.

4. Gott hat Maria zur Hüterin, Verwalterin und Ausspenderin seiner Gnaden erwählt: Alle seine Gnaden und alle seine Gaben gehen also durch ihre Hände. Und der heilige Bernhard lehn, dass sie aufgrund der ihr von Gott verliehenen Macht die Gnaden des Ewigen Vaters, die Tugenden Jesu Christi und die Gaben des Heiligen Geistes verteilt an wen sie will, wie sie will, wann sie will und in welchem Maße sie will.

5. Wie in der Ordnung der Natur ein Kind einen Vater und eine Mutter haben muss, so muss in der Ordnung der Gnade ein wahres Kind der Kirche Gott zum Vater und Maria zur Mutter haben. Wenn einer sich rühmt, er habe Gott zum Vater, aber dabei keine rechte Kindesliebe für Maria hegt, dann ist er ein Lügner und hat nur den Satan zum Vater.

6. Da Maria das Haupt der Auserwählten, Jesus Christus, gebildet hat, ist es auch ihre Aufgabe, die Glieder am Leibe dieses Hauptes zu bilden, nämlich die wahren Christen. Eine Mutter bringt ja nicht das Haupt ohne die Glieder zur Welt, noch die Glieder ohne das Haupt. Wer darum ein Glied Jesu Christi sein will, der voll der Gnade und Wahrheit ist (Joh l, 14), der muss mittels der Gnade Jesu Christi in Maria gestaltet werden. Denn in ihr wohnt der Herr in seiner Fülle, damit sie ihn in seiner Fülle, weitergeben kann an die wahren Glieder Jesu Christi und an ihre wahren Kinder.

7. Der Heilige Geist hat sich Maria anverlobt und in ihr, durch sie und aus ihr sein Meisterwerk hervorgebracht, Jesus Christus, das menschgewordene Ewige Wort. Niemals hat er Maria verstoßen, und darum bringt er täglich in ihr und durch sie auf geheimnisvolle, aber durchaus wirkliche Weise die Auserwählten hervor.

8. Maria hat von Gott eine besondere Macht erhalten, die Seelen zu nähren und ihr Wachstum in Gott zu fördern. Der heilige Augustinus sagt sogar, alle Auserwählten seien auf Erden im Schoß Mariens eingeschlossen und kämen erst dann ans Licht, wenn diese gute Mutter sie zum ewigen Leben gebiert. Wie darum das Kind seine ganze Nahrung von der Mutter erhält, und zwar in einer seiner Schwäche angepassten Form, so empfangen die Auserwählten ihre ganze geistige Nahrung und ihre ganze Kraft von Maria.

9. Zu Maria hat Gott Vater gesprochen: Meine Tochter, schlage deine Wohnung in Jakob auf, nämlich in meinen Auserwählten, die durch Jakob versinnbildlicht sind. Zu Maria sprach Gott Sohn: Meine geliebte Mutter, in Israel soll dein Erbe sein, das heißt in den Gotteskindern. Zu Maria hat schließlich der Heilige Geist gesprochen: Meine getreue Braut, schlage Wurzeln in meinen Auserwählten. Wer darum erwählt und vorherbestimmt ist, der hat die Gottesmutter bei sich in seiner Seele. Er lässt sie darin die Wurzeln einer tiefen Demut, einer glühenden Gottesliebe und aller Tugenden schlagen.

WORT DER HEILIGEN SCHRIFT

Von der Weisheit spricht der nachfolgende Text. Die Menschwerdung Gottes aus Maria, der Jungfrau, ist einzigartiger Ausdruck göttlicher Weisheit, sodass schließlich folgende Verse gerne auch auf Maria bezogen werden.

„Der Herr hat mich geschaffen als Anfang seiner Wege,
vor seinen Werken in der Urzeit; vor aller Zeit wurde ich gebildet, am Anbeginn, vor dem Anfang der Erde…
Als er den Himmel baute, war ich dabei…
als er die Grundfesten der Erde legte,
da war ich als seine Vertraute bei ihm.
Ich war seine Freude Tag um Tag
und spielte vor ihm allezeit.
Ich spielte auf seinem Erdenrund
und hatte meine Freude an den Menschen.
Nun, ihr Söhne, hört auf mich,
wohl dem, der auf meine Wege achtet!
Hört die Mahnung und werdet weise,
schlagt sie nicht aus!
Wohl dem, der auf mich hört,
der Tag um Tag an meinen Türen wacht
und die Pfosten meiner Tore hütet.
Wer mich findet, findet Leben
und erlangt Wohlgefallen beim Herrn“
(Spr 8, 22 - 35).

GEBET

Allmächtiger, ewiger Gott, du hast durch die Mitwirkung des Heiligen Geistes den Leib und die Seele der allzeit reinen Jungfrau Maria zu einer würdigen Wohnstätte deines Sohnes bereitet: Gib mir, dass ich durch Marias Fürbitte vor jedwedem Unheil an Leib und Seele bewahrt bleibe, sodass auch ich ein Tempel des Heiligen Geistes sein kann. Amen.

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Gebete

 

Den folgenden Abschnitt bezeichnet Ludwig von Montfort als zweite Woche und empfiehlt in

Die wahre Andacht zu Maria:

„Während der zweiten Woche sollen sie sich in allen ihren Gebeten und täglichen Werken bemühen, Maria kennenzulernen. Sie sollen den Heiligen Geist um diese Erkenntnis bitten. Was in diesem Buche gesagt ist, das können sie lesen und betrachten. Wie in der ersten Woche sollen sie die Litanei zum Heiligen Geist und ,Meerstern, sei gegrüßet’ beten, dazu in dieser Meinung täglich die drei Rosenkränze oder wenigstens einen.“

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7 weitere Stufen

 

 

 

Stufe 19

 



Der Besuch Marias bei Elisabet (Lk 1, 39 - 56) ist Zeichen hilfsbereiter Liebe. Wer aber ist…

LIEBLOS

Gleite ich über die Lieblosigkeiten des alltäglichen Lebens hinweg? Zähle ich auch zu jenen, die unfreiwillige Zerstreuungen beim Gebet aufbauschen und sie in der Beichte bekennen, aber über die groben Verstöße gegen das Hauptgebot der Liebe schweigen? Und doch will der Herr an der Liebe erkennen, ob wir seine Jünger sind (Joh 13, 35).

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Nach Worten Ludwigs von Montfort
Über die wahre Andacht zu Maria (171 - 172)

Ganzhingabe und Nächstenliebe

Ein weiterer Ansporn, uns diese Form der Marienverehrung zu eigen zu machen, ist de große Nutzen, der unserem Nächsten daraus erwächst; denn sie ist eine hervorragende Übung der Nächstenliebe. Wir schenken nämlich dem Nächsten durch die Hände Mariens unseren teuersten Besitz: den Sühnewert und den fürbittenden Wert aller unserer guten Werke. Nicht einmal den kleinsten guten Gedanken oder das geringste Leiden nehmen wir aus. Alles, was wir an Sühnewerten erworben haben und bis zum Tode noch erwerben werden, überlassen wir der heiligsten Jungfrau, damit sie es zur Bekehrung der Sünder oder zur Befreiung der Verstorbenen aus dem Läuterungsprozess verwende.

Ist das nicht vollkommene Nächstenliebe? Heißt das nicht, ein wahrer Jünger Jesu Christi sein, den man an der Nächstenliebe erkennt (Joh 13, 35)? Heißt das nicht, ohne Angst vor Selbstgefälligkeit Sünder bekehren und die Verstorbenen aus der Läuterung befreien, ohne dass man dazu viel anderes tut als seine Pflicht? Um die Bedeutung dieses Beweggrundes recht einzuschätzen, muss man sich bewusst werden, was die Bekehrung eines Sünders oder die Befreiung eines Verstorbenen aus der Läuterung wert ist. Es ist eine Tat von unendlichem Wert, größer als die Schöpfung des Himmels und der Erde, weil man damit einer Seele die völlige, ewige Geborgenheit in Gott ermöglicht. Und befreit man durch seine Hingabe in einem ganzen Leben auch nur eine Seele aus der Läuterung, bekehrte man auch nur einen einzigen Sünder, es müsste hinreichen, um jeden wahrhaftig barmherzigen Menschen zur Totalhingabe zu bewegen.

Wenn aber unsere guten Werke durch die Hände Mariens gehen, gewinnen sie außerdem an Reinheit und darum auch an Verdienst, an sühnendem und fürbittendem Wert. Dadurch lindern sie viel wirksamer die Pein der jenseitigen Läuterung und tragen mehr zur Bekehrung der Sünder bei, als wenn sie nicht durch die jungfräulichen und freigebigen Hände Mariens gingen. Das Wenige, das man ohne Eigenwillen, aus gänzlich uneigennütziger Nächstenliebe durch die heiligste Jungfrau herschenkt, gewinnt in Wahrheit große Macht, Gottes strafende Gerechtigkeit abzuwenden und sein Erbarmen herabzuziehen. Und vielleicht wird es sich beim Tode eines Menschen, der diese Hingabe recht treu geübt hat herausstellen, dass er dadurch viele Verstorbene aus der Läuterung befreit und viele Sünder bekehrt hat, obwohl er nur seine gewöhnlichen Pflichten erfüllte. Welche Freude für ihn bei seinem Gericht! Welche Herrlichkeit in der Ewigkeit!

WORTE DER HEILIGEN SCHRIFT

„Daran kann man die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels erkennen: Jeder, der die Gerechtigkeit nicht tut und seinen Bruder nicht liebt, ist nicht aus Gott.

Denn das ist die Botschaft, die ihr von Anfang an gehört habt: Wir sollen einander lieben und nicht wie Kain handeln, der von dem Bösen stammte und seinen Bruder erschlug. Warum hat er ihn erschlagen? Weil seine Taten böse, die Taten seines Bruders aber gerecht waren.

Wundert euch nicht, meine Brüder, wenn die Welt euch hasst. Wir wissen, dass wir aus dem Tod in das Leben hinübergegangen sind, weil wir die Brüder lieben. Wer nicht liebt, bleibt im Tod. Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Mörder, und ihr wisst: Kein Mörder hat ewiges Leben, das in ihm bleibt. Daran haben wir die Liebe erkannt, dass Er sein Leben für uns hingegeben hat. So müssen auch wir für die Brüder das Leben hingeben. Wenn jemand Vermögen hat und sein Herz vor dem Bruder verschließt, den er in Not sieht, wie kann die Gottesliebe in ihm bleiben? Meine Kinder, wir wollen nicht mit Wort und Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit.

Und das ist sein Gebot: Wir sollen an den Namen seines Sohnes Jesus Christus glauben und einander lieben, wie es seinem Gebot entspricht. Wer seine Gebote hält, bleibt in Gott und Gott in ihm. Und dass er in uns bleibt, erkennen wir an dem Geist, den er uns gegeben hat“ (1 Joh 3, 10 - 18, 23f).

GEBET

Gott, Vater im Himmel, du hast die seligste Jungfrau Maria mir als liebevolle Mutter gegeben; gewähre, dass ich unter ihrem Schutz dich in allem und über alles auf Erden liebe und dann in die vollkommene Gemeinschaft deiner Liebe im Himmel aufgenommen werde. Amen.

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Stufe 18

 



Maria (Lk 1, 39) „eilte“ zu Elisabet. Unnützes Zuwarten ist sinnlos. Ein Gegensatz dazu…

FAULENZEREI

Die Faulenzerei wird häufig übersehen oder nicht ernst genommen, obwohl sie eine von den unverschämtesten Hauptsünden ist. Bin auch ich zu bequem, mich rastlos zu mühen um das eigene Heil, ganz zu schweigen vom Heil der Mitmenschen? – Wer Jesus nachfolgt weiß: Das Himmelreich leidet Gewalt, und nur die Gewalt brauchen, reißen es an sich (Mt 11, 12).

EINFACH ZUM ÜBERLEGEN

Nach Worten Ludwigs von Montfort
Brief an die Freunde des Kreuzes (2)

Ermunterung

Ihr wollt, meine Freunde des Kreuzes, als Soldaten des Gekreuzigten in dieser Welt kämpfen, und zwar nicht durch Flucht, wie es selbst bei eifrigen Christen geschieht, aus Angst, von ihr besiegt zu werden, sondern als mutige und tapfere Krieger, die nicht wanken noch weichen. Seid mutig und kämpft unerschrocken! Schließt euch fest zusammen; denn die Einheit eurer Herzen und Seelen ist für Welt und Satan unbezwinglicher und schrecklicher, als die Verteidigungstruppen eines wohlgeeinten Reiches es für den Feind sind. Die Bosheit sucht sich Gesellschaft, um euch zu verderben; so eint euch, um sie niederzuwerfen! Die Geizhälse bilden Gemeinschaften, um Gold und Silber zu erhandeln; so eint auch ihr eure Mühen, um die Schätze der Ewigkeit zu gewinnen, die im Kreuz verborgen sind! Die Lüstlinge verbünden sich, um zu genießen; so eint euch denn, um zu leiden! Ihr nennt euch Verehrer des Kreuzes. Welch großer Name! Ich gestehe, er entzückt und blendet mich; denn er ist strahlender als die Sonne, erhabener als der Himmel, ehrenvoller und glorreicher als die großartigsten Titel der Könige und Kaiser. Es ist der Name Jesu Christi, des Gottmenschen; es ist die unzweideutige Bezeichnung eines Christen.

WORTE DER HEILIGEN SCHRIFT

„Zuletzt kam auch der Diener, der das eine Talent erhalten hatte, und sagte: Herr, ich wusste, dass du ein strenger Mann bist; du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast; weil ich Angst hatte, habe ich dein Geld in der Erde versteckt. Hier hast du es wieder. Sein Herr antwortete ihm: Du bist ein schlechter und fauler Diener! Du hast doch gewusst, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe. Hättest du mein Geld wenigstens auf die Bank gebracht, dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückerhalten. Darum nehmt ihm das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat! Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen“ (Mt 25, 24 - 30).

GEBET

Allmächtiger, ewiger Gott, lenke mein Tun nach deinem Wohlgefallen, damit ich im Dienst deines gekreuzigten Sohnes voll Eifer Werke der Nächstenliebe vollbringe. Entflamme mein Herz mit der Glut deines Geistes, damit ich fest im Glauben und wendig in der Erfüllung deines Willens bin. Amen.

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Stufe 17

 



Maria betet und sagt von Gott (Lk 1, 52), er „erhöht die Niedrigen“. Gott liebt das Schlichte, Einfache. Menschen, die dieser Welt leben, sind…

EINGEBILDET

Überheblichkeit und Anmaßung war die Ursünde der Engel und der Menschen. Stolz hält auch heute noch die Menschen fern von Gott, denn: „Gott tritt den Stolzen entgegen, den Demütigen aber schenkt er seine Gnade“ (Jak 4, 6).

EINFACH ZUM ÜBERLEGEN

Nach Ludwig von Montfort
Brief an die Freunde des Kreuzes (16 - 17)

„Wer zu mir gehören will“ – sagt Jesus. Ich habe mich so sehr verdemütigt und entäußert, dass ich mehr einem Wurme glich als einem Menschen (Ps 22, 7). Ich kam (Ps 40, 8; Hebr 10, 7. 9.) nur in die Welt, um das Kreuz zu umfangen. Ich habe es mitten in mein Herz (Ps 40, 9) gepflanzt und es von meiner Jugend an geliebt (Weish 8, 2). Ich habe mich mein Leben lang nach ihm gesehnt (Lk 12, 50), es mit Freuden getragen und es allen Freunden des Himmels und de Erde vorgezogen (Hebr 12, 2). Und ich hatte keine Ruhe, bis ich in seiner göttlichen Umarmung starb.

Wer mir nachfolgen will, mir, so erniedrigt und gekreuzigt (Phil 2, 6ff), der rühme sich wie ich nur in der Armut, den Verdemütigungen und Leiden meines Kreuzes und verleugne sich selbst…

Wehe den Weisen dieser Welt, den großen Geistern und aufgeblasenen Freidenkern, die sich auf ihre Geistesblitze und Talente etwas einbilden! Wehe jenen großen Schwätzern, die nur viel Lärm machen und keine andere Frucht bringen als die ihrer Eitelkeit! Wehe jenen hochnäsigen Frömmlern, die überall die Vornehmtuerei des stolzen Luzifers an sich tragen – „Ich bin nicht wie die ändern“ (Lk 18, 11), die sich niemals tadeln lassen, ohne sich zu entschuldigen, sich niemals angreifen lassen, ohne sich zu verteidigen, sich niemals erniedrigen lassen, ohne sich zu erheben! Hütet euch wohl, in eure Gemeinschaft jene zimperlichen Sinnenmenschen aufzunehmen, die den kleinsten Nadelstich schon fürchten, die beim geringsten Schmerz schreien und klagen, die sich niemals Bußwerke auferlegt haben und die genug durchtrieben sind, ihre Zimperlichkeit und ihren Mangel an Abtötung unter ihren Modeandachten zu verbergen.

WORTE DER HEILIGEN SCHRIFT

„Einigen, die von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt waren und die anderen verachteten, erzählte Jesus dieses Beispiel: Zwei Männer gingen zum Tempel hinauf, um zu beten; der eine war ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stellte sich hin und sprach leise dieses Gebet: Gott, ich danke dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin, die Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort. Ich faste zweimal in der Woche und gebe dem Tempel den zehnten Teil meines ganzen Einkommens. Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen und wagte nicht einmal, seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug sich an die Brust und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser kehrte als Gerechter nach Hause zurück, der andere nicht. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden“ (Lk 18, 9 - 14).

GEBET

Gott Vater im Himmel, du liebst die Einfachheit schlichter Herzen, verleihe mir die Ausdauer, die Demut der seligen, allzeit jungfräulichen Gottesmutter Maria stets nachzuahmen, die in ihrer Jungfräulichkeit dein Wohlgefallen fand und Dank ihrer Demut unseren Herrn Jesus Christus empfangen durfte. Amen.

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Stufe 16

 



„Mir geschehe,“ spricht Maria (Lk 1, 38), „sie bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen“ (Lk 2, 19). Ihr Leben gehört Gott. Meines? –

FALSCH VERLIEBT

Wenn ich mich hinwenden will zu Gott, muss ich mich notwendigerweise von der Welt (Jak 4, 4) und von mir selbst abwenden. Wie stark hänge ich an meinem eigenen Ich, was muss ich in mir bekämpfen? Wer Jesus nachfolgt weiß, dass er sich von der Welt und dem Begehren seines eigenen Fleisches loslösen muss, um die „Liebe zum Vater“ (1 Joh 2, 15) zu haben.

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Nach Worten Ludwigs von Montfort
Brief an die Freunde des Kreuzes (47)

Gott wirkt im Verborgenen

Seid überzeugt, dass alles in uns angekränkelt ist durch die Sünde unserer Stammeltern und durch unsere persönlichen Sünden, und zwar nicht nur die körperlichen Sinne, sondern auch alle unsere seelischen Kräfte. Wenn daher unser sündiger Geist irgendeine Gabe Gottes in uns mit Überlegung und Selbstgefälligkeit betrachtet, dann wird diese Gabe, diese Gnade ganz befleckt und verdorben… Wenn schon Gedanken des menschlichen Geistes so die besten Werke und die göttlichen Gaben verderben, was sollten wir da erst von den Äußerungen des Eigenwillens sagen, die noch verderbter sind als bloße Gedanken? Darum darf man sich nicht wundern, wenn es Gott gefällt, die Seinen „im Schutz seines Angesichts“ (Ps 31, 21) zu verbergen, damit sie nicht von Blicken der Menschen noch von ihrer eignen Erkenntnis befleckt werden. Und was tut dieser eifersüchtige Gott nicht alles, um sie zu verbergen! Wieviel Demütigungen schickt er ihnen! In wie viele Fehler lässt er sie fallen! Von welchen Versuchungen lässt er sie überfallen, so wie den heiligen Paulus (2 Kor 12, 7)! In welcher Unsicherheit, in welchem Dunkel, in welcher Ratlosigkeit lässt er sie! Wie wunderbar ist doch Gott in seinen Heiligen und in den Wegen, die er einschlägt, um sie zur Demut und zur Heiligkeit zu führen!

WORTE DER HEILIGEN SCHRIFT

„Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht. Wer an seinem Leben hängt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben. Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Wenn einer mir dient, wird der Vater ihn ehren“ (Joh 12, 24ff).

GEBET

Gott, du hast unsichtbare Güter denen bereitet, die dich lieben; gieße meinem Herzen eine tiefe Liebe zu dir ein, damit ich dich in allem und über alles liebe und deine Verheißungen erlangen möge, die alle Wünsche übersteigen. Amen.

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Stufe 15

 



Maria glaubt und ist bereit, das Wort Gottes anzunehmen (Lk 1, 38): „Mir geschehe, wie du gesagt hast.“

VERZICHT

Wer Christus nachfolgt weiß, wie notwendig und heilsam das innere Verzichten ist. Das Schlechte und Sündhafte soll ausgerottet werden, um Raum zu schaffen für die „Kraft des Höchsten“ (Lk 1, 35).

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Nach Worten Ludwigs von Montfort
Über die wahre Andacht zu Maria (81)

Selbstentsagung

Um uns selbst klar zu erkennen, müssen wir außerdem uns selbst täglich absterben: das heißt, wir müssen auf die Tätigkeit unserer Seelenkräfte und unserer leiblichen Sinne verzichten; wir müssen sehen, als sähen wir nicht, hören, als hörten wir nicht, die Dinge dieser Welt gebrauchen, als gebrauchten wir sie nicht (1 Kor 7, 31); der heilige Paulus nennt das „täglich sterben“ (1 Kor 15, 31). – „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein“ (Joh 12, 24) – und bringt keine gute Frucht hervor. Wenn wir uns nicht selbst absterben, und wenn unsere frömmsten Andachtsübungen uns nicht zu diesem notwendigen und fruchtbaren Sterben führen, werden wir keine nennenswerte Frucht hervorbringen. Unsere religiösen Übungen bringen uns keinen Nutzen; alle unsere guten Werke werden befleckt sein von unserer Eigenliebe und unserem Eigenwillen. Selbst an unseren größten Opfern und besten Handlungen wird Gott kein Wohlgefallen haben, und bei unserem Tode werden wir mit leeren Händen dastehen, ohne Tugenden und Verdienste. Wir werden nicht einen Funken der reinen Liebe besitzen; denn diese wird nur jenen Seelen geschenkt, die sich selbst abgestorben sind und deren Leben mit Christus in Gott verborgen ist (Kol 3, 3).

WORTE DER HEILIGEN SCHRIFT

„Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde und wir nicht Sklaven der Sünde bleiben. Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde. Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden. Wir wissen, dass Christus, von den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod hat keine Macht mehr über ihn. Denn durch sein Sterben ist er ein für allemal gestorben für die Sünde, sein Leben aber lebt er für Gott. So sollt auch ihr euch als Menschen begreifen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus.

Daher soll die Sünde euren sterblichen Leib nicht mehr beherrschen, und seinen Begierden sollt ihr nicht gehorchen. Stellt eure Glieder nicht der Sünde zur Verfügung als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern stellt euch Gott zur Verfügung als Menschen, die vom Tod zum Leben gekommen sind, und stellt eure Glieder als Waffen der Gerechtigkeit in den Dienst Gottes. Die Sünde soll nicht über euch herrschen; denn ihr steht nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade“ (Röm 6, 6 - 14).

GEBET

Dich bitte ich, Gott, stärke mein Bemühen um Verzicht und Entsagung, säubere mich dadurch von allem, was noch vom alten Menschen in mir ist, und wandle mich um in eine neue Schöpfung. Ich bitte dich, Gott, suche mich heim und reinige mein Inneres, damit Jesus Christus, dein Sohn, bei seinem Kommen mich wachsam finde, Amen.

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Stufe 14

 



Zum Leben Mariens gehören Verbannung und Schande, wie die Flucht nach Ägypten (Mt 2, 13 - 23) und die Kreuzigung (Joh 19, 25ff) erkennen lassen.

MACHT DER BOSHEIT

Kraft des Heiligen Geistes kann ein Mensch jede Bosheit erkennen, die in ihm steckt oder ihn erfasst. Der Jünger Jesu weiß, dass auch diese Erkenntnis Gnade ist, um die er immer wieder beten soll.

EINFACH ZUM ÜBERLEGEN

Nach Worten Ludwigs von Montfort
Über die wahre Andacht zu Maria (78 - 80)

Wir müssen uns von allem Schlechten in uns befreien

Unsere besten Handlungen werden gewöhnlich befleckt und verdorben durch den schlechten geistigen Unterbau, der in uns steckt. Wenn man reines und klares Wasser in ein übelriechendes Gefäß gießt, oder Wein in ein Fass, dessen Innenwände verunreinigt sind von einem anderen Wein, der darin war, dann wird das klare Wasser und der gute Wein dadurch verdorben und nimmt leicht den schlechten Geruch an. Ebenso geht es, wenn Gott in unsere von der Ursünde und von persönlichen Sünden verdorbene Seele seine Gnaden und seinen himmlischen Tau oder den köstlichen Wein seiner Liebe gießt: Seine Gaben werden gewöhnlich verdorben und verunreinigt durch den üblen Bodensatz und schlechten Hintergrund, den die Sünde in uns zurückgelassen hat; unsere Handlungen, ja selbst die erhabensten Tugenden kranken daran. Wollen wir daher die Vollkommenheit erlangen, die man nur durch die Vereinigung mit Jesus Christus erringen kann, dann müssen wir das abstreifen, was in uns schlecht ist. Sonst wird unser Herr, der völlig rein ist und den kleinsten Makel in der Seele gänzlich verabscheut… sich nicht mit uns vereinigen können.

Um uns selbst klar zu erkennen, müssen wir im Lichte des Heiligen Geistes zunächst erfassen, welche schlechten Grundlagen in uns stecken, wie schwach zu allem, was unserem Heil dient, wie unbeständig

zu allen Zeiten, wie unwürdig jeder Gnade gegenüber und wie zwiespältig überall wir sind. Die Ursünde unserer Stammeltern hat uns fast gänzlich verdorben, sie hat uns durchsäuert, aufgebläht und unser Wesen verändert, so wie Germ den Teig durchsäuert, aufbläht und innerlich verändert. Die persönlichen Sünden, die wir begangen haben, seien es schwere oder lässliche Sünden, haben unsere Begierlichkeit, unsere Schwachheit, unsere Unbeständigkeit und Verderbtheit noch erhöht und üble Spuren in unserer Seele zurückgelassen.

Unser Anteil ist nichts als Hochmut und Verblendung im Geist (Röm 6, 6), Verhärtung im Herzen, Schwachheit und Unbeständigkeit in der Seele, Begierlichkeit, rebellische Leidenschaften und Krankheiten im Leib…

Soll man sich da wundern, wenn Jesus gesagt hat, wer ihm folgen wolle, müsse sich selbst entsagen und das eigene Leben hassen? Wer sein Leben liebt, der werde es verlieren, und wer es hasse, der werde es retten (Joh 12, 25ff)…

WORTE DER HEILIGEN SCHRIFT

„Wir wissen, dass das Gesetz selbst vom Geist bestimmt ist; ich aber bin Fleisch, das heißt: verkauft an die Sünde. Denn ich begreife mein Handeln nicht: Ich tue nicht das, was ich will, sondern das, was ich hasse. Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, erkenne ich an, dass das Gesetz gut ist. Dann aber bin nicht mehr ich es, der so handelt, sondern die in mir wohnende Sünde. Ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; das Wollen ist bei mir vorhanden, aber ich vermag das Gute nicht zu verwirklichen. Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will. Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, dann bin nicht mehr ich es, der so handelt, sondern die in mir wohnende Sünde. Ich stoße also auf das Gesetz, dass in mir das Böse vorhanden ist, obwohl ich das Gute tun will. Denn in meinem Innern freue ich mich am Gesetz Gottes, ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das mit dem Gesetz meiner Vernunft im Streit liegt und mich gefangen hält im Gesetz der Sünde, von dem meine Glieder beherrscht werden. Ich unglücklicher Mensch! Wer wird mich aus diesem dem Tod verfallenen Leib erretten? Dank sei Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn! Es ergibt sich also, dass ich mit meiner Vernunft dem Gesetz Gottes diene, mit dem Fleisch aber dem Gesetz der Sünde“ (Röm 7, 14 - 25).

GEBET

Gewähre, allmächtiger Gott, dass die Würde meiner menschlichen Natur, die durch die Macht der Bosheit verletzt ist, wiederhergestellt werde. Tilge alles, mein Herr und Gott, was noch vom alten, sündigen Menschen heimlich in mir steckt, und mache mich fähig und bereit, heilig zu leben. Amen.

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Stufe 13

 



Besonnen stellt Maria die Frage (Lk 1, 34): „Wie soll das geschehen?“ Denn sie „dachte darüber nach“ (2, 19).

SELBSTERKENNTNIS

Wer nicht seine Armseligkeit erkennt, sein persönliches Unvermögen, wird kaum den Weg zu Gott beschreiten können. Der Jünger Jesu weiß, dass nur göttliche Kraft es ist, die alles in ihm bewirkt, was er wirkt (1 Kor 15, 10), denn das Heil ist Gabe Gottes, nicht ein Lohn, der verdient werden könnte (Röm 11, 6).

EINFACH ZUM ÜBERLEGEN

Nach Worten Ludwigs von Montfort
Brief an die Freunde des Kreuzes (5 - 6)

Gewissensfragen

Meine lieben Freunde des Kreuzes, ist euer Tun, was euer erhabener Name sagt? Habt ihr wenigstens das wahre Verlangen und den festen Willen, mit der Gnade Gottes echte Freunde des Kreuzes zu werden im Schatten des Kreuzes auf Golgota und an der Seite der schmerzgequälten Mutter?… Habt ihr den wahren Weg des Lebens (Jer 21, 8) betreten, den engen und dornigen Weg nach Golgota? Seid ihr nicht vielleicht unbewusst auf den breiten Weg der Welt geraten, der ins Verderben führt? Wisst ihr denn, dass es einen Weg gibt, der dem Menschen gerade und sicher erscheint und doch zum Tode (Spr 14, 12) führt? Unterscheidet ihr auch die Stimme Gottes und seiner Gnade von der Stimme der Welt und der Natur? Vernehmt ihr wohl die Stimme Gottes, unseres guten Vaters… Hört ihr, wie er euch mit ausgebreiteten Armen liebend entgegenruft: „Sondere dich ab, mein erwähltes Volk (Offb 18, 4), ihr geliebten Freunde des Kreuzes Christi. Sondert euch ab von den Weltmenschen… Hütet euch wohl, dem Rate der Frevler zu folgen, den Weg der Sünder zu gehen und in ihrer Runde zu sitzen (Ps 1, 1). Entflieht aus dem großen und ruchlosen Babylon (Jes 48, 20). Hört nur auf die Stimme meines geliebten Sohnes und folgt seinen Spuren. Er ist für euch der Weg, die Wahrheit und das Leben (Joh 14, 6). Er ist euer Vorbild, auf ihn sollt ihr hören (Mt 17, 5). Vernehmt ihr nicht Jesus, der kreuzbeladen euch zuruft: Folgt mir nach (Mt 4, 19); wer mir folgt, wandelt nicht in der Finsternis (Joh 8, 12); habt Mut ich habe die Welt besiegt (Joh 16, 33).

WORTE DER HEILIGEN SCHRIFT

„Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! Denn wie ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden. Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! – und dabei steckt in deinem Auge ein Balken? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herausziehen“ (Mt 7, 1 - 5).

„Als aber die Güte und Menschenliebe Gottes, unseres Retters, erschien, hat er uns gerettet – nicht weil wir Werke vollbracht hätten, die uns gerecht machen können, sondern aufgrund seines Erbarmens – durch das Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung im Heiligen Geist“ (Tit 3, 4f).

GEBET

Mein Herr und mein Gott, jedes Herz liegt vor dir offen, jedes Wollen spricht laut zu dir, und kein Geheimnis ist dir verborgen; reinige durch das Wirken des Heiligen Geistes in mir die Gedanken meines Herzens, damit ich meine völlige Abhängigkeit von dir erkenne und erfasse, dass nur du es bist, der durch mich alles Gute bewirkt, das ich tun darf, Amen.

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Gebete

 



GEBETE

Ludwig von Montfort bezeichnet den folgenden Abschnitt als erste Woche und schreibt darüber in

Die wahre Andacht zu Maria:

„Während der ersten Woche sollen sie alle ihre Gebete und Frömmigkeitsübungen aufopfern, um Selbsterkenntnis und Reue über ihre Sünden zu erflehen; und sie sollen alles im Geiste der Demut tun.

Sie können zu diesem Zweck betrachten, was ich von unserem schlechten Wesenskern gesagt habe. Sie sollen zum Herrn und zu seinem heiligen Geist um Erleuchtung beten mit den Worten: ,Herr, dass ich sehe’, oder ,Herr, schenke mir Selbsterkenntnis’, oder ,Komm, Heiliger Geist’. Außerdem sollen sie täglich die Litanei zum Heiligen Geist mit dem darauffolgenden Gebet beten.

Sie mögen sodann ihre Zuflucht zur Mutter Gottes nehmen und sie um diese große Gnade bitten, die ja die Voraussetzung für alle anderen Gnaden ist. Zu diesem Zweck sollen sie täglich, Meerstern, sei gegrüßet’ und die Lauretanische Litanei beten.“

Gebetsimpulse:

Herr, dass ich sehe!
Herr, schenke mir Selbsterkenntnis!
Komm, Heiliger Geist!

LITANEI ZUM HEILIGEN GEIST

Herr, erbarme dich
Christus, erbarme dich
Herr, erbarme dich
Christus, höre uns – Christus, erhöre uns
Gott Vater vom Himmel, erbarme dich unser
Gott Sohn, Erlöser der Welt
Gott Heiliger Geist

Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott
Heiliger Geist, gleicher Majestät
mit dem Vater und dem Sohn

Heiliger Geist, mit dem Vater und dem Sohn
zugleich angebetet und verherrlicht
Heiliger Geist, Herr und Spender allen Lebens
Geist des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe
Geist der Wahrheit und Liebe
Geist der Weisheit und des Verstandes
Geist des Rates und der Stärke
Geist der Wissenschaft und der Frömmigkeit
Geist der Furcht des Herrn
Geist der Freude und des Friedens
Geist der Demut und Milde
Geist der Geduld und Langmut
Geist der Güte und Erbarmung
Geist der Keuschheit und Jungfräulichkeit
Geist der Treue und Wahrhaftigkeit
Geist der Heiligkeit und Gerechtigkeit
Geist der Vollkommenheit
Geist der auserwählten Kinder Gottes

Sei uns gnädig – verschone uns, Herr
Sei uns gnädig – erhöre uns, Herr

Von allem Übel – erlöse uns, Herr
Von aller Sünde
Von den Nachstellungen des bösen Feindes
Von Unglauben und Aberglauben
Von Kleinmut und Verzweiflung
Von freventlicher Vermessenheit
Vom Widerstreben gegen die erkannte Wahrheit
Von einem verstockten und unbußfertigen Herzen
Von aller Feindseligkeit und Gehässigkeit
gegen unseren Nächsten
Von aller Unlauterkeit
Von aller Unwahrheit
Von Hoffart und Überheblichkeit
Von Missgunst und Neid
Von aller Oberflächlichkeit und Blindheit des Geistes
In der Stunde unseres Todes

Wir armen Sünder – wir bitten dich erhöre uns
Dass du unsere heilige Kirche leiten und erhalten wollest
Dass du den Heiligen Vater und alle Bischöfe erleuchten und stärken wollest
Dass du unsere Seelsorger heiligen wollest
Dass du dem ganzen christlichen Volk ein Herz und eine Seele verleihen wollest
Dass du alle Irrenden zur Erkenntnis der Wahrheit und zur Einheit des Glaubens fuhren wollest
Dass du allen Völkern einen dauerhaften Frieden schenken wollest
Dass du die Gläubigen mit deinen Gaben erfüllen wollest
Dass du uns eine tiefe Erkenntnis deiner unbefleckten Braut Maria verleihen wollest
Dass du die Seelen der Verstorbenen in die ewige Freude führen wollest

Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, verschone uns, Herr
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, erhöre uns, Herr
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, erbarme dich unser

Sendest du deinen Geist aus, so werden sie alle erschaffen und du erneuerst das Gesicht der Erde.

Lasset uns beten:
Gott, du hast die Herzen deiner Gläubigen durch die Erleuchtung des Heiligen Geistes gelehrt. Gib, dass wir in diesem Geist erkennen, was recht ist, und allezeit seinen Trost und seine Hilfe erfahren. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn.
Amen.

MEERSTERN, SEI GEGRÜSSET

Meerstern, sei gegrüßet,
Gottes hohe Mutter, allzeit reine Jungfrau,
selig Tor zum Himmel!

Du nahmst an das AVE aus des Engels Munde.

Wend den Namen EVA, bring uns Gottes Frieden.

Zeige dich als Mutter,
denn dich wird erhören, der auf sich genommen,
hier dein Sohn zu werden.

Jungfrau ohnegleichen,
Gütige vor allen, uns, die wir erlöst sind,
mach auch rein und gütig.

Lös der Schuldner Ketten,
mach die Blinden sehend, allem Übel wehre,
jeglich Gut erwirke.

Gib ein lautres Leben,
sicher uns geleite, dass wir einst in Freuden
Jesus mit dir schauen.

Lob sei Gott dem Vater,
Christ, dem Höchsten, Ehre
und dem Heiligen Geiste.
Amen.

LAURETANISCHE LITANEI

Herr, erbarme dich
Christus, erbarme dich
Herr, erbarme dich

Christus, höre uns
Christus, erhöre uns

Gott Vater im Himmel, erbarme dich unser
Gott Sohn, Erlöser der Welt
Gott Heiliger Geist

Heiliger dreifaltiger Gott
Heilige Maria, bitte für uns
Heilige Mutter Gottes
Heilige Jungfrau
Mutter Christi
Mutter der göttlichen Gnade
Mutter, du Reine
Mutter, du Keusche
Mutter ohne Makel
Mutter, du viel Geliebte
Mutter, so wunderbar
Mutter des guten Rates
Mutter der schönen Liebe
Mutter des Schöpfers
Mutter des Erlösers
Du kluge Jungfrau
Jungfrau, von den Völkern gepriesen
Jungfrau, mächtig zu helfen
Jungfrau voller Güte
Jungfrau, du Magd des Herrn
Du Spiegel der Gerechtigkeit
Du Sitz der Weisheit
Du Ursache unserer Freude
Du Kelch des Geistes
Du kostbarer Kelch
Du Kelch der Hingabe
Du geheimnisvolle Rose
Du starker Turm Davids
Du elfenbeinerner Turm
Du goldenes Haus
Du Bundeslade Gottes
Du Pforte des Himmels
Du Morgenstern
Du Heil der Kranken
Du Zuflucht der Sünder
Du Trost der Betrübten
Du Hilfe der Christen
Du Königin der Engel
Du Königin der Patriarchen
Du Königin der Propheten
Du Königin der Apostel
Du Königin der Märtyrer
Du Königin der Bekenner
Du Königin der Jungfrauen
Du Königin aller Heiligen
Du Königin, ohne Erbschuld empfangen
Du Königin, aufgenommen in den Himmel
Du Königin vom heiligen Rosenkranz
Du Königin des Friedens

Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt; Herr, verschone uns
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt; Herr, erhöre uns
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt; Herr erbarme dich

Lasset uns beten:
Gütiger Gott, du hast allen Menschen Maria zur Mutter gegeben; höre auf ihre Fürsprache; nimm von uns die Traurigkeit dieser Zeit, dereinst aber gib uns die ewige Freude. Durch Christus, unsern Herrn.
Amen.

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Die ersten 12 Stufen

 

 

 

Stufe 12

 



Maria durchlebt die Schande des Kreuzes und den Tod ihres Sohnes (Joh 19, 25ff), sie erlebt auch die Auferstehung des Herrn (Lk 11, 28): „Selig sind vielmehr die, die das Wort Gottes hören und es befolgen!“

TOD

Viele wollen nicht erinnert werden an die letzten Dinge, die doch für sie die einzig unausweichliche Gewissheit sind. Es ist nämlich dem Menschen bestimmt, einmal zu sterben, und darauf folgt das Gericht (Hebr 9, 27). Für den Jünger Jesu ist es darum notwendig, an diese Dinge zu denken, damit er ihnen gefasst entgegengehen kann und nicht unvorbereitet von ihnen überrascht wird!

EINFACH ZUM ÜBERLEGEN

Nach Worten Ludwigs von Montfort
Brief an die Freunde des Kreuzes (20 - 23; 58)

„Das Kreuz“ – der Jünger Jesu soll es tragen, denn nichts ist so notwendig, so nützlich und so wohltuend, nichts ist so ruhmreich, als für Jesus Christus zu leiden (Apg 5,4l). Tatsächlich seid ihr alle Sünder (l Joh l, 10), meine lieben Freunde des Kreuzes… Unsere Sünden müssen entweder in dieser Welt bestraft werden oder in der anderen. Geschieht es in dieser, dann bleibt es uns in der anderen erspart. Wenn Gott in dieser Welt auf unser Einverständnis hin unsere Sünden bestraft, dann wird es eine Strafe der Liebe sein. Nicht die strenge Gerechtigkeit, sondern die Barmherzigkeit wird in dieser Welt walten und die Strafe bestimmen. Sie wird leicht und vorübergehend sein, sie wird uns Genugtuung und Verdienste bringen, und der Lohn wird ihr folgen in Zeit und Ewigkeit. Wenn aber die notwendige Strafe für die andere Welt aufgespart wird, dann wird Gottes rächende Gerechtigkeit die Sünder… heimsuchen und die Strafe vollziehen. Schrecklich wird diese Strafe sein (Hebr 10, 31), unaussprechlich, unfasslich (Ps 90, 11). Erbarmungslos wird die Strafe sein (Jak 2, 13), ohne Linderung, ohne Verdienst, ohne Grenzen und ohne Ende. Ja, ohne Ende! Diese Todsünde, die du in einem Augenblick begangen hast, dieser vorsätzlich böse Gedanke, an den du dich nachher kaum mehr erinnert hast (l Kor, 4,4), dieses Wort, das der Wind verweht hat, dieses Vergehen gegen Gottes Gesetz, das von so kurzer Dauer war, all das wird eine Ewigkeit lang bestraft werden, so lange Gott nämlich Gott ist. Leiden auf immer, ohne Erbarmen, ohne Ende!

Denken wir wohl daran, meine lieben Brüder und Schwestern, wenn wir in dieser Welt irgendein Weh erdulden? Wie sind wir doch glücklich, durch das geduldige Tragen dieses Kreuzes die ewige, fruchtlose Pein für eine vorübergehende und verdienstliche eintauschen zu dürfen! Wieviel unbezahlte Schulden haben wir? Wie viele Sünden haben wir begangen, die wir trotz bitterer Reue und ehrlicher Beichte in der Läuterung des Jenseits werden sühnen müssen, weil wir uns in dieser Welt mit ein paar nichtssagenden Bußwerken begnügt haben! Bezahlen wir doch in dieser Welt unsere Schulden freiwillig und tragen wir unser Kreuz. In der anderen Welt muss alles (Mt 5, 26), selbst noch jedes unnütze Wort (Mt 12, 36), genauestens bis zum letzten Heller bezahlt werden. Könnten wir dem Satan nur das Buch des Todes entreißen, in dem er alle unsere Sünden vermerkt hat (Kol 2, 14), und die Strafen, die sie verdienen; welch ein gewaltiges Soll fänden wir in unserer Rechnung, und wie würden wir lieber jahrelang hienieden leiden als nur einen Moment in der anderen Welt!

Die Krone im Himmel

Erhebt euren Blick zu der herrlichen Krone, die euch im Himmel erwartet, wenn ihr euer Kreuz gut tragt. Diese Belohnung war es, die die Patriarchen und Propheten in ihrem Glauben und inmitten aller Verfolgungen aufrecht erhielt, die den Aposteln und Märtyrern Mut gab in ihren Mühen und Qualen. „Lieber wollen wir mit dem Gottesvolk leiden, um ewig mit ihm glücklich zu sein, als auch nur einen Augenblick lang eine sündige Freude genießen“ (Hebr 11, 25), so sagten die Patriarchen mit Mose. Die Propheten sprachen mit den Worten Davids: „Wir leiden große Drangsal in der Hoffnung auf den Lohn“ (Ps 69, 8). Die Apostel und die Märtyrer aber sprachen mit dem heiligen Paulus (1 Kor 4, 9. 13):

Wir sind todgeweihte Schlachtopfer, ein Schauspiel für die Welt, wegen des unendlichen Gewichtes der ewigen Herrlichkeit (2 Kor 4, 17), das ein Augenblick leichter Leiden in uns wirkt.

Blicken wir nach oben, wo die Engel uns zurufen: „Gebt acht, dass ihr nicht die Krone verliert, die euch bestimmt ist, wenn ihr das euch auferlegte Kreuz gut tragt. Wollt ihr es nicht auf euch nehmen, dann wird ein anderer es tun und euch die Krone rauben.“ – „Kämpft tapfer und leidet geduldig“, so rufen uns alle Heiligen zu, „und ihr werdet das ewige Königreich erlangen“ (Mt 5, 10ff; 11, 12). Und hören wir schließlich noch Jesus Christus, der uns gesagt hat (Offb 2, 7): Ich werde meinen Lohn nur dem geben, der geduldig leidet und durch die Geduld siegt.

Dann stellen wir uns den Platz der Verdammnis vor… der uns dort erwartet zur Seite des bösen Schachers und der Verdammten, mit Gedanken der Auflehnung, des Trotzes und der Rache. Wir sollten wie der heilige Augustinus flehen: „Herr, brenne, schneide, kreuzige mich in diesem Leben zur Strafe für meine Sünden, doch schone mich in der Ewigkeit.“

WORTE DER HEILIGEN SCHRIFT

„Denn wie es in den Tagen des Noach war, so wird es bei der Ankunft des Menschensohnes sein. Wie die Menschen in den Tagen vor der Flut aßen und tranken und heirateten, bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging, und nichts ahnten, bis die Flut hereinbrach und alle wegraffte, so wird es auch bei der Ankunft des Menschensohnes sein.

Dann wird von zwei Männern, die auf dem Feld arbeiten, einer mitgenommen und einer zurückgelassen. Und von zwei Frauen, die mit derselben Mühle mahlen, wird eine mitgenommen und eine zurückgelassen. Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.

Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüsste, zu welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, würde er wach bleiben und nicht zulassen, dass man in sein Haus einbricht. Darum haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet“ (Mt 24, 37 – 44).

GEBET

Herr Jesus Christus, du bist aus dem Schöße des Vaters vom Himmel zur Erde gestiegen und hast dein kostbares Blut vergossen zur Vergebung unserer Sünden. Ich bitte dich demütig; Lass mich am Tage des Gerichtes zu deiner Rechten bei den Heiligen stehen und die Worte vernehmen; Kommet, ihr Gesegneten! Amen.

 

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Stufe 11

 



Joh 19, 25: „Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter…“ So beschreibt Johannes den Starkmut Mariens im Schmerz. Sie ist mutig, tapfer. Andere haben…

ANGST

Nach außen hin ausgelassen, sind die Menschen hingegen nicht selten von Angst gepackt. Mit allen Mitteln wollen sie sich schützen vor jeglicher Not und Gefahr. Sie schließen Versicherungen ab gegen jedes nur erdenkliche Übel und meinen, damit gegen alle Schicksalsschläge gefeit zu sein. – Der Jünger Jesu aber weiß: nur in Gott ruht die wahre Sicherheit.

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Nach Worten Ludwigs von Montfort
Das Geheimnis Mariens (40 - 42)

Durch die Totalhingabe bringen wir unsere Gnaden, Verdienste und Tugenden in Sicherheit; denn wir machen Maria zu deren Verwalterin, indem wir zu ihr sprechen: „Nimm hin, meine geliebte Gebieterin, was ich durch die Gnade deines lieben Sohnes an Gutem getan habe. Ich bin nicht fähig, es zu bewahren, denn ich bin zu schwach und unbeständig; zu viele und bösartige Feinde bedrohen mich Tag und Nacht. Täglich sieht man, wie Zedern vom Libanon in den Staub fallen, und wie Adler, die sich bis zur Sonne erhoben, zu Nachtvögeln werden. So fallen auch tausend Gerechte zu meiner Linken und zehntausend zu meiner Rechten (Ps 91, 7). Du aber, meine mächtige, meine unendlich mächtige Gebieterin, halte mich, damit ich nicht falle; verwahre all mein Gut, damit es mir nicht geraubt werde. Alles, was ich habe, vertraue ich dir zur Verwahrung an (l Tim 6, 20; 2 Tim l, 121). Ich weiß, wer du bist, darum bringe ich mich dir ganz dar. Du bist getreu gegen Gott und lässt nichts von dem verloren gehen, was ich dir anvertraue. Du bist mächtig, und niemand kann dir schaden, niemand kann dir entreißen, was du in Händen hast.“

„Folge ihr, und du verirrst dich nicht. Bete zu ihr, und du verzweifelst nicht. Gedenke ihrer, und du irrst nicht. Wenn sie dich hält, fällst du nicht. Wenn sie dich schützt, hast du nichts zu fürchten. Wenn sie dich führt, ermüdest du nicht. Unter ihrem Schutz kommst du ans Ziel… Sie hält ihren Sohn zurück, damit er nicht strafe; sie hält den Satan zurück, damit er nicht schade; sie hält die Tugenden fest, damit sie nicht entfliehen; sie hält die Verdienste fest, damit sie nicht untergehen; sie hält die Gnaden fest, damit sie nicht sich verflüchtigen.“ Das sind die Worte des heiligen Bernhard, die im wesentlichen all das ausdrücken, was ich eben gesagt habe. Gäbe es auch nur diesen einen Beweggrund, um mich zur Totalhingabe zu veranlassen, nämlich dass sie ein sicheres Mittel ist, mich in der Gnade Gottes zu erhalten und diese Gnade in mir zu vermehren, ich müsste Feuer und Flamme dafür sein.

Innere Freiheit und Freude

Diese Ganzhingabe macht die Seele wahrhaft frei mit der Freiheit der Kinder Gottes (Röm 8, 21). Da wir uns aus Liebe zu Maria freiwillig in die Abhängigkeit begeben, macht diese gute Gebieterin aus Dankbarkeit unser Herz groß und weit, so dass wir mit Riesenschritten auf dem Weg der Gebote Gottes voranschreiten (Ps 19, 6). Überdruss, Traurigkeit und Skrupel hält sie von uns fern. Unser Herr lehrt Mutter Agnes de Langeac (1602 - 1634) diese Hingabe als ein sicheres Mittel, den großen Qualen und Zweifeln zu entgehen, in denen sie sich befand. „Schenke dich meiner Mutter“, sprach er zu ihr. Sie tat es, und im gleichen Augenblick hörten ihre Qualen auf.

Empfehlung der Ganzhingabe durch Päpste und Bischöfe

Zur Beglaubigung dieser Hingabe müsste man hier alle die Verlautbarungen und Ablässe der Päpste aufzählen, ihre Empfehlungen durch die Bischöfe, ferner die Bruderschaften, die ihr zu Ehren errichtet wurden sowie das Beispiel vieler großer Persönlichkeiten, die sie geübt haben, doch übergehe ich dies alles. ;

WORTE DER HEILIGEN SCHRIFT

„Und er erzählte ihnen folgendes Beispiel: Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte. Da überlegte er hin und her: Was soll ich tun? Ich weiß nicht, wo ich meine Ernte unterbringen soll. Schließlich sagte er: So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen; dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte unterbringen. Dann kann ich zu mir selber sagen: Nun hast du einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink und freu dich des Lebens! Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann all das gehören, was du angehäuft hast? So geht es jedem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist“ (Lk 12, 16 - 21).

GEBET

Herr, behüte mich immer in deiner Vaterliebe, und da ich allein auf die Hoffnung himmlischer Hilfe bauen will, so beschütze mich allezeit. Herr, lass mich dich fürchten und zugleich allezeit lieben, denn nie entziehst du denen deine Führung, die du in deiner Liebe umschlossen hast, Amen.

 

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Stufe 10

 



Mariens ehrfürchtige Haltung Gott gegenüber bemüht sich eifrig um die Erfüllung der religiösen Pflichten, wie die Darstellung im Tempel und die Reinigung nach dem Gesetz des Mose zeigen (Lk 2, 21 - 40). Ein Widerspruch dazu ist die…

ZÜGELLOSIGKEIT

Immer wieder geht ein Schrei nach Freiheit durch die Welt. Alle Bindungen lösen sich in Beruf und Familie, in Gesellschaft und Staat. Wird die Freiheit richtig verstanden? – Jedem Wunsch und Begehren nachgeben, sich über alle Schranken hinwegsetzen, ist nicht Freiheit sondern Zügellosigkeit. Gott dienen heißt über sich selbst herrschen, sich beherrschen; sich Gott völlig frei schenken, ist die höchste Freiheit für den Jünger Jesu.

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Nach Worten Ludwigs von Montfort
Über die wahre Andacht zu Maria (169 - 170)

Wer die Totalhingabe treu übt, dem verleiht sie eine große innere Freiheit, die Freiheit der Kinder Gottes. Hat sich jemand durch diese Hingabe Jesus Christus ganz geweiht und zu eigen gegeben, dann belohnt ihn der Herr in seiner Güte auf dreifache Weise für seinen liebenden Verzicht auf den eigenen Willen: Erstens befreit er ihn von aller sklavischen Furcht, die ihn nur einengen, fesseln und verwirren könnte; zweitens weitet er ihm das Herz in heiligem Vertrauen auf Gott, den er als seinen Vater erkennt; drittens flößt er ihm eine feinfühlende Kindesliebe ein.

Ich will mich nicht damit aufhalten, diese Wahrheit ausführlich zu begründen, sondern nur eine Begebenheit anführen, die ich in der Lebensbeschreibung der Mutter Agnes von Jesus gelesen habe, einer Dominikanerin im Kloster Langeac in der Auvergne, die dort im Jahre 1634 im Rufe der Heiligkeit gestorben ist. Sie war erst sieben Jahre alt und schon in großer seelischer Not; da hörte sie eine Stimme ihr sagen, sie solle sich möglichst bald dem Erlöser und seiner heiligsten Mutter als Eigentum weihen, um von all ihrer Not befreit und vor all ihren Feinden beschützt zu sein. Kaum war sie daheim angekommen, da schenkte sie sich sofort dem Erlöser und der Gottesmutter als Eigentum, obwohl sie früher nichts von dieser Hingabe gewusst hatte… Von diesem Augenblick an hörten all ihre Nöte und Skrupel auf, sie war in einem tiefen Frieden und ihr Herz ward von Freude erfüllt. Diese Erfahrung bewog sie, die Totalhingabe vielen anderen zu empfehlen, die darin große Fortschritte machten. Unter ihnen war auch M. Olier, der Gründer des Seminars von Saint Sulpice, und mehrere andere Priester und Kleriker dieses Seminars…

WORTE DER HEILIGEN SCHRIFT

„Da sagte Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch befreien… Amen, amen, das sage ich euch: Wer die Sünde tut, ist Sklave der Sünde“ (Joh 8, 31f - 34).

„Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Bleibt daher fest und lasst euch nicht von neuem das Joch der Knechtschaft auflegen! – Denn in Christus Jesus kommt es nicht darauf an, beschnitten oder unbeschnitten zu sein, sondern darauf, den Glauben zu haben, der in der Liebe wirksam ist. – Ihr seid zur Freiheit berufen, Brüder. Nur nehmt die Freiheit nicht zum Vorwand für das Fleisch, sondern dient einander in Liebe“ (Gal 5, 1. 6. 13)!

GEBET

Herr, du mein Gott, lass dich versöhnen und dränge meinen Willen, wenn er gelegentlich widerspenstig ist, hin zu dir. Geleite mich, damit ich, befreit von jeder Zügellosigkeit, die vollkommene Freiheit erlangen möge und fortschreite zum ewigen Leben. Amen.

 

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Stufe 9

 



Von Maria gilt (Lk 11, 28): „Selig sind vielmehr die, die das Wort Gottes hören und es befolgen.“ – Was können Worte alles bewirken?

LÜGE

Wahrhaftigkeit gilt oft nicht viel in der Welt. Lüge, Verstellung und Heuchelei beherrschen vielfach das Leben. Viele wollen scheinen, was sie nicht sind. Listige Verschlagenheit und skrupelloses Übervorteilen wird nicht selten als Tüchtigkeit gepriesen, so dass selbst die Gläubigen von diesem Übel bisweilen angesteckt werden. – Der Jünger Jesu aber weiß: In Christus war kein Trug, nur Wahrheit. Darum: Wahrhaftigkeit in Wort und Haltung, Wahrhaftigkeit aus allen Kräften! Das ist das Programm, das der Christ sich stellt.

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Nach Worten Ludwigs von Montfort
Die Liebe zur ewigen Weisheit (198 - 200)

Keine Zugeständnisse an den Weltgeist

Wir dürfen sodann das äußere Gehaben der Weltkinder uns nicht zum Vorbild nehmen; nicht ihre Art, sich zu kleiden, zu wohnen, zu essen und die anderen Obliegenheiten des Lebens zu verrichten (Röm 12, 2). Und dies ist wichtiger als man meint.

Wir dürfen ferner die falschen Grundsätze der Welt weder glauben, noch ihnen folgen; wir dürfen nicht denken, reden und handeln wie die Weltkinder. Ihre Grundsätze sind so verschieden von der Lehre der Ewigen Weisheit wie die Nacht vom Tage und der Tod vom Leben. Prüft doch einmal deren Gesinnung und Worte: Wie übel denken und reden doch diese Weltmenschen von allen großen Wahrheiten! Sie lügen zwar nicht offen; sie verbergen ihre Lügen unter dem Anschein der Wahrheit. Sie meinen, sie lügen nicht, und tun es doch. Meist befürworten sie die Sünde nicht offen, aber sie behandeln sie, als wäre sie gut oder anständig, oder aber als wäre sie gleichgültig und von keiner Bedeutung. Die Welt hat vom Satan die Wendigkeit gelernt, mit der sie die Hässlichkeit der Sünde und der Lüge zu bemänteln weiß; und darin liegt ihre Bosheit, von der Johannes der Evangelist spricht: „Die ganze Welt steht unter der Macht des Bösen“ (l Joh 5, 19) – Und das gilt heute mehr denn je.

Wir müssen weiterhin die Gesellschaften der Menschen so viel als möglich fliehen, und zwar nicht nur jene der Weltleute, die verderblich und gefährlich ist, sondern selbst jene von manchen Frommen, soweit sie nicht nützlich ist und soweit wir nur unsere Zeit damit vergeuden. Denn (Kol 3,3): „Euer neues Leben ist mit Christus verborgen in Gott.“

WORTE DER HEILIGEN SCHRIFT

„Jesus sagte zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, dann würdet ihr mich lieben; denn von Gott bin ich ausgegangen und gekommen. Ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er hat mich gesandt. Warum versteht ihr nicht, was ich sage? Weil ihr nicht imstande seid, mein Wort zu hören. Ihr habt den Teufel zum Vater, und ihr wollt das tun, wonach es euren Vater verlangt. Er war ein Mörder von Anfang an. Und er steht nicht in der Wahrheit; denn es ist keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er lügt, sagt er das, was aus ihm selbst kommt; denn er ist ein Lügner und ist der Vater der Lüge“ (Joh 8, 42 ff).

GEBET

Ich bitte dich, Herr Jesus Christus: Der Tröster, der vom Vater ausgeht, erleuchte meinen Geist und führe mich, wie du versprochen hast, in alle Wahrheit ein, damit mir jede Lüge verhasst werde und ich sie verabscheue. Amen.

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Stufe 8

 



Welchen Starkmut hat Maria im Schmerz. Sie bewahrt die Worte Simeons (Lk 2, 35): „Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.“ – Die Menschen dieser Welt?

GENUSSSUCHT

Ein Taumel der Genusssucht hat die Welt erfasst. Sie kann sich nicht genug tun an Lärm und Lustbarkeit, um sich über die eigene innere Hohlheit hinwegzutäuschen. – Der Jünger Jesu verachtet wahre Freuden nicht; aber seine Freude kommt aus der inneren Verbundenheit mit Gott. Darum hat er es nicht nötig, sich durch immer neue sinnliche Reize zu betäuben.

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Worte Ludwigs von Montfort
Über die wahre Andacht zu Maria (188 - 190)

Die Weltmenschen…

Die Weltmenschen kümmern sich nicht um die Verehrung Mariens, der Mutter der Gotteskinder. Wohl hassen sie sie nicht direkt, manchmal zollen sie ihr sogar ein gewisses Lob und behaupten, sie zu lieben, ja sie verrichten sogar irgendeine Andachtsübung ihr zu Ehren. Im übrigen aber können sie es nicht leiden, wenn man Maria innig liebt… An den Andachtsübungen, denen Mariens treue Verehrer obliegen, um die Liebe zu ihrer Gebieterin zu erhalten, finden sie immer etwas auszusetzen; sie glauben nämlich nicht, dass die Marien Verehrung für das Heil des Menschen notwendig sei. Sie meinen, es genüge, keinen ausdrücklichen Hass gegen die Gottesmutter zu hegen und ihre Verehrung nicht offen zu missachten. Sie glauben, sie hätten sich die Gunst der heiligen Jungfrau genugsam erworben und seien ihre Diener, wenn sie ihr zu Ehren irgendwelche Gebete hersagen und ohne Innigkeit herunterleiern; auch ihr Leben bessern sie deshalb keineswegs.

Die Kinder dieser Welt… lachen und trinken, sie essen und unterhalten sich, sie spielen und tanzen, ohne sich Mühe zu geben, der Segnungen des himmlischen Vaters würdig zu werden. Kurz, sie denken nur an die Welt, sie lieben nur die Welt, sie reden und handeln nur für die Welt und ihre Freuden. Für einen kurzen Augenblick der Lust, für einen eitlen Hauch der Ehre, für goldenen oder silbernen Tand verkaufen sie ihre Taufgnade, ihr Unschuldskleid, ihr himmlisches Erbteil.

Schließlich verfolgen und hassen die Weltmenschen täglich die Kinder Gottes offen oder im geheimen. Sie belästigen, verachten und kritisieren sie; sie äffen sie nach, sie beschimpfen, bestehlen und betrügen sie, bringen sie in Not und Armut, vertreiben sie und treten sie in den Staub. Sie selbst aber machen ihr Glück, lassen es sich gut gehen, sind angesehen, bereichern sich, machen Karriere und führen ein angenehmes Leben.

WORTE DER HEILIGEN SCHRIFT

„Es war einmal ein reicher Mann, der sich in Purpur und feines Leinen kleidete und Tag für Tag herrlich und in Freuden lebte. Vor der Tür des Reichen aber lag ein armer Mann namens Lazarus, dessen Leib voller Geschwüre war. Er hätte gern seinen Hunger mit dem gestillt, was vom Tisch des Reichen herunterfiel. Statt dessen kamen die Hunde und leckten an seinen Geschwüren. Als nun der Arme starb, wurde er von den Engeln in Abrahams Schoß getragen. Auch der Reiche starb und wurde begraben. In der Unterwelt, wo er qualvolle Schmerzen litt, blickte er auf und sah von weitem Abraham, und Lazarus in seinem Schoß. Da rief er: Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir, und schick Lazarus zu mir; er soll wenigstens die Spitze seines Fingers ins Wasser tauchen und mir die Zunge kühlen, denn ich leide große Qual in diesem Feuer. Abraham erwiderte: Mein Kind, denk daran, dass du schon zu Lebzeiten deinen Anteil am Guten erhalten hast, Lazarus aber nur Schlechtes. Jetzt wird er dafür getröstet, du aber musst leiden. Außerdem ist zwischen uns und euch ein tiefer, unüberwindlicher Abgrund, so dass niemand von hier zu euch oder von dort zu uns kommen kann, selbst wenn er wollte (Lk 16, 19 - 26).

„Ihr aber, ihr Reichen, weint nur und klagt über das Elend, das euch treffen wird! Euer Reichtum verfault, und eure Kleider werden von Motten zerfressen. Euer Gold und Silber verrostet; ihr Rost wird als Zeuge gegen euch auftreten und euer Fleisch verzehren wie Feuer“ (Jak 5,1 - 3).

GEBET

Gib, allmächtiger Gott, dass ich stets auf Geistiges sinne und was dir lieb ist, in Wort und Tat vollführe. Amen.

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Stufe 7

 



Gott spricht persönlich und lässt Maria mitteilen (Lk 1, 28):
„Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir!“ –Was will Gott von mir, nur von mir allein? Oder…

HERDENTRIEB UND MASSENGEIST

Viele gehen in der Masse unter! Leicht verraten sie ihre Überzeugung, um nur nicht aufzufallen. Sie plappern jedes Schlagwort nach und folgen den dümmsten Moden, nur weil es die anderen Menschen auch so machen. – Der Jünger Christi aber weiß: Das Christentum will Persönlichkeiten formen, die den Mut haben, auch gegen den Strom zu schwimmen.

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Nach Worten Ludwigs von Montfort
Über die wahre Andacht zu Maria (186; 187)

Das Verhalten der Weltkinder

Sie vertrauen ihrer Kraft und Gewandtheit in allen zeitlichen Belangen. In weltlichen Dingen sind sie sehr stark, sehr geschickt und sehr aufgeklärt, dafür aber sehr schwach und unwissend in den himmlischen Dingen.

Darum bleiben sie nicht oder nur wenig daheim in ihrem eigenen Haus, nämlich in ihrer Seele, die das innere und eigentliche Haus ist, das Gott einem jeden Menschen gegeben hat, damit er nach seinem göttlichen Beispiel darin wohne; denn Gott lebt immer in sich selbst. Die Weltmenschen mögen die Zurückgezogenheit, die Innerlichkeit und die Frömmigkeit des Herzens nicht leiden. Die innerlichen Seelen, die sich von der Welt zurückziehen und mehr innerlich als äußerlich wirken, gelten bei ihnen als Schwachköpfe, Betbrüder und Eigenbrötler.

WORTE DER HEILIGEN SCHRIFT

„Lasst sie, es sind blinde Blindenführer. Und wenn ein Blinder einen Blinden führt, werden beide in eine Grube fallen“ (Mt 15, 14).

„Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr verschließt den Menschen das Himmelreich. Ihr selbst geht nicht hinein; aber ihr lasst auch die nicht hinein, die hineingehen wollen“ (Mt 23, 13).

„Da Christus im Fleisch gelitten hat, wappnet auch ihr euch mit diesem Gedanken: Wer im Fleisch gelitten hat, für den hat die Sünde ein Ende. Darum richtet euch, solange ihr noch auf Erden lebt, nicht mehr nach den menschlichen Begierden, sondern nach dem Willen Gottes! Denn lange genug habt ihr in der vergangenen Zeit das heidnische Treiben mitgemacht und habt ein ausschweifendes Leben voller Begierden geführt, habt getrunken, geprasst, gezecht und unerlaubten Götzenkult getrieben. Jetzt erregt es ihren Unwillen, und sie lästern, weil ihr euch nicht mehr in diesen Strudel der Leidenschaften hineinreißen lasst. Aber sie werden vor dem Rechenschaft ablegen müssen, der schon bereit steht, um die Lebenden und Toten zu richten“ (l Petr 4, 1 - 5).

GEBET

Gott, du zwingst niemanden zum Guten, du beschenkst aber reichlich mit überirdischen Gaben, die dich darum bitten; gib mir, dass ich liebe, was du empfiehlst, ersehne, was du versprichst, damit in dem düsteren und bunten Vielerlei der Welt dort mein Geist und mein Leib fest verankert seien, wo die wahren Freuden sind. Amen.

 

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Stufe 6

 



Welch aufrichtige Demut Mariens (Lk 1, 48); „Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.“ –
Und das Gegenteil:

WISSENSCHAFTLICH AUFGEBLÄHT – GELEHRTENDÜNKEL

Vielfach fallen Menschen auf den Trug herein, wenn er nur im Gewand der Wissenschaft erscheint! Sie wollen zu den Gebildeten gehören und versteigen sich, im Namen einer sogenannten Wissenschaft, die Offenbarungen Gottes lächerlich zu machen. – Der Jünger Christi aber weiß, zwischen Glauben und echter Wissenschaft kann kein Gegensatz bestehen; gläubig neigt er sich deshalb in Demut vor den Geheimnissen Gottes.

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Nach Worten Ludwigs von Montfort
Über die wahre Andacht zu Maria (64; 93)

Die Notwendigkeit der Marienverehrung wird oft nicht begriffen

Du mein liebster Meister, ist es da nicht verwunderlich und traurig, wenn man sieht, mit welcher Unwissenheit, in welch geistigem Dunkel die Menschen hier auf Erden deiner heiligen Mutter gegenüberstehen? Ich spreche da nicht einmal von den Götzendienern und Heiden, die deine Mutter nicht zu erkennen suchen, weil sie dich ja nicht kennen. Ich spreche auch nicht von den Irrgläubigen, die sich nicht um die Verehrung deiner heiligen Mutter kümmern, weil sie sich von dir und von deiner heiligen Kirche getrennt haben. Nein, ich spreche von den katholischen Christen, sogar von den Lehrern unter den Katholiken, deren Aufgabe es ist, andere in die Wahrheit einzuführen, und die doch dich und deine heilige Mutter überhaupt nicht kennen. Sie haben höchstens eine rein verstandesmäßige, trockene und unfruchtbare Vorstellung von ihr, die sich nicht auf ihr Leben auswirkt. Diese Herren sprechen nur selten von deiner heiligen Mutter und von der Verehrung, die man ihr schuldet, weil sie angeblich fürchten, dass es zu Missbräuchen fuhrt und dass man dir Abbruch tut, wenn man deine heiligste Mutter zuviel verehrt. Wenn sie sehen und hören, wie ein Marienverehrer häufig mit Innigkeit, Kraft und Überzeugung von der Verehrung dieser guten Mutter spricht; wenn er darin ein sicheres, untrügliches Mittel erblickt, einen kurzen Weg ohne Gefahr, einen makellosen Pfad ohne Unvollkommenheiten, ein wundervolles Geheimnis, um dich zu finden und vollkommen zu lieben, dann protestieren sie sofort aus vollem Halse. Sie führen tausend falsche Gründe an, um ihm zu beweisen, dass er nicht so viel von der heiligen Jungfrau sprechen dürfe; denn in dieser Andachtsübung gebe es große Missbräuche, die man entschieden ausrotten müsse. Daher solle man lieber von dir sprechen und die Völker nicht zur Verehrung der heiligen Jungfrau aneifern, die sie ohnehin schon genug lieben.

Manchmal kann man diese Herren von der Marienverehrung zwar reden hören, aber nicht um sie zu verbreiten und zu empfehlen, sondern um die Missbräuche auszurotten, die damit getrieben werden. Dabei sind sie selbst ohne Frömmigkeit und ohne innere Verehrung für dich, eben weil sie keine für Maria haben. Den Marienpsalter, das Skapulier, den Rosenkranz betrachten sie als Altweiberandachten, typisch für die Unwissenden, unnötig zur Erlangung des Heiles; und wenn ihnen ein Marienverehrer in die Hände fällt, der seinen Rosenkranz betet oder irgend eine andere marianische Andacht übt, dann werden sie bald dafür sorgen, dass er seine Einstellung und Neigung ändert. Sie werden ihm raten, statt des Rosenkranzes die sieben Bußpsalmen zu beten, und statt der Marienverehrung werden sie ihm die Verehrung Jesu Christi empfehlen.

Liebster Jesus, haben diese Menschen denn wirklich deinen Geist? Machen sie dir Freude, wenn sie so handeln? Kann man dir denn gefallen, wenn man sich nicht bemüht, deiner Mutter zu gefallen? Steht denn die Verehrung deiner heiligen Mutter deiner eigenen Verehrung im Wege? Beansprucht Maria vielleicht die Ehre, die man ihr zollt, für sich selbst? Sondert sie sich etwa von dir ab? Ist sie etwa eine Fremde, die mit dir gar keine Verbindung hat? Missfällt man dir etwa, wenn man ihr gefallen will? Trennt oder entfernt man sich vielleicht gar von deiner Liebe, wenn man sich ihr hingibt und sie liebt?

Die überheblichen Marienverehrer

Die überheblichen Marienverehrer sind meist hochmütige Gelehrte, eingebildete Rationalisten, die zwar im Grunde die Gottesmutter ein bisschen verehren; doch bekritteln sie fast alle Formen der Marien Verehrung, die das einfache Volk schlicht und fromm seiner guten Mutter erweist. Diese Formen sind nicht nach ihrem Geschmack. Sie ziehen alle Wunder und Erzählungen in Zweifel, die von glaubwürdigen Schriftstellern berichtet oder den Chroniken der Ordenshäuser entnommen sind und die von der Barmherzigkeit und Macht der Gottesmutter Zeugnis ablegen. Sie sehen es nur ungern, wenn einfache und demütige Menschen vor einem Altar oder Bild Mariens knien, vielleicht in einem Straßenwinkel, um dort zu Gott zu beten. Sie bezichtigen sie geradezu des Götzendienstes, als beten sie Holz oder Stein an. Sie erklären, dass sie ihrerseits solche äußere Andachtsübungen nicht mögen und dass sie zu aufgeklärt sind, um all die Legenden und Geschichten zu glauben, die man von Maria erzählt. Wenn man ihnen die wunderbaren Lobeshymnen vorhält, die die heiligen Kirchenväter der Mutter Gottes spenden, dann erwidern sie, die Väter hätten als Prediger übertrieben, oder aber sie deuten deren Worte falsch.

Vor dieser falschen Marienverehrung, vor diesen überheblichen Weltmenschen müssen wir uns wohl hüten, denn sie schaden der Marien Verehrung sehr. Unter dem Vorwand, Missbräuche abzustellen, bringen sie die Leute tatsächlich von der Verehrung der Mutter Gottes ab.

WORTE DER HEILIGEN SCHRIFT

„Wo ist ein Weiser? Wo ein Schriftgelehrter? Wo ein Wortführer in dieser Welt? Hat Gott nicht die Weisheit der Welt als Torheit entlarvt? Denn da die Welt angesichts der Weisheit Gottes auf dem Weg ihrer Weisheit Gott nicht erkannte, beschloss Gott, alle, die glauben, durch die Torheit der Verkündigung zu retten“ (1 Kor 1, 20f).

„Denn das Törichte an Gott ist weiser als die Menschen, und das Schwache an Gott ist stärker als die Menschen. Seht doch auf eure Berufung, Brüder! Da sind nicht viele Weise im irdischen Sinn, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme, sondern das Törichte in der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen. Und das Niedrige in der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt: das, was nichts ist, um das, was etwas ist, zu vernichten, damit kein Mensch sich rühmen kann vor Gott. Von ihm her seid ihr in Christus Jesus, den Gott für uns zur Weisheit gemacht hat, zur Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung“ (V. 25 - 30).

GEBET

Allmächtiger, ewiger Gott, lass in mir Glauben, Hoffnung und Liebe wachsen, damit ich zu erlangen verdiene, was du verheißest, mach, dass ich liebe, was du empfiehlst. Amen.

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Stufe 5

 



Wiederholt erzählt das Evangelium über Mariens besonnene Weisheit, sie „überlegt“ (Lk 1, 29), „fragt“ (V. 34), „bewahrte in ihrem Herzen und dachte darüber nach“ (2, 19. 51), „staunt“ (V. 33). – Und ich?

SINNLICHE LEIDENSCHAFT

Die Welt will schamlose Sexualität gesellschaftsfähig sehen. Wenig ist ihr heilig, und selbst das Edelste wird raffiniert verzerrt. Unablässig sucht man durch Fotos, Filme, Schrift und Wort die niedrigste Lust im Menschen aufzustacheln, um daran zu verdienen. Der Jünger Jesu aber weiß, dass wahre Liebe von Gott kommt „und darum heilig und rein sein muss, denn Jesus sagt (Mt 5, 8): „Selig, die ein reines Herz haben.“

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Nach Worten Ludwigs von Montfort
Über die wahre Andacht zu Maria (87 - 89)

Es ist schwer für uns, die von Gott erhaltenen Gnadenschätze zu bewahren

Bei unserer Schwachheit und Gebrechlichkeit ist es schwer für uns, die Gnaden und Gaben, die wir von Gott erhalten haben, zu bewahren.

Wir tragen nämlich diesen Schatz, der mehr Wert ist als Himmel und Erde, in zerbrechlichen Gefäßen (2 Kor 4, 7), in einem verweslichen Leib, in einer schwachen und unbeständigen Seele, die sich von jeder Kleinigkeit verwirren und entmutigen lässt.

Die bösen Geister sind schlaue Diebe und wollen uns unversehens überraschen, um uns zu bestehlen und auszuplündern. Tag und Nacht lauern sie auf eine günstige Gelegenheit; unaufhörlich umschwirren sie uns, um uns zu verschlingen und uns in einem Augenblick durch eine Sünde alles zu entreißen, was wir im Laufe von Jahren an Gnaden und Verdiensten erringen konnten. Sie sind so boshaft, so gerissen, so listig und so zahlreich, dass wir ein solches Unglück wirklich sehr fürchten müssen. Sind doch Seelen, die reicher an Gnaden und Tugenden, erfahrener und heiliger als wir, überrascht und kläglich bestohlen und ausgeraubt worden. Wie viele Zedern vom Libanon und Sterne vom Himmel hat man jämmerlich fallen sehen! In kurzer Zeit haben sie all ihre Größe und ihren Glanz verloren. Und woher diese überraschende Wendung? Nicht aus Mangel an Gnade, denn die fehlt niemandem, sondern aus Mangel an Demut. Sie glaubten, ihre Schätze allein bewahren zu können; sie wähnten ihr Haus sicher genug und ihre Truhen stark genug, um den kostbaren Schatz der Gnade zu bewahren. Wegen dieses versteckten Eigendünkels – sie selbst glaubten sich nur auf die Gnade Gottes zu stützen – hat der allgerechte Herr sie sich selbst überlassen, und so wurden sie bestohlen. Wäre ihnen die wunderbare Andachtsübung bekannt gewesen, die ich im Folgenden kundtun werde, dann hätten sie ihren Schatz der mächtigen und getreuen Jungfrau anvertraut, die ihn für sie bewahrt hätte wie ihr eigenes Gut. Maria hätte dies als eine Pflicht der Gerechtigkeit erachtet.

Bei der großen Verderbnis der Welt ist es schwer, in der Gnade zu verharren. Die Welt ist heutzutage so verdorben, dass fast unvermeidlich selbst fromme Herzen befleckt werden, wenn schon nicht von ihrem Schmutz, dann doch zumindest von ihrem Staub. Es ist beinahe ein Wunder, wenn jemand inmitten dieser heftigen Strömung standhält und nicht mitgerissen wird; wenn er in diesem stürmischen Meer nicht untergeht oder von räuberischen Piraten ausgeplündert wird; wenn er in dieser verpesteten Luft nicht angesteckt wird. Und wer vermag dieses Wunder zu wirken? Maria, die einzig getreue Jungfrau, an der die Schlange niemals einen Anteil hatte; sie wirkt es für jene, die sich ihr ganz hingeben.

WORTE DER HEILIGEN SCHRIFT

„Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen. Ich aber sage euch: Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.

Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.

Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab und wirf sie weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle kommt“ (Mt 5, 27 - 30).

„Jesus antwortete ihnen: Ihr irrt euch; ihr kennt weder die Schrift noch die Macht Gottes. Denn nach der Auferstehung werden die Menschen nicht mehr heiraten, sondern sein wie die Engel im Himmel“ (Mt 22, 29f).

GEBET

Allmächtiger Vater im Himmel, sieh auf meine Bitten und befreie mein Herz von bösen Gedanken, damit ich in mir Raum für Gott, den Heiligen Geist schaffe. Herr, durchglühe mit dem Feuer deines Geistes mein Denken und Tun so, dass ich dir frei von Sünde mit ganzem Leib und reinem Geist diene. Amen.

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Stufe 4

 



In Lk 1, 52 sagt Maria: „Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.“ – Was will ich für mich?

MACHT UND ANSEHEN

Die Welt ist gierig nach Macht und Ansehen. Sklavisch kriecht sie vor den Machthabern und treibt einen wahren Starkult mit zweifelhaften Größen. Wer heute umjubelt wird, ist morgen bereits vergessen! Man geht über Leichen, um an die Macht zu kommen, und scheut vor keiner Gemeinheit zurück, um flüchtigen Ruhm zu erhaschen. Der Jünger Jesu aber weiß, dass der Herr die Mächtigen vom Thron stürzt (Lk 1, 52) und dass der weltliche Ruhm ein Wahn ist; nur das Ewige hat Bedeutung.

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Nach Worten Ludwigs von Montfort
Über die wahre Andacht zu Maria (196 - 200)

Das Verhalten der Gotteskinder

Sie bleiben daheim bei ihrer Mutter; das heißt, sie lieben die Zurückgezogenheit, sie sind verinnerlicht, und obliegen dem Gebet, jedoch nach dem Beispiel und in Gegenwart ihrer Mutter. Mariens ganze Herrlichkeit liegt ja im Inneren, und ihr ganzes Leben lang hat sie Gebet und Zurückgezogenheit geliebt. Wohl treten die Kinder des Lichtes manchmal auch nach außen in der Welt auf; dies geschieht aber aus Gehorsam gegenüber dem Willen Gottes und ihrer geliebten Mutter. Sie tun es nur, um ihre Pflichten zu erfüllen. Was immer sie äußerlich Großes leisten mögen, viel wichtiger ist ihnen das Wirken in der eigenen Seele im Verein mit der Gottesmutter; denn dort vollbringen sie das große Werk ihrer Heiligung, neben dem alle anderen Taten Kinderspiel sind.

Während darum ihre Brüder und Schwestern manchmal mit viel Krafteinsatz, Geschicklichkeit und Erfolg unter Anerkennung und Beifall der Menge äußere Werke vollbringen, erkennen sie im Licht des Heiligen Geistes, dass es viel ehrenvoller, nützlicher und schöner ist, sich mit ihrem Vorbild Jesus Christus zurückzuziehen, in gänzlicher und vollkommener Unterwerfung ihrer Mutter. Lieber bleiben sie in der Stille und Verborgenheit, als aus eigener Kraft in der Welt Großes zu wirken. Die Ehre Gottes und den wahren Reichtum des Menschen findet man, in Anlehnung an ein Psalmwort, im Haus Mariens (Ps 112, 2f): „Das Geschlecht der Frommen wird gesegnet. Wohlstand und Reichtum sind in seinem Haus.“

Herr Jesus, wie lieblich sind deine Wohnungen! Der Sperling fand ein Haus, darin er wohnen kann, und die Turteltaube ein Nest, um ihre Jungen darin zu bergen. Wie glücklich ist doch der Mensch, der geistig im Haus Mariens wohnt, wo du zuerst deine Wohnung aufgeschlagen hast! Ja, in diesem Haus der Auserwählten empfängt er von dir seine Hilfe (Ps 84).

Die Auserwählten lieben die heilige Jungfrau innig und verehren sie wahrhaftig als ihre gute Mutter und Herrin. Sie lieben sie nicht nur äußerlich, sondern im Innersten ihres Herzens. Sie vermeiden alles, was ihr missfallen könnte, und machen sich mit Eifer an alles, was nach ihrer Auffassung ihnen das Wohlwollen Mariens erwirbt. Sie bringen und übergeben ihren Leib und ihren Geist… Maria soll sie als ihr Eigentum annehmen und sie der Sünde absterben lassen. Sie soll sie von ihrer Eigenliebe befreien, damit sie ihrem Sohn Jesus gefallen; denn der Sohn Gottes will nur solche Menschen zu Freunden und Jüngern haben, die ihn aufrichtig lieben… Durch Mariens Fürsorge sollen Leib und Geist ganz geläutert werden von jeder Makel, entäußert zu einer köstlichen Gabe werden, würdig, dem himmlischen Vater vorgestellt und von ihm gesegnet zu werden… Ist das nicht der Fall bei den auserwählten Menschen, welche die von uns gelehrte Totalhingabe an Jesus Christus durch die Hände Mariens schätzen und lieben, um Jesus und Maria ihre tatkräftige und mutige Liebe zu beweisen?

Die Gotteskinder sind Maria, ihrer guten Mutter, Untertan und gehorsam, nach dem Vorbild Jesu Christi, der von den dreiunddreißig Jahren seines Erdenlebens dreißig dazu verwendete, Gott Vater durch gänzliche und vollkommene Unterwerfung unter seine heilige Mutter zu verherrlichen. Sie gehorchen ihr und befolgen genau ihre Ratschläge…, wie die Gäste auf der Hochzeit zu Kana, zu denen Maria sprach (Joh 2, 5): „Was er euch sagt, das tut!“…Und Die Gäste, die diesem Rat folgten, durften dafür das erste Wunder Jesu Christi erleben, der auf die Bitten seiner heiligen Mutter das Wasser in Wein verwandelte. So werden auch bis zum Ende der Welt alle jene, die den Segen des himmlischen Vaters empfangen und der Wunder Gottes gewürdigt werden, diese Gnaden… für ihren Gehorsam gegenüber Maria erhalten…

Die Auserwählten haben großes Vertrauen auf die Güte und Macht der heiligen Jungfrau, ihrer guten Mutter. Ohne Unterlass rufen sie ihre Hilfe an; sie sehen auf zu ihr wie zu ihrem Leitstern, der sie heil in den Hafen führt. Mit der größten Offenherzigkeit enthüllen sie ihr Nöte und Schwierigkeiten; sie klammern sich an ihre barmherzige und liebenswürdige Mutter, um durch deren Fürsprache die Verzeihung ihrer Sünden zu erlangen und in ihren Nöten und Unannehmlichkeiten Mariens mütterliche Milde zu erfahren. Ja, auf eine wunderbare Weise versenken, verbergen und verlieren sie sich sogar in… ihrer Liebe, um darin auch vom kleinsten Makel gereinigt zu werden und die Fülle Jesu Christi zu finden, der in Maria seinen Thron aufgeschlagen hatte. Welche Freude!

Die Kinder dieser Welt hingegen vertrauen nur auf sich selbst. Sie lieben die sichtbaren und äußeren Dinge, und so wissen sie die mütterliche Milde und Güte Mariens nicht zu schätzen. Sie wissen nichts von dem sicheren Halt, den Maria gibt, und dem festen Vertrauen, das die Auserwählten für ihre gute Mutter empfinden. In diesem Elend lieben sie noch den Hunger nach äußeren Dingen, wie der heilige Gregor sagt, weil sie die Süßigkeit nicht verkosten wollen, die man nur im Inneren und in den Herzen Jesu und Mariens findet.

Die Kinder des Lichtes wandeln schließlich in den Spuren Mariens. Sie ahmen sie nach: und gerade darin liegt ihre wahre Freude und Frömmigkeit, ebenso wie das untrügliche Zeichen ihrer Auserwählung. So könnte Maria sagen (Spr 8, 32): „Glücklich, die auf meine Wege achten!“, das heißt: Glücklich sind, die meine Tugenden üben, die mit göttlicher Hilfe auf den Spuren meines Lebens wandeln. Glücklich sind sie während ihres Erdenlebens, weil ich ihnen aus meiner Fülle überströmend Tröstungen mitteilen kann, viel mehr als den anderen, die mir nicht so treu nachfolgen. Glücklich sind sie in ihrem Tod, der sanft und friedlich ist und bei dem ich selbst anwesend bin, um sie zu den ewigen Freuden zu führen. Und glücklich sind sie in der Ewigkeit, denn keiner meiner treuen Diener, der im Leben treu meine Tugenden nachgeahmt hat, ist je verloren gegangen.

Die Kinder der Finsternis hingegen sind unglücklich während ihres Lebens, in ihrem Sterben und in der Ewigkeit, weil sie den Tugenden der Gottesmutter nicht nacheifern. Hie und da sind sie zwar Mitglieder marianischer Vereine, verrichten ein paar Gebete oder äußere Andachtsübungen; aber dabei bleibt es vielfach auch.

Maria, du meine gute Mutter, mit der ganzen Glut meines Herzens muss ich es nochmals sagen: Glücklich sind, die sich nicht von einer falschen Verehrung für dich irreführen lassen, die deinen Wegen, deinen Ratschlägen und Befehlen treu folgen! Aber beklagenswert sind jene, deren Marienverehrung nur ein Hohn ist, weil sie die Gebote deines Sohnes nicht halten (Ps 119, 21): „Verflucht sei, wer abirrt von deinen Geboten!“

WORTE DER HEILIGEN SCHRIFT

„Als er bemerkte, wie sich die Gäste die Ehrenplätze aussuchten, nahm er das zum Anlass, ihnen eine Lehre zu erteilen. Er sagte zu ihnen: Wenn du zu einer Hochzeit eingeladen bist, such dir nicht den Ehrenplatz aus. Denn es könnte ein anderer eingeladen sein, der vornehmer ist als du, und dann würde der Gastgeber, der dich und ihn eingeladen hat, kommen und zu dir sagen: Mach diesem hier Platz! Du aber wärst beschämt und müsstest den untersten Platz einnehmen. Wenn du also eingeladen bist, setz dich lieber, wenn du hinkommst, auf den untersten Platz; dann wird der Gastgeber zu dir kommen und sagen: Mein Freund, rück weiter hinauf! Das wird für dich eine Ehre sein vor allen anderen Gästen. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden“ (Lk 14, 7 - 11).

GEBET

Du mein Gott, du widerstehst den Stolzen und gewährst den Demütigen deine Gnade; verleihe mir die Haltung wahrer Demut und lass mich niemals durch Hochmut deine strafende Gerechtigkeit herausfordern, vielmehr lass mich durch Unterwürfigkeit die Geschenke deiner Liebe erlangen. Amen.

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Stufe 3

 



Während der Geburt Jesu (Lk 2, 1 - 7) und der Kreuzigung des Herrn (Joh 19, 25 ff) zeigt sich besonders deutlich die wachsame Sorge Mariens für ihren Sohn. Wofür sorge ich mich?

FALSCHE UND RECHTE SORGE

Das Streben der Welt bemüht sich vor allem um Essen, Trinken, Bekleidung, Wohnung, Besitz. Viele Menschen meinen, man könne mit Geld das Glück erkaufen. Der Jünger Christi weiß zwar, dass die irdischen Güter eine Gabe Gottes sind: doch kennt er auch ihren trügerischen Glanz und ihre Vergänglichkeit. Er weiß um das Wort Jesu: „Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen“ (Mk 10, 23).

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Nach Worten Ludwigs von Montfort
Die Liebe zur ewigen Weisheit (194 - 197; 201 - 202)

Wie man sich Weisheit erwirbt – allseitige Abtötung

Die Weisheit, so heißt es in der Heiligen Schrift, findet sich nicht bei denen, die ein bequemes Leben führen, die ihren Leidenschaften und ihren Sinnen jedes Verlangen erfüllen. „Wer vom Fleisch bestimmt ist, kann Gott nicht gefallen; denn das Trachten des Fleisches ist Feindschaft gegen Gott“ (Röm 8, 8.7).

Alle jene, die Christus gehören, der menschgewordenen Weisheit, kreuzigen ihr Fleisch mit seinen Begierden und tragen stets die Abtötung Jesu im Leibe (Gal 5, 24). Um daher die menschgewordene Weisheit, Jesus Christus zu besitzen, müssen wir die Abtötung üben und der Welt und uns selbst entsagen.

Soll die Weisheit sich jemandem mitteilen, dann will sie keine halbe Abtötung, kein Entsagen für wenige Tage, sondern eine allseitige Abtötung, die zugleich entschieden und maßvoll ist.

Um die Weisheit zu erlangen, müssen wir erstmals den Gütern dieser Welt entsagen; entweder tatsächlich, wie es die Apostel, die Jünger und die ersten Christen taten und wie es noch heute die Ordensleute tun; das geht am schnellsten, ist am besten und ist auch das sicherste Mittel, um die Weisheit zu erlangen; oder wir müssen wenigstens unser Herz von den Gütern lösen, sie besitzen, als besäßen wir sie nicht (1 Kor 7, 30); wir dürfen keineswegs zu sehr auf ihren Erwerb erpicht sein, uns keine Sorgen machen um ihre Bewahrung und uns nicht beklagen, noch ungeduldig werden, wenn wir sie verlieren. Das ist freilich sehr schwer durchzuführen.

Um die Weisheit zu erlangen, müssen wir sodann die leibliche Abtötung üben; wir müssen nicht nur die Krankheiten, die Unbilden der Witterung und alles Unangenehme, das der Leib in dieser Welt von Seiten der Geschöpfe erleidet, geduldig ertragen, sondern uns selbst gewisse Mühen der Abtötung auferlegen, wie Fasten, Nachtwachen und andere Bußübungen.

Dazu gehört Mut, denn von Natur aus vergöttert der Leib sich selbst, und die Welt lehnt ja jede körperliche Abtötung als unnütz ab.

Damit nun schließlich diese äußere freiwillige Abtötung fruchtbar werde, müssen wir sie notwendigerweise mit der Abtötung des eigenen Urteils und des Willens verbinden durch den heiligen Gehorsam. Denn ohne diesen Gehorsam ist jede Abtötung vom Eigenwillen befleckt und freut oft den Satan mehr als Gott.

Darum dürfen wir uns keine größere Buße auferlegen, ohne weisen Rat einzuholen. „Wer sich auf sich selbst verlässt, der ist ein Tor“ (Spr 28, 26). Wer nicht bereuen will, was er getan hat, der darf nichts unternehmen, ohne einen Weisen um Rat zu fragen (13, 16).

Durch diesen Gehorsam treiben wir die Eigenliebe aus, die alles verdirbt; unsere kleinste Handlung wird verdienstlich; wir sind gefeit gegen die Täuschungen Satans; wir werden siegen über alle unsere Feinde, und wir werden den Hafen des Heiles sicher erreichen.

WORTE DER HEILIGEN SCHRIFT

„Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte noch Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen, sondern

sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.

Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt. Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung? Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern? Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen. Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wieviel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen! Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht. Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben“ (Mt 6, 19 - 21. 25 - 33).

GEBET

Mein Herr und mein Gott, ich hoffe auf dich, denn ohne dich ist nichts stark, nichts heilig: Vermehre in mir wahre Weisheit und lass mich, von dir geleitet, so durch die zeitlichen Güter gehen, dass ich die ewigen nicht verliere. Amen.

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Stufe 2

 



Maria ist entschieden, fest, tapfer, für sie gibt es kein Entweder-oder, sondern nur hochherzigen Gehorsam Gott gegenüber (Lk 1, 38): „Mir geschehe, was du gesagt hast“.

DIE BEIDEN FRONTEN

Zwei Fronten stehen einander gegenüber; für eine von ihnen muss ich mich entscheiden. Will ich für Christus oder gegen Christus kämpfen?

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Nach Worten Ludwigs von Montfort
Brief an die Freunde des Kreuzes (7 - 10)

Die beiden Fronten: die Jünger Christi – die Weltmenschen

Seht, das sind die beiden Fronten (Mt 6, 27), die täglich in Erscheinung treten: die Partei Jesu Christi und die Partei der Welt.

Die Partei unseres Herrn erklimmt den schmalen Weg zur Rechten (Mt 25, 33), den die Schlechtigkeit der Welt immer mehr denn je eingeengt hat. Der Herr schreitet bloßen Fußes voran, das Haupt mit Dornen gekrönt, den Leib voller Wunden, beladen mit einem schweren Kreuz. Nur eine Handvoll Menschen folgt ihm, aber es sind die Tapfersten. Denn im Trubel der Welt vernimmt man seine leise Stimme nicht, oder man hat nicht den Mut, ihm in die Armut, die Schmerzen, Verdemütigungen und anderen Leiden zu folgen, die man in seinem Dienst das ganze Leben lang ertragen muss.

Zur Linken (Mt 25, 33) ist die Partei der Welt und des Satans, die bisweilen viel zahlreicher und in ihrer Erscheinung viel großartiger und glänzender sein kann. Die vornehme Welt scheint ihr häufig nachzulaufen, und es herrscht dann ein Gedränge, trotz der breiten Wege, die von den Menschenmassen ausgetretener sind als je. Die Wege sind mit Blumen bestreut, mit Freuden und Muße gesäumt, mit Gold und Silber gepflastert (Mt 7, 13f).

Die kleine Herde, die Jesus Christus zur Rechten folgt, spricht nur von Tränen, Bußübungen, Gebeten und Geringschätzung der Welt. Immer wieder hört man die Worte, die sie unter Tränen wiederholt:

„Wir wollen leiden, weinen, fasten und beten, uns verbergen, verdemütigen, entäußern und abtöten (Joh 16, 20); denn wer nicht den Geist Jesu Christi, den Geist des Kreuzes, besitzt, der gehört ihm nicht an (Röm 8, 9). Die Jesus Christus gehören, haben ihr Fleisch mit seiner Begierlichkeit gekreuzigt (Gal 5, 24). Wer dem Bild Jesu nicht gleichförmig ist (Röm 8, 29), der ist verloren.“ Sie rufen einander zu: „Nur Mut, nur Mut! Wenn Gott für uns, in uns und vor uns ist, wer ist gegen uns (Röm 8, 31)? Der in uns ist, ist größer als alles, was in dieser Welt lebt; der Diener ist nicht über dem Meister (Joh 13, 16). Ein wenig kurze Trübsal bringt uns ewige Herrlichkeit (2 Kor 4, 17). Nur wer mutig ist und alle Kräfte anwendet (Lk 13, 23f), reißt das Himmelreich an sich (Mt 11, 12). Nur der wird dort gekrönt, der den guten Kampf gekämpft hat im Geist des Evangeliums (2 Tim 2,5), und nicht, weil es die Mode so wollte. Lasst uns darum kraftvoll kämpfen, lasst uns eilen, damit wir ans Ziel kommen, damit wir die Krone erringen“ (1 Kor 9, 24f).

Mit diesen und anderen göttlichen Worten ermutigen sich die Freunde des Kreuzes gegenseitig.

Die Kinder der Welt hingegen ermuntern einander, in ihrer gewissenlosen Bosheit zu verharren, und rufen täglich: „Leben, Leben, Friede, Friede (Jer 6, 14), Freude, Freude! Lasst uns essen, trinken (Mt 24, 37ff), singen, tanzen, spielen! Gott ist gut, Gott hat uns nicht erschaffen, um uns zu verdammen, Gott verbietet nicht, vergnügt zu sein. Dafür werden wir nicht verdammt; nur keine Skrupel, ihr werdet nicht sterben“ (Gen 3, 4)!

WORTE DER HEILIGEN SCHRIFT

„Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird zu dem einen halten und den anderen verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon“ (Mt 6, 24).

„Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut“ (Mt 12, 30).

„Die Werke des Fleisches sind deutlich erkennbar: Unzucht, Unsittlichkeit, ausschweifendes Leben, Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Jähzorn, Eigennutz, Spaltungen, Parteiungen, Neid und Missgunst, Trink- und Essgelage und ähnliches mehr. Ich wiederhole, was ich euch schon früher gesagt habe: Wer so etwas tut, wird das Reich Gottes nicht erben. – Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung; dem allem widerspricht das Gesetz nicht. Alle, die zu Christus Jesus gehören, haben das Fleisch und damit ihre Leidenschaften und Begierden gekreuzigt“ (Gal 5, 19 - 24).

GEBET

Vater im Himmel, ich habe das Geschenk der Unsterblichkeit empfangen und bitte dich, weil ich bewusst unter der siegreichen Führung Jesu Christi kämpfe, lass mich einst an seiner ewigen Herrschaft im himmlischen Reich teilnehmen. Amen.
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Stufe 1

 



Nehme ich die Empfehlung Mariens ernst (Joh 2, 5): „Was er euch sagt, das tut“?

VON JESUS GERUFEN

Im Geist blicke ich auf Jesus Christus. Er empfiehlt als letztes Vermächtnis seinem Lieblingsjünger Johannes seine heilige Mutter. Und auch noch heute: Wer Jesus besonders liebt, dem empfiehlt er seine Mutter. Johannes nahm Maria zu sich. Und ich?

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Nach Worten Ludwigs von Montfort
Brief an die Freunde des Kreuzes (11 - 15; 18 - 19)

Jesus ruft und verkündet die Kennzeichen seiner Jünger

Gedenkt, dass Jesus euch jetzt ansehen und zu jedem einzelnen sprechen könnte: „Siehe, fast die ganze Welt lässt mich allein auf dem königlichen Weg des Kreuzes. Die verblendeten Götzendiener verspotten mein Kreuz als Torheit, die starrsinnigen Juden stoßen sich daran, es flößt ihnen Abscheu ein; die Irrlehrer zertrümmern und stürzen es verächtlich. Doch das kann ich nur mit Tränen in den Augen und mit leiddurchbohrtem Herzen sagen: auch Kinder, die ich in meinem Herzen großgezogen und in meiner Schule gelehrt habe, Glieder meines Leibes, denen ich meinen Geist eingehaucht habe, sie haben mich verlassen und verachtet und sind zu Feinden des Kreuzes geworden. Wollt auch ihr mich verlassen und vor meinem Kreuz fliehen wie die Kinder der Welt, die sich so gegen mich stellen? Wollt auch ihr es mit der Welt halten und die Armut meines Kreuzes verachten, um den Reichtümern nachzulaufen? Wollt ihr dem Leid meines Kreuzes entgehen, um dem Vergnügen nachzujagen, die Demut meines Kreuzes hassen, um nach Ehren zu. geizen? Ich habe viele Scheinfreunde, die mir ihre Liebe beteuern und mich doch im Grund hassen, weil sie mein Kreuz nicht lieben. Viele wollen die Freuden meiner Tafel mit mir teilen, aber wenige mein Kreuz.“

Erheben wir uns bei diesem liebevollen Anruf Jesu über uns selbst! Lassen wir uns nicht wie Eva (Gen 3, 6) von unseren Sinnen verführen! Betrachten wir nur den gekreuzigten Jesus (Hebr 12, 2), den Urheber und Vollender unseres Glaubens! Fliehen wir die sündige Begierlichkeit der verdorbenen Welt (2 Petr 1, 4)! Lieben wir Jesus Christus auf die rechte Art, nämlich durch alle Kreuze hindurch.

Betrachten wir die wunderbaren Worte unseres geliebten Herrn und Meisters, welche die ganze Vollkommenheit des christlichen Lebens in sich bergen: „Wer zu mir gehören will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“ (Mt 16, 24)!

Die ganze christliche Vollkommenheit besteht in der Tat in vier Dingen:

1. Im festen Willen, heilig zu werden – „wer zu mir gehören will“;
2. in der Entsagung – „der verleugne sich selbst“;
3. im Leiden – „er nehme sein Kreuz auf sich“;
4. im Handeln – „und folge mir nach.“

„Wer zu mir gehören will“ – das heißt: er muss wahrhaftig den ungeteilten, entschlossenen Willen dazu haben. Er darf es nicht aus natürlicher Neigung, Selbstliebe, Eigennutz oder Menschenfurcht wollen, sondern nur durch eine alles besiegende Gnade des Heiligen Geistes, die nicht allen verliehen wird (Mt 13, 11). Die Erkenntnis des Kreuzgeheimnisses im praktischen Leben ist nur wenigen geschenkt. Wer den Kalvarienberg seines eigenen Lebens besteigen will, um sich dort mit Jesus kreuzigen zu lassen, muss ein Held sein, mutig und entschlossen, ein vergöttlichter Mensch, der Welt und Hölle, seinen eigenen Leib und Willen für nichts erachtet, ein Mensch, der entschlossen ist, für Jesus Christus alles zu verlassen, alles zu wagen, alles zu leiden. Seid euch bewusst, meine lieben Freunde des Kreuzes, dass jene unter euch, denen diese Entschlossenheit abgeht, nur mit einem Fuß voranschreiten, nur mit einem Flügel fliegen. Sie sind nicht wert, eurer Gemeinschaft anzugehören, weil sie den Namen eines Freundes des Kreuzes nicht verdienen. Denn das Kreuz muss man wie Jesus Christus großmütig und mit bereitem Herzen lieben (2 Makk 1, 3). Ein einziges halbes Wollen genügt schon, um wie ein räudiges Schaf die ganze Herde (Mt 7, 15; Joh 10, 1) anzustecken…

„Er nehme sein Kreuz auf sich“ – wie selten ist ein Mensch, der sein Kreuz auf sich nimmt! Die ganze Welt wiegt seinen Wert nicht auf (Spr 31, 10). Mit Freuden soll er es umfangen und mit Mut es auf seinen Schultern tragen – aber sein Kreuz und nicht das Kreuz eines anderen. Sein Kreuz, das ich in meiner Weisheit ihm nach Zahl, Gewicht und Maß zubereitet habe (Weish 11, 20); seinem Kreuz habe ich genau jene vier Dimensionen verliehen, nämlich Stärke, Länge, Breite und Tiefe (Eph 3, 18); sein Kreuz, das ich ihm aus Liebe aus einem Teil jenes Kreuzes herausgeschnitten habe, das ich auf Golgota trug; sein Kreuz, das größte Geschenk, das ich meinen Auserwählten auf Erden machen kann. Die Stärke dieses Kreuzes sind die materiellen Verluste, Demütigungen, Schmerzen, Krankheiten und seelische Leiden, die meine Vorsehung ihm täglich bis zu seinem Tod zustoßen lässt. Die Länge, das ist die Dauer von Tagen oder Monaten, während deren er von Verleumdungen, von Versuchungen, Trockenheit, innerer Verlassenheit und anderen seelischen Leiden bedrängt ist. Die Breite besteht aus all dem Harten und Bitteren, das er von seinen Freunden, Angehörigen und Verwandten erfährt. Die Tiefe aber liegt in all den verborgenen Leiden, mit denen ich ihn heimsuchen werde, ohne dass er in den Geschöpfen Trost finden kann. Ja, auf meinen Befehl werden die Geschöpfe ihm den Rücken kehren und sich mit mir vereinen, um ihm Leiden zu bereiten.

Er soll es tragen; er soll es nicht nachschleppen, nicht abschütteln, nicht wegwerfen und nicht verbergen, sondern er soll es aufrecht und offen tragen, ohne Ungeduld und Übellaunigkeit, ohne Furcht und vorsätzliche Auflehnung, ohne alles teilen zu wollen, ohne sich zu schonen, ohne Scheu und Menschenfurcht. Er soll es vor sich hertragen und wie der heilige Paulus sagen: „Ich aber will mich allein des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus rühmen“ (Gal 6, 14). Wie Jesus soll er es auf den Schultern tragen (Jes 9, 5f), damit dieses Kreuz ihm zu einer Waffe der Eroberung und zu einem königlichen Zepter werde. Und schließlich soll er es in Liebe in seinem Herzen tragen, damit es dort zu einem brennenden Dornbusch werde, der Tag und Nacht von reiner Gottesliebe brennt, ohne sich zu verzehren (Ex 3, 2).

WORTE DER HEILIGEN SCHRIFT

„Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen? Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommen und jedem Menschen vergelten, wie es seine Taten verdienen“ (Mt 16, 24 - 27).

GEBET

Gott, du willst, dass alle Menschen das Heil erlangen und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Ich bitte dich, sende Arbeiter in deine Ernte und gib, dass sie voller Zuversicht dein Wort verkünden, damit es eilends sich verbreite und weithin leuchte, und damit alle Völker dich erkennen, den einen wahren Gott, und Jesus Christus, den du gesandt hast, deinen Sohn. Amen.

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